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Sonntag, 20.10.2019

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Liebesdienst am Cowboysound

Seit zehn Jahren versorgt das Magazin «Wheel Country Mail« die Szene - 02.02.2009

Country zum Lesen: «Wheel»-Herausgeber Herbert Arnold. © Stefan Gnad


Eigentlich wollte Herbert Arnold gar kein Country-Magazin herausbringen. Schließlich ließ ihm sein Vollzeit-Job bei einem Autohaus gar keine Zeit dafür. Aber als die Vorgänger-Zeitschrift, für die der passionierte Country & Western-Fan sporadisch Artikel verfasst hatte, vor zehn Jahren eingestellt wurde, traten dann doch so viele Leute aus der Szene an ihn heran, dass Arnold seine Bedenken hintenanstellte und das Magazin Wheel Country Mail ins Leben rief.

«Schritt nach vorne mit RF«

Anfangs beschränkte sich der Inhalt hauptsächlich auf Konzert-Reviews, heute ist die Themenpalette wesentlich breiter gefächert: Neben vorwiegend regionalen Konzertvorschauen und -rückblicken, erfährt man allerhand Neuigkeiten aus der deutschen und amerikanischen Szene, sowie Hintergründiges über Bands und Musiker. Es gibt einen umfangreichen CD-Rezensionsteil, Reisetipps für die USA oder fundierte Aufsätze zu bestimmten Sub-Genres der äußerst vielfältigen Countrymusic. Für Neulinge kurios: «Rosi’s Linedance Kurs«, wo einzelne Formationstänze verbal choreografiert werden: «Schritt nach vorn mit RF – LF nach vorn kicken / Schritt zurück mit LF – RF an LF heransetzen...«

Innerhalb der ersten zehn Jahre hat sich die Auflage des Wheel-Magazins von 500 auf 1250 Exemplare gesteigert, die Leserschaft kommt aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. 14 Country-Enthusiasten erstellen die Zeitschrift monatlich als redaktionelle oder freie Mitarbeiter – selbstredend eher eine Liebesarbeit als ein kommerziell einträgliches Unterfangen. Seinem erklärten Ziel, die Country-Musik so vielen Leuten wie möglich nahe zu bringen, ist Herbert Arnold aber wohl ein kleines Stück nähergekommen.

Ohne Hut ist nicht gut

«Country hat eine Riesenvielfalt" erklärt Arnold seine Begeisterung für ein Genre, welches für ihn auch Artverwandtes wie Cajun, Zydeco oder Rockabilly mit einschließt, das aber nach wie vor mit vielen Klischees behaftet ist. Klischees, die, wie Arnold einräumt, von Musikern und Fans aber auch mit Hingabe gepflegt werden: ohne Hut und Stiefel fühlt sich auch der fränkische Cowboy nackt – zumindest in der traditionellen Szene.

Zur Feier des zehnjährigen Jubiläums lädt Wheel am 13. Februar ab 20 Uhr zur großen Country-Fete in das Gesellschaftshaus Nürnberg Gartenstadt, Buchenschlag 1. Neben den fränkischen Bands «Texas Rooster« und «Amarillo« macht sich Herbert Arnold mit einem Auftritt des US-Sängers Cody Jinks, welchen er in einer Bar in Fort Worth, Texas, entdeckt hat, selbst ein Geburtstagsgeschenk.

Peter Gruner

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