Kulturhauptstadt 2025: Ein Zeltdach für gute Ideen

1.7.2019, 12:30 Uhr
Architekt Benedikt Buchmüller und Charlotte Haas von N.ORT erläuterten begeistert das Konzept des Kulturhauptstädtlas, das vor allem von Beteiligung aller lebt. Wer will, kann noch mitmachen.

Architekt Benedikt Buchmüller und Charlotte Haas von N.ORT erläuterten begeistert das Konzept des Kulturhauptstädtlas, das vor allem von Beteiligung aller lebt. Wer will, kann noch mitmachen. © Foto: Stefan Hippel

Bis die "große" Kulturhauptstadt eröffnet werden kann, sind noch etliche Hürden zu nehmen. Die Macher von N.ORT, einer Initiative von mutigen und fleißigen Menschen mit Interesse an allen möglichen Formen von Kultur, aber auch an Nachhaltigkeit und Zukunftsfragen, hat auf der traditionell abweisenden, selten belebten Fläche am Rand der Altstadt fliegende Bauten errichtet, die jetzt für einen Monat Leben mitbringen.

Für seine Masterarbeit im Fach Architektur hat Benedikt Buchmüller diese Konstruktion erdacht, aber schon mit dem Hintergedanken, sie auch zu bauen: Douglasien-Balken sind mit einem Zapfensystem zur imaginierten Halle zusammengefügt, luftgefüllte weiße Kissen (ein Abfallprodukt aus der Transportbranche) bilden das Dach, dazwischen sthen Elemente aus alten Beton-Schalbrettern als Sitzgelegenheit, Tisch, Bühne, Buffet.

All das braucht man, um für vier Wochen Kulturhauptstadt zu üben. Die Initiative hat nicht nur den Platz bebaut, sondern mit Unterstützung des Uni-Zusammenschlusses Leonardo, der Innovation unterschiedlichster Art fördert, dem Urban Lab, das Projekte zur neuen Stadtraum-Entwicklung umsetzt, und dem Kulturhauptstadt-Bewerbungsbüro ein üppiges Programm zusammengestellt. bis 28. Juli gibt es täglich außer Montag ab Nachmittag was zu erleben. Das sind Workshops von der Reparaturwerkstatt bis zum Bürgerengagement, Kinderangebote, Umwelt-Diskursforen, Theateraufführungen und viel, viel Musik. "Wir wollen hier auch nicht jeden Tag ab 14 Uhr als Veranstalter stehen und alles dirigieren, es ist als Einladung an alle gedacht, die mitmachen wollen", betont Mitinitiator Konrad Ehelebe.

Dafür gibt es eine kulinarische Ecke, die von N.ORT bestückt wird mit Leckereien aus gespendeten Lebensmitteln, die sonst weggeworfen würden, mit einem ausgeklügelten Abwaschsystem zum Selberspülen, mit einer Soundanlage von der MUZ - Musikzentrale Nürnberg e.V. und einen Toilettenwagen um die Ecke.

Das Schauspielhaus als unmittelbarer Nachbar unterstützt die Kulturhauptstädtla-Erbauer. "Als ich das gesehen habe, habe ich mir gewünscht, dass dieser Bau nie mehr weg geht", schwärmt Schauspiel-Chef Jan Philipp Gloger. Er findet, dass der Grundgedanke vom Austausch und allen möglichen Bürger-Gruppen und Kulturschaffenden genau in sein Theater-Konzept passt.

Auch Kulturreferentin Julia Lehner bestärkt die jungen Leute in ihrem Vorhaben: "Ich habe schon beim Probe-Aufbau auf AEG vorbeigeschaut, das Konzept entspricht genau dem partizipativen Gedanken, den wir uns für die ,große‘ Kulturhauptstadt wünschen.

Also alles richtig gemacht? Das wird sich zeigen, wenn in den nächsten Wochen quasi nonstop Programm gemacht wird unterm lichten Polsterdach: Dienstags gibt es Filme, am 7. Juli eine Diskussion zur nachhaltigen Entwicklung, am 13. Juli "Lyrik to go", am 19. Juli "Holywow Yoga". Diese Programmpunkte spiegeln nur die Vielfalt, den großen Rest findet man im Programmheft und unter www.n-ort.de

2 Kommentare