Volksdroge und Medikament: Cannabis in Deutschland und der Welt

Die Gesetzeslage in Deutschland ist klar definiert: Wer Drogen unerlaubt anbaut, herstellt, mit ihnen Handel treibt, in den Verkehr bringt, einführt, ausführt, abgibt oder besitzt wird bestraft. Die dafür angedrohten Strafen reichen von einer Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Insgesamt steigt die Anzahl der Rauschgiftdelikte in Deutschland in Verbindung mit Cannabis stetig. Und lag zuletzt 2017 bei 198.782.
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Klare Gesetzeslage

Die Gesetzeslage in Deutschland ist klar definiert: Wer Drogen unerlaubt anbaut, herstellt, mit ihnen Handel treibt, in den Verkehr bringt, einführt, ausführt, abgibt oder besitzt wird bestraft. Die dafür angedrohten Strafen reichen von einer Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Insgesamt steigt die Anzahl der Rauschgiftdelikte in Deutschland in Verbindung mit Cannabis stetig. Und lag zuletzt 2017 bei 198.782. © dpa

Im Januar 2017 hat der Bundestag beschlossen: Ärzte können Patienten, die wie Krebspatienten an chronischen Schmerzen leiden, Cannabisprodukte verschreiben. Die Krankenkassen müssen für die Hanf-Medikamente bezahlen. Eine Ausnahmeerlaubis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte ist nicht mehr nötig. Das Institut kontrolliert den Anbau zu medizinischen Zwecken und erhebt anonyme Daten, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Selbst anbauen dürfen Patienten nicht. NN-Kommentar:
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Auch in Deutschland: Cannabis auf Rezept

Im Januar 2017 hat der Bundestag beschlossen: Ärzte können Patienten, die wie Krebspatienten an chronischen Schmerzen leiden, Cannabisprodukte verschreiben. Die Krankenkassen müssen für die Hanf-Medikamente bezahlen. Eine Ausnahmeerlaubis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte ist nicht mehr nötig. Das Institut kontrolliert den Anbau zu medizinischen Zwecken und erhebt anonyme Daten, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Selbst anbauen dürfen Patienten nicht. NN-Kommentar: "Das Gesetz ist vernünftig - und beendet endlich eine unwürdige Zwei-Klassen-Behandlung." © dpa

Das gewöhnliche
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Viele regelmäßige Konsumenten

Das gewöhnliche "Kiffen" als Freizeitvergnügen bleibt problematisch: Kauf und Besitz von Cannabis sind weiterhin strafbar. Aber: Die Abschreckung funktioniert nicht. Die Zahl derjenigen, die regelmäßig Cannabis konsumieren, wird allein in Deutschland auf zwei bis vier Millionen geschätzt. ©  Torsten Leukert/Archiv (dpa)

Wer Drogen in Deutschland in geringen Mengen für den Eigenverbrauch besitzt, bekommt nicht sofort ein Verfahren der Staatsanwaltschaft aufgebrummt. Diese geringe Menge an Cannabis kann jedes Bundesland selbst definieren, oft liegt sie bei 6 Gramm. Mecklenburg-Vorpommern ist mit 5 Gramm etwas strenger, Bremen, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz setzten die Grenze bei 10 Gramm an. Das letzte Wort hat jedoch in jedem Fall die Justiz, die von diesen Richtwerten abweichen kann.
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Mecklenburg-Vorpommern ist am strengsten

Wer Drogen in Deutschland in geringen Mengen für den Eigenverbrauch besitzt, bekommt nicht sofort ein Verfahren der Staatsanwaltschaft aufgebrummt. Diese geringe Menge an Cannabis kann jedes Bundesland selbst definieren, oft liegt sie bei 6 Gramm. Mecklenburg-Vorpommern ist mit 5 Gramm etwas strenger, Bremen, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz setzten die Grenze bei 10 Gramm an. Das letzte Wort hat jedoch in jedem Fall die Justiz, die von diesen Richtwerten abweichen kann. © Coulorbox.de

Der Anbau von Hanf ist in Deutschland illegal. Auch Nutzhanf darf, zumindest von Privatpersonen, nicht gepflanzt werden. Die Bundesregierung plant, dass deutsche Unternehmer unter strengen Auflagen den medizinischen Hanf-Bedarf ab 2019 decken sollen.
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Anbau von Hanf

Der Anbau von Hanf ist in Deutschland illegal. Auch Nutzhanf darf, zumindest von Privatpersonen, nicht gepflanzt werden. Die Bundesregierung plant, dass deutsche Unternehmer unter strengen Auflagen den medizinischen Hanf-Bedarf ab 2019 decken sollen. © dpa

