Fürth in Pflicht-Quarantäne

Volle Konzentration! Das Kleeblatt im Trainingslager

12.5.2021, 11:11 Uhr
Eher kein großer Fan von Trainingslagern Mitte Mai. Fürths Trainer Stefan Leitl.

Eher kein großer Fan von Trainingslagern Mitte Mai. Fürths Trainer Stefan Leitl. © Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink

Ausgedehnte Trainingslager Mitte Mai stehen bei den Bundesligaklubs normalerweise nicht auf dem Programm, aber was ist schon noch normal ein Jahr, nachdem der Erreger SARS-CoV-2 die Welt durchgeschüttelt hat? Damit das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus auf den letzten Metern der Fußballsaison noch zusätzlich gesenkt wird, hat die DFL alle Vereine am Montag in Quarantäne geschickt.

Auch die Spielvereinigung hat sich in einem Hotel in der Region vor der Außenwelt abgeschirmt. Um welches es sich handelt, wird nicht kommuniziert; nicht, dass noch ein paar ganz unerschrockene Autogrammjäger in der Lobby auftauchen.

Nach Paderborn und dann zum Bodensee

Am Samstag geht es Richtung Paderborn, wo am Sonntag das letzte Auswärtsspiel der regulären Saison ansteht. Für eine Nacht wird ein Quartier in der Nähe bezogen, bevor es nach der Partie Richtung Bodensee geht. Nachdem die ursprünglich am Chiemsee reservierte Unterkunft auf seltsame Art und Weise dem FC Bayern München zugesprochen wurde, hofft man bei der Spielvereinigung Greuther Fürth 300 Kilometer weiter westlich auf etwas Abwechslung, eine schöne Aussicht und den einen oder anderen Spaziergang an der frischen Landluft – bevor es vor dem Saisonabschluss gegen Düsseldorf wieder zurück Richtung Heimat geht.

Trainieren, essen, schlafen, spazieren gehen und vor allem: gesund bleiben – viel mehr wird nicht drin sein in der von oben angeordneten Trainingslager-Quarantäne, die Stefan Leitl – da macht der Trainer und Familienvater kein großes Geheimnis draus – eher so mittelprächtig findet.

Intensiv regenerieren, intensiv sprechen

"So toll ist das auch nicht, dass du nach so einer anstrengenden Saison nochmal 14 Tage irgendwo hinmusst", lautete am Samstag seine Antwort auf die Frage, ob er sich darauf freut, sich noch einmal in Ruhe mit seiner Mannschaft vorbereiten zu können. "Was will man noch groß arbeiten in den letzten zehn, zwölf Tagen?", fragt sich wahrscheinlich nicht nur der Fürther Trainer, der aber natürlich die Notwendigkeit der Maßnahme erkennt: "Es ist zwingend notwendig, dass die Saison zu Ende gespielt wird", sagt er: "Es wäre trotzdem schöner für jeden einzelnen Spieler, wenn er zu Hause bleiben könnte." Und natürlich auch für jeden Trainer.

Etwas Positives abgewinnen kann Leitl der vorgeschriebenen Isolation im Endspurt des Aufstiegskampfes aber schon auch. „Ich bin froh, dass ich die Jungs zusammen habe, weil man intensiver regenerieren und das eine oder andere Gespräch intensiver führen kann.“

Bloß kein zweites Watutinki

Noch fokussierter sind Fürths Fußballer im besten Fall, wobei es wohl auch darum gehen wird, genügend Abwechslung in den Alltag zu bekommen. Nachdem sie auch im Hotel die AHA-Regeln einhalten sollen, dürften Darts- und Tischtennisturniere eher schwierig werden, möglicherweise bleibt am Ende doch nur ein gutes Buch oder die Playstation.

Wobei die Verantwortlichen für diesen Fall am besten schon mal abklären lassen, wo sich im Notfall das Internet abstellen lässt. Seit der WM 2018 in Russland weiß man ja, dass sich auch große Kinder mitunter zu sehr von Spielkonsolen ablenken lassen. Teammanager Oliver Bierhoff drehte damals im Hotel in Watutinki angeblich das W-LAN ab.

Bei der Spielvereinigung werden sie ein zweites Watutinki unbedingt verhindern wollen. Sie möchten ja den direkten Aufstieg schaffen – und nicht noch eine Woche im Hotel verbringen

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