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Von zelebrierter Kauzigkeit bis hin zu Samt-Rock: Unsere Hör-Tipps im Februar

Stefan Gnad

"Leben"

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8.2.2023, 14:56 Uhr
Wir haben da ein paar aktuelle Musiktipps für Sie...

© Bruno/pixabay/LizenzCC0 Wir haben da ein paar aktuelle Musiktipps für Sie...

Eine alte Rock'n'Roll-Weisheit besagt: "Keyboard und Flöten - nicht vönnöten!" Doch der Meister bricht die Form: Mit ihrem mal wuchtigen, mal genüsslich ausufernden Rock-Entwurf klingen Wucan aus Dresden wie eine krautverseuchte Version der frühen Jethro Tull, die sich auf ein Klaus-Renft-Combo-Konzert verlaufen hat. In seiner zelebrierten Kauzigkeit klingt das erfrischend anders als das Gros der Retro-Rocker, das sonst gerade versucht, die 70er neu aufzulegen. "Live At Deutschlandfunk" bietet einen feinen Überblick über das bisherige Schaffenswerk des Quartetts. (mig-music)

Wucan: "Live At Deutschlandfunk" (mig-music).

Wucan: "Live At Deutschlandfunk" (mig-music). © mig-music/Montage: Sabine Schmid

Das sechste Studioalbum "The Lines We Cross" zeigt die norwegischen Bluesrocker Pristine um Sängerin Heidi Solheim in Höchstform. Nur Hits: Kraftvoll im Rock, Gänsehaut bei den Balladen - und interessant immer dann, wenn es ein wenig experimenteller wird, etwa dem perfide groovenden "Sad Sack In A Cadillac". Als erste Single eine siebenminütige Ballade auszukoppeln, bei der erst mal nur Stimme und Orchester zu hören sind ... und wenn dann die Rockband zeppelinesk einsetzt, taucht die Chefin gar nicht nochmal auf. Besser geht nicht. (Pristine Music)

Pristine: "The Lines We Cross" (Pristine Music).

Pristine: "The Lines We Cross" (Pristine Music). © Pristine Music/Montage: Sabine Schmid

Wer seinen Rock mit mehr Samt mag, ist bei den immerjungen Niederländern DeWolff richtig. Das zehnte, erneut komplett computerfrei eingespielte Studioalbum "Love, Death & In Between" markiert einen geschmeidigen Stilwechsel "von psychedelischen Southern-Rock-Kriegern zu Abgesandten des Soul", wie das Presseinfo orakelt. Sam Cooke, Al Green und der Schriftsteller John Steinbeck standen Pate für diese lange, tiefenentspannte Platte. (Mascot)

DeWolff: "Love, Death & In Between" (Mascot).

DeWolff: "Love, Death & In Between" (Mascot). © Mascot/Montage: Sabine Schmid

Tief im stilistischen Niemandsland gründelt das Hamburger Duo Uwe - und hat auf seinem selbstbetitelten Debütalbum von nichts zuviel. In neun Dreiminütern vermengen Uwe und Jansen Indie, Pop, Schlager, Rhythm & Blues und Liedermacherei zu einem ganz eigenen Sound - und das ziemlich auf den Punkt. Die zwei altgedienten Szenegrößen von der Elbe tanzen mit Elon Musk, nehmen uns mit auf Nachtschicht und lassen die Freiheit in der Stille einer Großstadtnacht auf dem Balkon wie Rauch vergehen. Poetisch, praktisch, cool. (The Orchard)

Duo Uwe: "Uwe" (The Orchard).

Duo Uwe: "Uwe" (The Orchard). © The Orchard/Montage: Sabine Schmid

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