Acht verschiedene Ansätze

Kongresshalle wird zum Opernhaus! Das sind die möglichen Pläne für das Interimsgebäude

Alicia Kohl
Alicia Kohl

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1.7.2022, 12:38 Uhr
"Etwas, das das Denkmal stört, ohne es zu zerstören" - dass wollen die Architekten und Architektinnen von bez + kock architekten Generalplaner GmbH aus Stuttgart mit dem Interimsopernhaus schaffen. Statt die Bühne, den Publikumsbereich und den Orchestergraben hinter den Mauern der "Naziarchitektur" zu verstecken, soll die neue Spielstätte sichtbar werden - und zwar südlich der Bayernstraße vor die Schauseite der Kongresshalle. Das neue Gebäude soll an den alten Bau angekoppelt werden, sodass dieser auch als Haupteingang, Vorhalle und anderes genutzt werden kann. Damit wird die Trennung der Funktionen, Saal und Bühne, wie sie vorgegeben ist, erfüllt, das Interimsopernhaus für die Öffentlichkeit sichtbar und präsent.
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"Etwas, das das Denkmal stört, ohne es zu zerstören" - dass wollen die Architekten und Architektinnen von bez + kock architekten Generalplaner GmbH aus Stuttgart mit dem Interimsopernhaus schaffen. Statt die Bühne, den Publikumsbereich und den Orchestergraben hinter den Mauern der "Naziarchitektur" zu verstecken, soll die neue Spielstätte sichtbar werden - und zwar südlich der Bayernstraße vor die Schauseite der Kongresshalle. Das neue Gebäude soll an den alten Bau angekoppelt werden, sodass dieser auch als Haupteingang, Vorhalle und anderes genutzt werden kann. Damit wird die Trennung der Funktionen, Saal und Bühne, wie sie vorgegeben ist, erfüllt, das Interimsopernhaus für die Öffentlichkeit sichtbar und präsent. © bez + kock architekten Generalplaner GmbH

Die BIG Bjarke Ingels Group aus Copenhagen, New York, London, Barcelona und Shenzhen dagegen sieht den Interimsbau im Innenhof des U-förmigen Torsos. Dort soll er "kulturell neue Perspektiven schaffen". Das neue Gebäude soll an der Innenseite der der Straße näheren Seite des U angebaut werden und dabei die Symmetrie des Nazibaus brechen, indem die historisch goldene Mitte freibleibt und gleichzeitig die Sicht vom Domening Speer aus nicht gestört wird. Durch die Platzierung im Innenhof wäre das Interimsopernhaus durch die Mauern der Kongresshalle vor den hohen Schallemissionen durch den Straßenverkehr, Volksfeste und Rock im Park geschützt.
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Die BIG Bjarke Ingels Group aus Copenhagen, New York, London, Barcelona und Shenzhen dagegen sieht den Interimsbau im Innenhof des U-förmigen Torsos. Dort soll er "kulturell neue Perspektiven schaffen". Das neue Gebäude soll an der Innenseite der der Straße näheren Seite des U angebaut werden und dabei die Symmetrie des Nazibaus brechen, indem die historisch goldene Mitte freibleibt und gleichzeitig die Sicht vom Domening Speer aus nicht gestört wird. Durch die Platzierung im Innenhof wäre das Interimsopernhaus durch die Mauern der Kongresshalle vor den hohen Schallemissionen durch den Straßenverkehr, Volksfeste und Rock im Park geschützt. © BIG Bjarke Ingels Group

