Rote Fahnen führen zur Kunst in Gostenhof

Blick in die Gemeinschaftsausstellung im Nachbarschaftshaus Gostenhof.

Blick in die Gemeinschaftsausstellung im Nachbarschaftshaus Gostenhof. © Michael Matejka

Das Konzept ist so bewährt wie sympathisch: Alle zwei Jahre verwandelt sich das Viertel in eine einzige große Ausstellung: Nicht nur Galerien und Ateliers dienen als Plattform für Kunst und Design, sondern auch Läden, Kneipen, Cafés, Kirchen und Büros. Die Ausstellungsorte werden in diesem Jahr zu den 7. Ateliertagen übrigens erstmals mit großen roten, wetterfesten Fahnen vor der Türe markiert.

Erfolgsgeschichte

Ausgedacht haben sich das Konzept vor über zehn Jahren der Künstler Bernd de Payrebrune und seine Kollegin Rita Kriege bei einem Glas Wein – natürlich in einer Gostenhofer Kneipe. Im Vergleich zu heute liest sich die Bilanz von 1998, als der Startschuss für die Ateliertage fiel, nachgerade mager: 34 Künstler stellten damals an sieben Orten aus, 22 offene Ateliers lockten die Besucher.

Zur siebten Auflage, die nun vor der Tür steht, vermelden die ehrenamtlichen Organisatoren, die von der Stadt einen Zuschuss von 2000 Euro erhalten, wieder einmal einen Rekord: 102 Künstler stellen an 35 Orten aus, 87 Ateliers und Werkstätten sind an den beiden Sonntagen, 18./25. Oktober (jeweils 11-18 Uhr) geöffnet. Dazu kommen 50 Veranstaltungen im Rahmenprogramm. Der Besucher hat also die Qual der Wahl. Zur Orientierung gibt es ein kostenloses Heft, das an vielen Orten ausliegt. Empfehlenswert ist zudem der Besuch der Überblicksschau im Nachbarschaftshaus. Hier stellen sich die Künstler mit jeweils einer Arbeit als Appetithappen vor. Wer mehr sehen oder sich mit den Künstlern unterhalten möchte, der geht einfach in deren Ateliers. Auf eine Jury, die über eine Teilnahme entscheidet, verzichten die Organisatoren übrigens ganz bewusst: «Das passt nicht hierher«, sagt Payrebrune.

Führungen

Knapp 18000 Besucher kamen beim letzten Mal - eine Zahl, die man gerne wieder erreichen möchte. «Die Veranstaltung ist mittlerweile ist über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt«, sagt Laurentiu Feller vom Organisationsteam. Payrebrune untermauert das: «2007 wurden Werke im Wert von über 15000 Euro verkauft.«

Eröffnet werden die Kunsttage am Freitag, 16. Oktober, 20 Uhr, im Nachbarschaftshaus (Adam-Klein-Str. 6) Zu sehen ist die dortige Ausstellung bis 25. Oktober, Do./Fr. 19-21, Sa. 15-19, So. 11-18 Uhr. Hier starten auch an den beiden Sonntagen jeweils um 11.30 und 14.30 Uhr Führungen durch die Ateliers.