Serienproduktion ab 2024
 

ACM City One: Elektro-Mini mit Austausch-Akkus

8.9.2021, 19:54 Uhr
ACM City One: Der kleine Stromer steckt in einem knuffigen SUV-Kleid.

ACM City One: Der kleine Stromer steckt in einem knuffigen SUV-Kleid. © ACM

Die Elektromobilität spült eine Reihe neuer Mitspieler in die automobile Szene, die ansonsten wohl keine Existenzberechtigung neben den etablierten Platzhirschen gefunden hätten. Jetzt, da die Karten neu gemischt werden, haben auch Anbieter wie ACM eine Chance. ACM, das steht für Adaptive City Mobility, dahinter steckt ein Münchner Start-up, das auf der IAA (bis 12. September 2021) ein besonderes Konzept vorstellt: Der City One ist ein 3,60 Meter kurzer Elektrozwerg, der sich durch ein flexibles Raumkonzept und austauschbare Akkus auszeichnet.

Einfach, aber zweckmäßig und vor allem vernetzt: Das Interieur.

Einfach, aber zweckmäßig und vor allem vernetzt: Das Interieur. © ACM

Je nach Bedarf können entweder bis zu fünf Personen mitfahren - oder der City One mutiert zum zweisitzigen Mini-Transporter. Das funktioniert dann so, dass mit ein paar Handgriffen der Heckbereich zum Frachtraum umfunktioniert wird. Mit 1450 Litern soll er so groß sein, dass sogar eine Europalette hinter der seitlich angeschlagenen Hecktür Platz findet.

360 Kilometer Reichweite

Aufhorchen lässt zudem, wie sich ACM die Sache mit den Akkus vorstellt. So nämlich: Unter dem Ladeboden sitzen vier Batterien von je 2,5 kWh Kapazität, die sich wie Koffer entnehmen und binnen drei Minuten austauschen lassen - beispielsweise durch jene, die der City One auf einem Dachträger transportiert. Auf diese Weise ergibt sich eine Aufstockung der Reichweite von 240 um weitere 120 auf insgesamt 360 Kilometer. An Ladestationen ist das Akkupack in fünf Stunden wieder fit gemacht, an der Haushaltssteckdose sind 8 Stunden einzukalkulieren. Als Stromverbrauch nennt ACM einen Wert von unter 10 kWh.

Stromern durch die Stadt

Der Name lässt es erahnen: Hauptsächlich soll der City One durch den Stadtverkehr stromern. Als Kundenkreis haben die Münchner weniger Privatleute als vielmehr Carsharing-Anbieter, Leasingunternehmen oder Flottenbetreiber (Lieferdienste etwa) im Visier.

Einfach zu entnehmen: Die Wechselakkus.

Einfach zu entnehmen: Die Wechselakkus. © ACM

Hervorgegangen ist das kleine Wägelchen aus dem bereits 2019 vorgestellten ACM City, der von einer 15-kW-Maschine an der Hinterachse angetrieben wurde und als Leichtfahrzeug gemäß L7e eingestuft war. Sollte auch der City One unter diese Klassifizierung fallen, dürfte er schon von 16-jährigen mit Führerschein AM gefahren werden. Ob das so kommt, ist fraglich, denn der Mini dürfte dann ohne Batterie nur 450 beziehungsweise (als Nutzfahrzeug) 550 Kilogramm wiegen, im Raum stehen aber 950 Kilogramm, wobei noch unklar ist, ob diese Angabe die Akkus inkludiert.

Ex-Opel-Chef im Boot

Der Bau erster Testfahrzeuge ist für 2023 avisiert, die Serienproduktion, so berichtet das "Handelsblatt", läuft 2024 an. Als Entwicklungspartner konnte ACM den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna gewinnen, zudem besteht eine Kooperation mit der Porsche-Tochter MHP, als Investor engagiert sich der frühere Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. Verlockend klingt das, was zum Thema Preis zu hören ist: Schon ab 10.000 Euro soll der Einstieg bei dem elektrischen Kleinstwagen möglich sein.

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