Einen ganz anderen Ansatz hat die Glöckner Architekten GmbH aus Nürnberg: Das neue Gebäude soll weder innerhalb noch außerhalb der Kongresshalle Platz finden, sondern darauf - beziehungsweise genauer gesagt: auf dem Dach des südlichen Nebengebäudes. Das würde bewirken, dass die die Dimensionen des Größenwahns aus dieser Distanz erfahr- und erfassbar wären und gleichzeitig die von den Nazis kreierte Idylle am Duzendteich gebrochen wird. Das Interimsopernhaus soll sich mit einer Terrasse zur Stadt hin öffnen und damit dem Nazigebäude den Rücken kehren.
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Einen ganz anderen Ansatz hat die Glöckner Architekten GmbH aus Nürnberg: Das neue Gebäude soll weder innerhalb noch außerhalb der Kongresshalle Platz finden, sondern darauf - beziehungsweise genauer gesagt: auf dem Dach des südlichen Nebengebäudes. Das würde bewirken, dass die die Dimensionen des Größenwahns aus dieser Distanz erfahr- und erfassbar wären und gleichzeitig die von den Nazis kreierte Idylle am Duzendteich gebrochen wird. Das Interimsopernhaus soll sich mit einer Terrasse zur Stadt hin öffnen und damit dem Nazigebäude den Rücken kehren. © Glöckner Architekten GmbH

Die gmp International GmbH (Hamburg, Berlin, Aachen, Shanghai, Peking, Shenzhen und Hanoi) entscheidet sich für eine Platzierung im Innenhof, um diesen zum Leben zu erwecken und ihn zu einem Veranstaltungs-, Aufenthaltsort und Treffpunkt gleichermaßen für Musiker und Musikerinnen, Künstlerinnen und Künstler, Gewerbetreibende und Zuschauerinnen und Zuschauer zu machen. Dafür würden vor allem Eingänge innerhalb des Innenhofs in die Kongresshalle führen, sodass der Innenhof automatisch zu einem Aufenthalts- und Kulturort wird. Der Baukörper wird dabei nicht direkt an den Torso angeschlossen, sondern steht frei, wenn auch seitlich, im Innenhof.
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Die gmp International GmbH (Hamburg, Berlin, Aachen, Shanghai, Peking, Shenzhen und Hanoi) entscheidet sich für eine Platzierung im Innenhof, um diesen zum Leben zu erwecken und ihn zu einem Veranstaltungs-, Aufenthaltsort und Treffpunkt gleichermaßen für Musiker und Musikerinnen, Künstlerinnen und Künstler, Gewerbetreibende und Zuschauerinnen und Zuschauer zu machen. Dafür würden vor allem Eingänge innerhalb des Innenhofs in die Kongresshalle führen, sodass der Innenhof automatisch zu einem Aufenthalts- und Kulturort wird. Der Baukörper wird dabei nicht direkt an den Torso angeschlossen, sondern steht frei, wenn auch seitlich, im Innenhof. © gmp International GmbH

Auch die Hilmer Sattler Ahlers Albrecht Gesellschaft von Architekten mbH aus München und Berlin verorten das Interimsgebäude im Innenhof der Kongresshalle. Es soll an die der Straße näher liegenden Seite des U angebaut werden. Dabei soll der Eingang von außen über die Kongresshalle stattfinden, sodass er auch mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar ist.
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Auch die Hilmer Sattler Ahlers Albrecht Gesellschaft von Architekten mbH aus München und Berlin verorten das Interimsgebäude im Innenhof der Kongresshalle. Es soll an die der Straße näher liegenden Seite des U angebaut werden. Dabei soll der Eingang von außen über die Kongresshalle stattfinden, sodass er auch mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar ist. © Hilmer Sattler Ahlers Albrecht Gesellschaft von Architekten mbH

Weil dem historischen Bestandteil der Kongresshalle bei einer Verortung des neuen Gebäudes im Innenhof die Hauptrolle zukommen würde, wollen die Architektinnen und Architekten von LRO GmbH & Co. KG aus Stuttgart das Interimsopernhaus an der Außenseite platzieren. Das semitransparente Gebilde soll seitlich Richtung Straße an das Alte Gebäude angeschlossen werden, der Innenhof soll in diesem Konzept nicht genutzt werden. Der Eingang zum Saal befindet sich dementsprechend auch an dem neuen Gebäude, die Kongresshalle wird damit nur wenig genutzt.
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Weil dem historischen Bestandteil der Kongresshalle bei einer Verortung des neuen Gebäudes im Innenhof die Hauptrolle zukommen würde, wollen die Architektinnen und Architekten von LRO GmbH & Co. KG aus Stuttgart das Interimsopernhaus an der Außenseite platzieren. Das semitransparente Gebilde soll seitlich Richtung Straße an das Alte Gebäude angeschlossen werden, der Innenhof soll in diesem Konzept nicht genutzt werden. Der Eingang zum Saal befindet sich dementsprechend auch an dem neuen Gebäude, die Kongresshalle wird damit nur wenig genutzt. © LRO GmbH & Co. KG

