Perry Rhodan-Reihe: Ein Ende ist nicht in Sicht

29.1.2019, 10:37 Uhr
Perry Rhodan wird nicht müde: Cover des Heftes, das im Februar erscheint.

© Pabel-Moewig Verlag/dpa Perry Rhodan wird nicht müde: Cover des Heftes, das im Februar erscheint.

"30 Bände, wenn es gut geht vielleicht sogar 50!" Das war das Ziel der jungen Autoren Karl-Herbert Scheer und Walter Ernsting, als sie 1960 beschlossen, eine Weltraumserie zu schreiben. Immer abwechselnd, jede Woche ein Heft. Ihr Titelheld: der amerikanische Astronaut Perry Rhodan. Er fliegt als erster Mensch zum Mond und trifft dort Außerirdische. Diese helfen ihm den kalten Krieg zu beenden und zeigen der Menschheit den Weg zu den Sternen . . .

Dritte Autorengeneration

Inzwischen schreibt bereits die dritte Generation von Autoren an den Abenteuern von Perry Rhodan, die seit 1961 ununterbrochen jede Woche erscheinen. Um das zu ermöglichen, perfektionierte das Perry-Rhodan-Team die literarische Arbeitsteilung: Exposé-Redakteure entwickeln die Handlung oft für hundert Hefte im Voraus, welche die einzelnen Autoren dann ausformulieren.

"Wir sind damit die längste fortlaufende Geschichte der Welt", freut sich Exposé-Autor Christoph Dittert alias Christian Montillon. "Von ‚Jerry Cotton‘ gibt es zwar noch mehr Hefte, aber das sind Einzel-Abenteuer, keine fortlaufende Story."

Gemeinsam mit seinem Kollegen Wim Vandemaan schrieb Montillon auch den Jubiläumsband "Mythos Erde": "Ich weiß noch, wie ich die erste Szene tippte", erinnert er sich. "Es war im Sommer, ich saß in Augsburg mit den Füßen im Lech. Es war ein unglaubliches Gefühl: Riesige Freude – aber auch eine ungeheure Verantwortung."

Zeitsprung in noch fernere Zukunft

Denn mit Band 3000 will die in Ehren ergraute Serie es schaffen, auch wieder neue Leser abzuholen: "Niemand kann ja alle 3000 Hefte durchlesen, um auf dem neuesten Stand zu sein. Deshalb machen wir einen Zeitsprung: Perry Rhodan erwacht in einer noch ferneren Zukunft, die für ihn genau so unbekannt ist wie für die Leser."

In den fast 60 Jahren ihres Bestehens wuchs die Serie: Aus dem starren Gut/Böse-Schema der 60er entwickelte sich eine mehr auf Geheimnisse setzende Handlung. Zudem wurde das Angebot um Hörbücher, Comics und Nebenserien erweitert.

Einer der jüngeren Ableger ist "Perry Rhodan Neo", das seit 2011 einen Neustart der Geschichte macht: "Wir folgen im Grunde der klassischen Story, bieten aber von Anfang an mehr Tiefe bei den Charakteren und einen frischeren Stil", erzählt Ruben Wickenhäuser. Der Erlanger Perry-Rhodan-Autor verteidigt die Serie gegen ihre Kritiker: "Das sind keine schnell hingerotzten Groschenromane, sondern stilistisch saubere Arbeiten. Wir versuchen, auf dem neuesten Stand der technischen und astronomischen Erkenntnisse zu sein oder diese weiterzuspinnen – und trotzdem immer termingerecht abzuliefern."

Auch die Neo-Serie feiert in diesem Jahr ein Jubiläum: Im Mai erscheint Nummer 200 und läutet damit ebenfalls einen neuen, einsteigerfreundlichen Handlungsabschnitt ein.

Ein (bereits ausverkaufter) Perry-Rhodan-Tag findet am 9. Februar im Literaturhaus München, Salvatorplatz 1, statt.

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