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Rap gegen Diskriminierung: Nürnberg setzt starkes Zeichen

Menschenrechtsbüro entwickelte Video-Idee mit Rapper Charles Junior - 06.08.2019 13:09 Uhr

In seiner Laufbahn als Rapper hat sich Charles Junior bereits mit und durch mehr als 200 selbst geschriebene Lieder entfalten können. © TheGroupMovement GmbH


Das soll Schule machen: "Ich versuche, was zu ändern, weil wir alle eins sind", verkündigt Chadi Saad in dem kürzlich veröffentlichten Musikvideo "Gutmensch", das seit letzter Woche vor jedem Film im Multiplexkino Cinecittà gezeigt wird.

Vom Bettler auf der Straße bis zum lesbischen Pärchen, das sich vor der Lorenzkirche küsst, hält der 24-Jährige unter dem Künstlernamen "Charles Junior" das vielseitige Leben der Menschenrechtsstadt Nürnberg in Filmaufnahmen fest, um für ein solidarisches Miteinander in der Gesellschaft zu werben und es aktiv zu fördern.

"Was kann schlecht daran sein, ein guter Mensch zu sein?" fragt der Nürnberger Interpret bei der Premiere im Kinosaal in die Runde. Mit dem Liedtitel möchte er den negativ konnotierten Begriff "Gutmensch", mit dem er sich selbst identifiziere, wieder aufwerten.

Gegen Diskriminierung

Die Idee für das Video entwickelte der Künstler gemeinsam mit der Beauftragten für Diskriminierungsfragen, Ipek Erdönmez. Hintergrund für das Ganze ist, dass jemand in Nürnbergs Nachtleben Diskriminierung erfahren musste. Nähere Details wollen die beiden nicht nennen.

Um jüngeren Menschen eine Botschaft zu vermitteln, habe Saad zuerst Poetry-Slams geschrieben, berichtet Ipek Erdönmez. Da er auch musikalisch tätig gewesen war, entschied er sich, das Lied "Gutmensch" zu verfassen. Denn junge Menschen lassen sich durch Bilder und Filme am besten ansprechen und begeistern, meint die Leiterin des Nürnberger Menschenrechtsbüros, Martina Mittenhuber.

Daher fasste Chadi Saad den Entschluss, auch ein Musikvideo zu drehen, das jegliche Diskriminierungsformen wie die Benachteiligung aufgrund des Alters, der sexuellen Orientierung oder der Herkunft thematisiert. Dabei war es ihm wichtig, die schönen Seiten des Zusammenlebens darzustellen, statt nur zu kritisieren. Mit erhobenem Zeigefinger könne man nicht überzeugen. "Ich fing an zu schreiben, um die Schwachen zu erreichen und denen, die es brauchen, eine Freude zu bereiten", singt der junge Künstler.

Bundesministerium und Cinecittà unterstützen

Finanzielle Unterstützung erhielt er aus dem Programm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das engagierte Bürger und Initiativen fördert.

Dank der Zusammenarbeit mit der Geschäftsführerin des Cinecittà, Laura Weber, wird das Musikvideo nun für einige Zeit vor Kinofilmen zu sehen sein. Charles Junior hingegen möchte sich jetzt erst einmal seinem Unternehmen "The Group Movement" zur Betreuung von Social-Media-Auftritten widmen, ehe er weiter Musik produziert.

Er habe sich in seiner Laufbahn als Rapper bereits mit und durch mehr als 200 selbst geschriebene Lieder entfalten können. 

NELLIE ZIENERT

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