Wiedereröffnung nach Pause

Endlich wieder Thai-Streetfood in Gostenhof: Beliebtes Restaurant ist zurück

Johannes Lenz

Nordbayern-Redaktion

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24.1.2024, 09:28 Uhr
Freuen sich, dass ihr Restaurant so gut ankommt: Aey Bartels und ihr Mann Benno.

© Johannes Lenz Freuen sich, dass ihr Restaurant so gut ankommt: Aey Bartels und ihr Mann Benno.

Erreicht man den Anrufbeantworter der "Regenzeit", hört man Benno Bartels sagen: "Wir sind wieder da - so ein bisschen zumindest." Vor Ort im Restaurant könnte man das als Untertreibung auffassen: Am Dienstagmittag ist kaum ein Platz frei, vor dem Tresen stehen die hungrigen Gäste in der Schlange. Doch schnell merkt man, dass sich das Restaurant nach der Wiederöffnung wirklich in einer Art Pilotphase befindet. Etwa, als Benno Bartels seine Frau Aey nach dem Stand der Bestellungen fragt, und sie antwortet: "Noch zweimal Curry mit Huhn, dann ist aber Schluss für heute." Denn es gibt keine Nudeln mehr - die Hauptzutat der beliebten Thai-Suppen, die in der "Regenzeit" serviert werden.

Wann es überhaupt wieder traditionelle, thailändische Suppen in Gostenhof geben würde, war lange Zeit unklar. Denn am 18. August letzten Jahres teilte Aey Bartels via Facebook mit, ihr Restaurant ab dem 1. September "für etwa drei Monate" zu schließen. Die Entscheidung hatte vor allem gesundheitliche Gründe, Bartels brauchte eine Auszeit, um sich zu erholen. Nachdem sie ihre Krankheit erfolgreich überwunden hatte, stand die Gastwirtin vor einer schweren Entscheidung: Sollte sie mit der "Regenzeit" überhaupt weiter machen oder ganz aufhören? Irgendwann habe sie entschieden: "Ich will es nochmal probieren." Und wie: Direkt nach ihrer Genesung renovierte sie die Gasträume. "Ich brauche diese Motivation und diese Freude wieder", erklärt Bartels ihren Tatendrang.

Neue Öffnungszeiten im "Probebetrieb"

Aus Rücksicht auf ihre Gesundheit will Aey Bartels es eigentlich ruhiger angehen lassen als in den Jahren zuvor: "Ich habe mir jetzt vorgenommen, es nicht mehr wie in den letzten knapp zehn Jahren zu machen. Ich kann nicht mehr alles selber machen." Doch in den ersten Tagen nach der Wiedereröffnung muss sie genau das tun: Kochen, servieren, abkassieren - die Gastwirtin führt das Restaurant seit der Wiedereröffnung komplett in Eigenregie. Vor der "Pause" hatte die Gastronomin noch sechs Angestellte, die aber alle während der Schließung in den vergangenen Monaten andere Jobs angenommen hätten.

Auch deshalb hat die "Regenzeit" erst einmal nur im Probebetrieb an drei Tagen in der Woche geöffnet: von Dienstag bis Donnerstag, mittags von 11.30 Uhr bis 15 Uhr, abends von 17 Uhr bis 20.30 Uhr. Und die Suppen gibt es - wie auch den jüngsten Posts auf Social Media zu entnehmen ist - nur, "solange der Vorrat reicht." Bartels müsse Tag für Tag genau überlegen, wie viele Zutaten sie vorbereite. Ihr Mann Benno, der am Dienstag ausnahmsweise aushilft, ergänzt: "Die Leute müssen ein bisschen Geduld mitbringen. Es dauert manchmal einfach länger."

Ungebrochene Begeisterung der Gäste

Der Resonanz auf die Wiedereröffnung tun all diese Faktoren aber keinen Abbruch. Nicht nur am Dienstag ist die "Regenzeit" gut besucht: Ich habe zwar gedacht, dass viel los sein wird, aber nicht in dem Ausmaß", erzählt Aey Bartels. Dennoch wissen sie und ihr Mann um die Beliebtheit ihres Restaurants. Auch deshalb hätten die beiden sich entschieden, vor der Ankündigung der offiziellen Wiedereröffnung erst einmal nur für Freunde und Bekannte zu kochen - "unter dem Radar", wie Benno Bartels die ersten Tage beschreibt. "Wir waren vorsichtig mit den Social-Media-Posts. Wir wissen, das ist ein absolutes Luxusproblem."

Doch vielen Stammgästen blieb nicht verborgen, dass es langsam wieder losging in der "Regenzeit" - schon während der Renovierung hätten sich viele Passanten erkundigt, ob es bald wieder losgehe "Es ist einfach schön, wenn einem die Herzen der Menschen so zufliegen", freut sich Benno Bartels. Am 19. Dezember, also erst einige Tage nach der eigentlichen Wiederaufnahme des Betriebes, informierten Aey und Benno Bartels dann auch auf Facebook über die Wiedereröffnung. Knapp 200 Follower reagierten auf die Nachricht - "von Anfang an ist das super aufgenommen worden."

Wie es weiter geht, wird die Zukunft zeigen

Trotz des überwältigenden Erfolges seit der Wiederöffnung hat Aey Bartels andere Pläne für die Zukunft: "Ich kann nicht mehr fünf Tage die Woche hier stehen", erklärt sie. Sie und ihr Mann überlegen deshalb, wie sie den Betrieb der "Regenzeit" langfristig gestalten wollen. Eine Überlegung ist die Eröffnung einer zweiten Filiale, in der Aey nicht selbst kochen muss. "Früher wollte ich immer nur ein einzigartiges Restaurant haben, das es nur hier geben soll. Jetzt kann ich es mir aber vorstellen, eine weitere Filiale zu eröffnen", verrät Aey Bartels.

Doch konkret sind diese Überlegungen noch nicht. Fürs Erste sind Aey und Benno Bartels damit beschäftigt, die bisherigen Gasträume wieder endgültig auf Vordermann zu bringen. "Es sieht alles noch nicht so ganz aus, wie es soll", bemerkt Aey Bartels lachend. Trotzdem können die beiden genießen, dass die Wiedereröffnung der "Regenzeit" so großen Anklang findet. Benno Bartels erklärt: "Das kann man sich nur wünschen, wir sind mega dankbar dafür, dass wir so ein Teil Gostenhofs sein dürfen"

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