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"Offen Auf AEG": Kunstmarathon in Nürnberg

Auch die siebte Auflage lockt mit vielfältigem Ausstellungsprogramm - 09.09.2016 13:37 Uhr

Blick in die große Werkschau in Halle 20 mit Elizabeth Thallauers Bodenskulptur aus tausenden bunter Plastikhalme © Stefan Hippel


Nachdem das AEG-Werk 2007 endgültig geschlossen wurde, hat sich das riesige Gelände zwischen Muggenhofer und Fürther Straße höchst erfolgreich zum Standort für Künstler, Kultur- und Forschungseinrichtungen entwickelt. Fast alle öffnen nun ihre Türen, im Zentrum stehen jedoch die großen Kunstausstellungen: die Werkschau der hier ansässigen Künstler in Halle 20 und das Gastspiel des Leipziger Festivals für Fotografie in Halle 15.

Fast alle der 75 Künstler, die ihre Ateliers nebenan auf dem Nordareal haben, sind bei der Werkschau dabei, die erstmals kuratiert wurde - von der Kunsthistorikerin Natalie de Ligt. Der Schwerpunkt liegt dabei klar auf der Malerei. Sie reicht von Chang Min Lees Pinguinen, die sich in eine strahlend sommerliche  Alpenlandschaft verirrt haben, bis hin zu abstrakten Werken von erstaunlicher Spannkraft.

Auch die Bildhauer sind mit markanten Werken vertreten, darunter ist Christian Rösners überlebensgroße Holzskulptur eines Mannes, dessen Kopf in den Vorderbeinen einer Heuschrecke steckt. Passender Titel "Das Leben ist gefährlich." Tom Karg hat Pingpong-Schläger aus dickem Holz und Tennisbälle ausgelegt. Eine Verführung zum Spiel, der man leider nicht folgen darf.

Ein brisantes und topaktuelles Thema greift die Ausstellung des Leipziger Festivals für Fotografie in Halle 15 auf. Es geht um die Wirkungsweise der Bilder, der medialen vor allem, aber auch der privaten, die über die sozialen Netzwerke verbreitet werden. Die Ausstellungsmacher fragen dabei: Müssen wir uns angesichts der Flut der Bilder schützen, können sie auch zu einem Instrument des Terrors werden, oder sind die Bilder notwendig, um sich in die Welt zu verstricken und an ihr teilzuhaben?

Ein Aufhänger der Schau ist das Bild des toten syrischen Jungen Alan Kurdi, der vor der türkischen Küste ertrunken war. Das Foto erschien am 3. September 2015 weltweit in den Medien und entfachte eine heftige Diskussion, ob man solche Bilder zeigen darf oder nicht. Die Ausstellung, die auch historische Fotografien und Reportagen zeigt, macht dabei auch klar: Bilder, wenn sie von den Menschen und ihren Schicksalen erzählen, entfachen Empathie und sind notwendig.

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Natürlich lohnt sich auch der Besuch der zahlreichen anderen Ausstellungen, etwa  in der Akademie-Galerie, der ehemaligen Zentrifuge und in den offenen Ateliers des laufenden Kunstbetriebs. Geöffnet sind die Ausstellungen an beiden Tagen von 12 bis 19 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen unter: www.aufaeg.de

  

ru

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