Im Gegensatz dazu will Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH aus Berlin wollen mit dem historisch besetzten Gebäude der Kongresshalle mit "Adaption, Umcodierung und Subversion" umgehen. Das heißt, die vorhandene Baustruktur soll so viel wie möglich verwendet werden. Neben Büros, Garderoben und Co. soll sich daher auch die Bühne im bestehenden Gebäudebogen der Kongresshalle befinden. Angebaut wird sowohl außerhalb des Rings als auch im Innenhof, wo die Hinterbühne und das Auditorium untergebracht werden sollen. Für den Haupteingang soll eine freistehende Fassade gebaut werden. Statt den Hof ungenutzt zu lassen, fordert dieses Konzept das genaue Gegenteil: Er soll bepflanzt werden und Wege und kleine Seen bekommen, sodass der "Garten der Erneuerung" ein Freizeit- und Lernort wird, "der quasi von selbst aus dem Schutt der Ruine emporwächst".
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Im Gegensatz dazu will Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH aus Berlin wollen mit dem historisch besetzten Gebäude der Kongresshalle mit "Adaption, Umcodierung und Subversion" umgehen. Das heißt, die vorhandene Baustruktur soll so viel wie möglich verwendet werden. Neben Büros, Garderoben und Co. soll sich daher auch die Bühne im bestehenden Gebäudebogen der Kongresshalle befinden. Angebaut wird sowohl außerhalb des Rings als auch im Innenhof, wo die Hinterbühne und das Auditorium untergebracht werden sollen. Für den Haupteingang soll eine freistehende Fassade gebaut werden. Statt den Hof ungenutzt zu lassen, fordert dieses Konzept das genaue Gegenteil: Er soll bepflanzt werden und Wege und kleine Seen bekommen, sodass der "Garten der Erneuerung" ein Freizeit- und Lernort wird, "der quasi von selbst aus dem Schutt der Ruine emporwächst". © Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH

Der Entwurf von Snøhetta AS (Oslo, New York, Innsbruck, San Francisco, Paris, Hong Kong, Adelaide) lokalisiert das Interimsopernhaus an einer ganz anderen Stelle. Da der Innenhof leer bleiben sollte, soll sich das neue Konstrukt außerdem des Gebäudebogens befinden, aber nicht zur Bayernstraße orientiert, sondern Richtung Duzendteich schauend. Damit soll es das Stadtleben in den Park ziehen und das Leben dort aktivieren und kollidiert so nicht mit dem Volksfestplatz. Die verschiedenen flachen Dächer des neuen Gebäudes sollen bepflanzt werden und damit der Natur gewähren, Teil des Interimsopernhauses und der Kongresshalle zu werden. Auf einem Teil des Gebäudebogens soll außerdem eine für das Publikum zugängliche Terrasse entstehen.
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Der Entwurf von Snøhetta AS (Oslo, New York, Innsbruck, San Francisco, Paris, Hong Kong, Adelaide) lokalisiert das Interimsopernhaus an einer ganz anderen Stelle. Da der Innenhof leer bleiben sollte, soll sich das neue Konstrukt außerdem des Gebäudebogens befinden, aber nicht zur Bayernstraße orientiert, sondern Richtung Duzendteich schauend. Damit soll es das Stadtleben in den Park ziehen und das Leben dort aktivieren und kollidiert so nicht mit dem Volksfestplatz. Die verschiedenen flachen Dächer des neuen Gebäudes sollen bepflanzt werden und damit der Natur gewähren, Teil des Interimsopernhauses und der Kongresshalle zu werden. Auf einem Teil des Gebäudebogens soll außerdem eine für das Publikum zugängliche Terrasse entstehen. © Snøhetta AS