#NNlabor im Josephs: Ist Kultur Lebensmittel oder Luxus?

22.5.2017, 12:30 Uhr

© Foto: Weigert

Nürnbergs Kulturszene braucht sich nicht zu verstecken. Das Staatstheater genießt überregional einen guten Ruf, die Museumslandschaft wächst, blüht und gedeiht ebenso wie die Soziokultur oder das Kindertheater, nicht zu vergessen Massenevents wie das Bardentreffen oder die Klassik-Open-Airs, die regelmäßig für Besucherrekorde sorgen.

Deutschland versteht sich zu Recht als Kulturnation. Die vielseitige deutsche Theaterszene gilt ebenso wie die Museumslandschaft im internationalen Vergleich als beispielhaft. Der Wert von Kunst und Kultur wird in zahllosen Sonntagsreden immer wieder aufs Neue beschworen. Und seit einiger Zeit hat man entdeckt, dass eine lebendige Kulturszene nicht nur erheblich zur Attraktivität der Städte beiträgt, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist.

Ohne Zuschüsse geht es nicht. Rund 10 Milliarden Euro gibt die öffentliche Hand im Jahr für Kultur aus. 44 Prozent davon zahlen die Städte und Gemeinden, 42 Prozent die Länder, den Rest übernimmt der Bund. Dazu kommen noch Millionenbeiträge für Bereiche wie die Filmförderung oder Volkshochschulen. All diese Subventionen steigen Jahr für Jahr. Andererseits macht der Kulturetat insgesamt nur minimale Anteile der öffentlichen Haushalte aus.

Kultur kostet viel Geld, keine Frage. Das Thema ist derzeit besonders aktuell: Nürnberg will im Jahr 2025 Kulturhauptstadt Europas werden und muss dafür ein aufwändiges Bewerbungsverfahren durchlaufen. Außerdem stehen in den kommenden Jahren größere Baustellen an: Die Sanierung des Opernhauses, der Ausbau des Dokuzentrums und des Z-Baus sowie die Errichtung eines neuen Konzertsaals. Das alles wird Millionen verschlingen. Werden diese öffentlichen Mittel auch sinnvoll investiert? Interessiert das alles nicht nur eine Minderheit? Kann man die Kulturszene nicht einfach dem freien Markt überlassen?

Um solche Fragen soll sich die Diskussion drehen, mit der sich die Kulturredaktion im NN-Labor vorstellt. Katharina Erlenwein, Steffen Radlmaier und Birgit Ruf haben dazu als Gesprächsteilnehmer Ingrid Bierer, Direktorin der Städtischen Museen, Steffen Zimmermann, Geschäftsführer der Z-Bau-GmbH sowie den Konzertveranstalter Peter Harasim (Concertbüro Franken) eingeladen.

Aber auch das Publikum soll mitdiskutieren über die Frage, ob und warum die Kultur eine Stadt lebenswerter und attraktiver macht. Oder ob man sich den ganzen Aufwand sparen kann.

Die NN-Kulturdiskussion findet am Dienstag, 23. Mai, von 18 bis 20 Uhr im Nürnberger Zukunftslabor "Josephs" (Karl-Grillenberger-Straße 3) statt. Der Eintritt ist frei.

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