Danger Dan bei Böhmermann: Klare Worte gegen Kubitschek und Co.

Thomas Correll

Leben

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11.4.2021, 16:35 Uhr
Daniel Pongratz alias Danger Dan.

Daniel Pongratz alias Danger Dan. © Jaro Suffner

Unterstützt wird Danger Dan dabei von Pianist Igor Levit, der sich immer wieder politisch äußert, etwa mit Kritik an der AfD. In ebendiese Kerbe schlägt auch Danger Dans Song, der ganz Hiphop-untypisch Sprechgesang mit einer Klaviermelodie unterlegt: Er arbeitet sich zunächst im Konjunktiv an Größen der rechten Szene wie Jürgen Elsässer und Götz Kubitschek ab - die harschen Worte enden immer in der Formel: "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt".

Der Rapper hat mehr im Sinn, als nur Kritik zu äußern, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Er persifliert die von der AfD und ihr nahestehenden Personen immer wieder angewandte Taktik: Eigentlich eindeutige Botschaften sprachlich so zu verpacken, dass man sich im Nachhinein mit einem "So war es nicht gemeint" herausreden und sich dann, wenn es Kritik hagelt, als Opfer stilisieren kann.

Dass Danger Dan sich nicht selbst absichern, sondern die Gegenseite entlarven will, wird in der letzten Strophe klar. Er verzichtet auf den Konjunktiv und nennt etwa Elsässer offen einen Antisemit. Der Song gipfelt in den Sätzen: "Faschisten hören niemals auf, Faschisten zu sein / Man diskutiert mit ihnen nicht, hat die Geschichte gezeigt / Und man vertraut auch nicht auf Staat und Polizeiapparat / Weil der Verfassungsschutz den NSU mit aufgebaut hat / Weil die Polizei doch selbst immer durchsetzt von Nazis war / Weil sie Oury Jalloh gefesselt und angezündet haben / Und wenn du friedlich gegen die Gewalt nicht ankommen kannst / Ist das letzte Mittel, das uns allen bleibt, Militanz"


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Ob Danger Dan sich für seinen Song vor Gericht verantworten muss, bleibt noch abzuwarten. In Böhmermann und Levit hat er jedenfalls Gleichgesinnte gefunden, Böhmermanns Sendung ZDF Magazin Royale garantiert als Plattform eine größere Aufmerksamkeit. Der Mitschnitt des Songs liegt auf Youtube bei knapp 300.000 Aufrufen. Der Original-Clip, den Danger Dan vor etwa zwei Wochen veröffentlicht hat, wurde bereits 1,3 Millionen Mal angeklickt.

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