Dienstag, 20.10.2020

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Kultur in Corona-Gefahr: Künstler aus der Region veranstalten "Kunstgebung"

Prominente Vertreter machen vor der Meistersingerhalle auf ihre Situation aufmerksam - 14.10.2020 15:40 Uhr

Kulturschaffende aus Nürnberg und Umgebung wollen am Montag zeigen, warum der Kulturtanker ohne Hilfe bald untergeht.

© Screenshot


"Künstler*innen aus Franken machen mit kreativer Vehemenz auf ihre Situation aufmerksam", heißt es in der Pressemitteilung. Die "Kunstgebung" auf dem großen Parkplatz vor der Meistersingerhalle in Nürnberg soll bühnenwirksam und effektvoll zeigen, wie wichtig Kulturvielfalt für die Gesellschaft ist und wie stark die Veranstaltungsbranche Hilfe benötigt.

"Für die Öffentlichkeit mag es den Anschein haben, als würde der Kulturbetrieb wieder zu einer neuen Normalität zurückgefunden haben", so die Veranstalter. Aber: "Das entspricht nicht der Wirklichkeit!" Viele freiberuflich Tätige hätten seit einem halben Jahr Verdienstausfälle von 80 bis 100 Prozent zu verzeichnen. Künstlern, Technikern, Bühnenbildnern, Ausrüstern und vielen anderen in der freien Kulturbranche Tätigen stehe das Wasser bis zum Hals. "Der lichterloh brennende Kulturtanker geht unter!"

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Bayerns neue Corona-Regeln auf einen Blick

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Mitwirkende der S.O.S.-Kulturbranche-Kunstgebung sind Viva Voce, Matthias Egersdörfer, TBC, Michl Müller, Bernd Händel, Norbert Neugirg (Kommandant der Altneihauser Feierwehrkapell’n), Ines Procter, Matthias Walz, Oliver Tissot, Atze Bauer, Pino Barone, Alexander Göttlicher, Bernhard Ottinger, Luna Mittig, Dieter Weberpals, Oliver Schott, Gankino Circus, Marc Vogel, Martin Cernan und viele andere.


Kulturhauptstadt: Wer macht das Rennen?


Ein Dutzend Wünsche richten Kulturschaffende an Politik und Öffentlichkeit. "Die Vielfalt der Wünsche versucht die Vielfalt in der Kulturbranche und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse abzudecken", heißt es. Hier die ganze Liste:

1. Pauschaler monatlicher Zuschuss zur Abfederung von Einnahmeverlusten als Sicherung der Lebenshaltungskosten von Selbstständigen und Freiberuflern für den Zeitraum der Pandemie und ihrer Folgen.

2. Ausweitung der Förderungen auf alle Tätigkeiten im Kulturbereich unter Einbeziehung von Nicht-KSK-Mitgliedern und Nebenerwerbskünstlern.

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Signalrot: Night of Light macht auf strauchelnde Eventbranche aufmerksam

Friseure, Betreiber von Fitnessstudios oder Einzelhändler: All die, die anfangs stark von der Corona-Krise betroffen waren und ihre Geschäfte auf Eis legen mussten, können mittlerweile wieder Einnahmen generieren. Nur eine Branche ist von den Lockerungen fast völlig ausgenommen: Die Event- und Veranstaltungsbranche. Viele sind wegen Corona in ihrer Existenz bedroht - mit alarmierendem Rot macht die Branche jetzt auf sich aufmerksam.


3. Verlängerung der Soforthilfe sowie eine bundesweit klare Regelung, welche Betriebsausgaben von der Soforthilfe abgerechnet werden dürfen.

4. Überbrückungsprogramm für Unternehmen der Kulturbranche zum Ausgleich von Umsatzeinbrüchen über 60%, bzw. Zuschuss von 80% aller Fixkosten.

5. Ticketpauschalen, um Verluste durch reduzierte Zuschauerzahlen auszugleichen.

6. Das faktische Tätigkeitsverbot von freischaffenden Live-Künstlern soll als entschädigungsfähig anerkannt werden.

7. Schutz der Altersvorsorge in Form von Vermögen wie Lebensversicherung, Sparguthaben, Wertanlagen.

8. Verlängerung tilgungsfreier Phasen bei Krediten und Reduzierung der Risikoklassifizierung für Künstler. Wir zahlen derzeit die höchsten Zinssätze.

9. Einführung von staatlich bezuschussten Corona-Schnelltests bei Veranstaltungen.

10. Keine kostenlose Kreativleistungen, Vorspiele, Auftritte, Lesungen, Pitches mehr für öffentliche Veranstalter

11. Bundesbeauftragte für die Veranstaltungswirtschaft, Einrichtung eines Ausschusses für die Veranstaltungswirtschaft im Deutschen Bundestag.

12. Last but not least steht der Wunsch, dass staatliche Organisationen, Kommunen, öffentliche Einrichtungen und Firmen, die gut durch die Krise kommen, verstärkt Künstler für kommende Veranstaltungen, Feste und Events buchen und sich verpflichten, ihre Etats in den nächsten Jahren für Künstlerauftritte zu erhöhen. Außerdem wünschen wir uns, dass unser Publikum die Veranstaltungen, die derzeit unter Hygieneauflagen möglich sind, wahrnimmt.

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