Im oberfränkischen Bernsroth gibt es bereits  ein Nutzhanf-Feld zum Selberpflücken. Hanfbauer Josef Bayer hat damit sein Reportoire, neben dem Anbau von Erdbeeren, erweitert.
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Gras in der Region

Im oberfränkischen Bernsroth gibt es bereits ein Nutzhanf-Feld zum Selberpflücken. Hanfbauer Josef Bayer hat damit sein Reportoire, neben dem Anbau von Erdbeeren, erweitert. © Foto: André Ammer

Viele reisen in die Niederlande, um vermeintlich legal an Gras oder Haschisch zu gelangen. Was die meisten aber nicht wissen: Cannabis ist auch bei unserem Nachbarn illegal. Ein strenges Gesetz der Regierung erlaubt das Rauchen von Cannabis unter strengen Auflagen. Sogenannte
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Lage in den Niederlanden

Viele reisen in die Niederlande, um vermeintlich legal an Gras oder Haschisch zu gelangen. Was die meisten aber nicht wissen: Cannabis ist auch bei unserem Nachbarn illegal. Ein strenges Gesetz der Regierung erlaubt das Rauchen von Cannabis unter strengen Auflagen. Sogenannte "Coffeeshops" dürfen Volljährigen die "weiche" Droge in kleinen Mengen (fünf Gramm pro Person und Tag) verkaufen. Damit möchte der Staat die Nachfrage und das Angebot an Rauschgift und die Risiken für Drogenkonsumenten, ihre Umgebung und die Gesellschaft verringern. Problematisch: Da der Anbau trotzdem verboten ist, müssen die Coffeeshops sich am Schwarzmarkt eindecken. © Oliver Berg

Der Besitz kleiner Mengen an Drogen (10 Gramm Marihuana) ist in Tschechien straffrei. Damit ist das Land drogenpolitisch eines der Liberalsten der Welt. Legal ist der Besitz bis zu dieser Menge trotz rechtlich zugesicherter Straffreiheit aber weiterhin nicht. Vor allem bleiben die Herstellung und das Dealen von Drogen illegal und werden von der Polizei verfolgt.
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Amsterdam des Ostens

Der Besitz kleiner Mengen an Drogen (10 Gramm Marihuana) ist in Tschechien straffrei. Damit ist das Land drogenpolitisch eines der Liberalsten der Welt. Legal ist der Besitz bis zu dieser Menge trotz rechtlich zugesicherter Straffreiheit aber weiterhin nicht. Vor allem bleiben die Herstellung und das Dealen von Drogen illegal und werden von der Polizei verfolgt. © dpa

Als erstes Land weltweit legalisierte Uruguay im Dezember 2013 den Drogenverkauf. Damit dürfen die Südamerikaner Marihuana staatlich kontrolliert produzieren und verkaufen.
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Uruguay macht den Anfang

Als erstes Land weltweit legalisierte Uruguay im Dezember 2013 den Drogenverkauf. Damit dürfen die Südamerikaner Marihuana staatlich kontrolliert produzieren und verkaufen. © REUTERS/Andres Stapff

Interessant ist auch die Gesetzeslage in den USA: Die Regierung lässt die einzelnen Bundesstaaten wählen, ob sie Marihuana legalisieren. Unterschieden wird oft zwischen medizinischer Anwendung und
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Lage in den USA: Die neuen Kifferparadiese

Interessant ist auch die Gesetzeslage in den USA: Die Regierung lässt die einzelnen Bundesstaaten wählen, ob sie Marihuana legalisieren. Unterschieden wird oft zwischen medizinischer Anwendung und "Freizeit"-Konsum ("recreational"). Legale Abgabe auf ärztliches Rezept haben schon 29 der 50 Bundesstaaten beschlossen. 2012 erlaubte Colorado als erster Staat auch den Konsum aus Spaß an der Freude: Erwachsene ab 21 Jahren dürfen seitdem in wie Pilze aus den Boden schießenden Geschäften Cannabisprodukte kaufen - oft sind es Süßigkeiten. 2016 stimmten beispielsweise auch die Bürger in Kalifornien (in der Neujahrsnacht 2016/17 wurde der berühmte Schriftzug in LA von Unbekannten in "Hollyweed" umgenannt - "weed" steht für Gras), Nevada und Massachusetts in Volksentscheiden dafür. Acht Bundesstaaten haben Cannabis damit bereits entkriminalisiert - für Unternehmer im ganzen Land ein Milliardengeschäft. © Damian Dovarganes/AP/dpa