Straßencafé-Atmosphäre im ehrwürdigen Museum

17.7.2009, 00:00 Uhr
Entspannte mediterrane Atmosphäre wie im Straßencafe von Nizza vermittelte das Cedric Le Donne-Trio im Germanischen Nationalmuseum.

Entspannte mediterrane Atmosphäre wie im Straßencafe von Nizza vermittelte das Cedric Le Donne-Trio im Germanischen Nationalmuseum. © Daut

Im Hintergrund klappert Geschirr, große Lichtkegel fallen durch das Glasdach. Die «Soft Winds«, mit denen das Trio beginnt, tauchen das Germanische Nationalmuseum in südländische Straßencafé-Atmosphäre. Die Zuhörer werden von einer heiteren Melodie umgarnt, die sich im folgenden Stück «Wave« fortzusetzen scheint, wobei hier bereits die ersten rhythmischen Brüche jazzige Artistik ankündigen. Schon seit zehn Jahren spielen der Schlagzeuger Cédric Le Donne, sein Cousin Johan Ripert und Kontrabassist Fréderic La Croix zusammen. Was zu Schulzeiten begann, wurde durch das Studium am Konservatorium in Nizza weiter ausgebaut. Während La Croix am Kontrabass sinnliche Momente gestaltet, die mit unvermuteten, widerspenstigen Ideen wechseln, wirken die Soli von Gitarrist Ripert wie lange Gedankenketten aus eigensinnigen Noten.

Zusammengehalten werden diese beiden Richtungen durch den Schlagzeuger, der mit Einfühlsamkeit und Witz dezent dirigiert. Der Schwerpunkt des Trios liegt bei Jazz-Standards und Blues aus den 1960ern. Auch wenn zu Stücken wie «O Grande Amor« ein abgedunkelter, weniger belebter Raum besser passen würde, bekommen die schnellen, wilden Melodien in «Says You« eine amüsante Facette durch vorbeischlendernde Museumsbesucher, die beim Gehen im Takt mitwippen. Die ersten Nummern sind leicht und kurz, doch als sich die Musiker warm gespielt haben, werden ihre Improvisationen immer länger und komplexer. Im anschließenden Gespräch verrät La Croix: «Wir sind überrascht, wie konzentriert das deutsche Publikum zuhört. Bei uns hätten sich dauernd alle unterhalten.« Am 18. Juli ist das «Cédric Le Donne-Trio« übrigens beim Nizza-Fest im Historischen Rathaus zu hören.