Gelungener Stresstest: Der FCN punktet auch gegen Kiel

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Wolfgang Laaß

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Mit einer Finte ließ Dennis Borkowski noch Hauke Wahl aussteigen, bevor er zum 1:0 abzog.

Mit einer Finte ließ Dennis Borkowski noch Hauke Wahl aussteigen, bevor er zum 1:0 abzog. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Fast auf den Tag genau vor drei Jahren ging es noch für beide Vereine um den Bundesliga-Aufstieg. Nach Toren von Hanno Behrens (2) und Georg Margreitter siegte der 1. FC Nürnberg an einem Montagabend unweit der Kieler Förde mit 3:1 und setzte sich damit am viertletzten Spieltag vorentscheidend ab von der KSV Holstein, die ein paar Wochen später in der Relegation deutlich am VfL Wolfsburg scheitern sollte.

Aus Club-Sicht erinnerte immerhin der Saison-Zeitpunkt des Wiedersehens an den April 2018, für die Gäste ging es auch gestern Abend um ganz wichtige Punkte im Kampf um einen der ersten drei Plätze. Das erste von vier Nachholspielen bis Ende Mai, notwendig geworden nach insgesamt vier Wochen Corona-Quarantäne seit Mitte März, dürfte sie aber wahrscheinlich noch etwas länger beschäftigen.

In der gutklassigen Auseinandersetzung hatte Kiel zwar optische Vorteile und auch öfter den Ball, traf aber auf einen glänzend eingestellten und hochmotivierten 1. FC Nürnberg – der sich beim leistungsgerechten 1:1 (1:0) den rechnerisch noch fehlenden Punkt zum Klassenverbleib holte und damit auch den Nachbarn aus Fürth nicht unerhebliche Schützenhilfe leistete. Dennis Borkowski erzielte nach gut einer halben Stunde die Führung, Janni Serra köpfte den Ausgleich (67.).

Schwung für die nächste Saison

Die Nürnberger, mittlerweile sieben Mal in Folge ohne Niederlage, nahmen die Sonderschicht unter der Woche vor allem sportlich; die verbleibenden Pflichttermine bis zum Rundenende sollen schließlich mehr sein als bloß die Kür nach einer Spielzeit mit mehr Tiefen als Höhen. Eine Art Vorbereitung auf 2021/22 unter Wettkampfbedingungen schwebt Trainer Robert Klauß vor, mit durchweg namhaften Gegnern.

Schon jetzt würden sie gerne Schwung holen, um im besten Fall beflügelt und mit frischem Selbstvertrauen in die zweite Jahreshälfte zu gehen. Auch der Achtungserfolg gegen ein Spitzenteam am Dienstagabend wird ihnen dabei helfen, stärker zu werden; mit der Art und Weise zeigte sich Klauß sehr einverstanden, forderte lediglich in der Umschaltbewegung hin und wieder mehr Zielstrebigkeit in Richtung Tor.

Stresstest für den Aufstiegskandidaten

In den Strafräumen passierte zunächst nicht viel, was dem Niveau aber nicht unbedingt abträglich sein sollte; beide Mannschaften versuchten, die Kugel in hohem Tempo und mit möglichst wenig Kontakten zirkulieren zu lassen. Selbst ohne gefährliche Abschlüsse machte das Zuschauen richtig Spaß, wenngleich sich die KSV Holstein bereits in der achten Minute annäherte. Jae Sung Lees Versuch stellte Christian Mathenia freilich vor keine größeren Schwierigkeiten.

Nach etwa einer Viertelstunde erarbeitete sich Klauß' Elf mehr Zugriff; das gemeinsame Pressing ließ Kiel wenig Ruhe in der Spieleröffnung. Der Stresstest für den Aufstiegskandidaten verschärfte sich in der 31. Minute, als Enrico Valentini, einer der Auffälligsten am Dienstagabend, mit einem öffnenden Pass den halben Defensivverbund der Kieler auseinandernahm. Borkowski nutzte den sich bietenden Raum, ließ noch Hauke Wahl aussteigen und vollendete den Angriff mit einem präzisen Flachschuss neben den Pfosten, sein dritter Saisontreffer.

Kiel hielt sich mit dem Rückstand allerdings nicht lange auf; immer wieder über die schnellen Außen suchten sie den Weg nach vorn, so auch vier Minuten nach dem 0:1, als Finn Porath aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Mathenia scheiterte. Ansonsten ließ der Club, extrem stabil und widerstandsfähig in der neuen Grundordnung mit Mittelfeldraute, in den ersten 45 Minuten wenig zu und hätte nach dem Seitenwechsel zügig für klare Verhältnisse sorgen können.

Handwerkers Stellungsfehler

Erst scheiterte Asger Sörensen mit einem Kopfball am Lattenkreuz (53.), fünf Minuten später der Kollege Borkowski nach Vorarbeit von Georg Margreitter aus fünf Metern am Pfosten – es hätte 2:0 stehen können, wenn nicht müssen, wenig später stand es 1:1: Janni Serra nutzte einen Stellungsfehler von Tim Handwerker per Kopf zum Ausgleich (67.).

Das Unentschieden nach 90 Minuten hilft letztlich beiden und irgendwie auch nicht. Kiel bleibt oben dabei, der Club definitiv in der zweiten Liga. Mit neuerdings wieder etwas schöneren Perspektiven.

Nürnberg: Mathenia; Valentini, Margreitter, Sörensen, Handwerker – Geis – Krauß, Möller Daehli, Nürnberger – Hack (63. Shuranov), Borkowski (62. Dovedan).

Kiel: Dähne; Neumann (87. Dehm), Wahl, Lorenz, van den Bergh – Lee, Meffert (87. Komenda), Hauptmann (64. Arslan) – Porath (55. Reese), Mees (55. Bartels) – Serra.

Schiedsrichter: Storks (Velen). – Tore: 1:0 Borkowski (31.), 1:1 Serra (67.). – Gelbe Karten: Valentini (8), Krauß (9), Nürnberger (7) / Neumann.

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