Bei den Orcas wird gefeiert

Nürnberg  , am 22.09.2020
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Andrea Munkert
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21.11.2020, 10:36 Uhr

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Alles begann "low budget", erinnert sich Felix vom Endt, der die Orca mit seiner Frau Susa leitet und inzwischen einen Brauer sowie einen weiteren Mitarbeiter beschäftigt. Craft Beer, also handwerklich hergestelltes Bier aus kleinen, feinen Brauereien, ist nach wie vor ihr Steckenpferd. Seit zirka drei Jahren, sagt vom Endt, würden die Indian Pale Ale (IPA) auch stärker nachgefragt – von Männern, vor allem aber von Frauen, die beim Bier grundsätzlich experimentierfreudiger seien.


Junger Brauer will zeigen: Orca ist eine gute Wahl.


Sechs Sorten haben die Macher von der Orca Brau inzwischen fest im Portfolio, am beliebtesten sei das "Wanderlust". Zusätzlich bringe man saisonale Biere heraus. Jeden Monat gebe es so zwei bis drei neue Sorten, sagt Susa vom Endt.

Neu ist auch das Fränkische Landbier. Und: Es ist wohl gekommen, um zu bleiben. Es habe eine "nussige, getreidige, rustikale, kernige" Note, beschreibt vom Endt. Es ist abgerundet vollmundig und hat einen Charakter, sagt die Aufgetischt-Testerin. Zum Hintergrund: Die Orcas nehmen dafür historisches Braumalz aus der fränkischen Landgerste, die seit den 1970er Jahren nicht mehr angebaut wurde. Weil aber ein akademisches Pilotprojekt alte Getreide-Sorten wiederbelebt hat, findet es sich im Fränkischen Landbier aus Nürnberg wieder.

"Wir brauen inzwischen zu 100 Prozent damit", sagt Felix vom Endt und schickt voraus: "Bald wird ausschließlich mit Bio-Zutaten produziert." Der Hopfen etwa kommt bereits vom Biohof Friedrich aus Gräfenberg (Landkreis Forchheim). Ist auch der Rest umgestellt, so vom Endt, werde sein Traum vom "klassischen traditionellem Bier für regionale Biertrinker" wahr. "Wir und die Kunden wissen dann absolut, woher es kommt. Und das macht das Bier zu etwas anderem." Dann bliebe noch das nächste Traumziel: "Wir wollen unsere eigene Landgerste anbauen", sagt vom Endt.

Bis vor wenigen Monaten arbeiteten die Orcas mit einer selbst zusammengebauten alten Anlage, die das Brauer-Paar in Berlin aufgetan und nach Nürnberg verpflanzt hatte. In alten Milchtanks gor das Bier und wurde auch bis zur Abfüllung gelagert. Doch schnell stieß die Produktion an ihre Grenze von 300 Hektolitern, der Wunsch nach Wachstum wurde stärker. Dann, wie im Märchen: Ein Privatinvestor – ein Craft-Beer-Liebhaber, der aber sonst nichts mit Bierproduktion zu tun hatte – hatte den Willen, in die Orca Brau zu investieren.

Heute, sagt Brauer Max, liege das Maximum bei 9000 Flaschen á 0,33 Liter pro Tag. Sie gehen direkt an Restaurants und Bars in Nürnberg und der Region. Auch im Sternrestaurant SoSein in Heroldsberg beispielsweise werden Orca-Produkte angeboten. Aber auch ein Hofverkauf ist drin: Jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie jeden Samstag zwischen 10 und 14 Uhr können Kunden aus dem Sortiment schöpfen.

Am Samstag, 5. Dezember, feiern die jungen Brauer ab 19 Uhr ihre Brauerei-Eröffnung – sicherheitshalber virtuell. Dafür haben sie ein kulinarisches Paket zusammengestellt, das Ende des Monats verschickt wird, unter anderem mit sauren Zipfeln aus dem Biersud oder bierigen Lebkuchen.

Diese und noch mehr Spezialitäten aus der Region haben jetzt auch einen Verkaufsort in der Brauhalle gefunden: "Ein regionales Genussregal", nennt es Felix vom Endt. Gut darin, Kooperationen zu schließen, sind die Orca in jedem Fall.

Die Orca Brau, Am Steinacher Kreuz 24, 90427 Nürnberg, verkauft das Kulinarik-Paket für 59 Euro, es fallen keine Versandkosten für die Kunden an. Letztmöglicher Bestelltag ist Freitag, 27. November. Alle Informationen und der Link zum Bestellen finden sich auf www.orcabrau.de

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