Dreharbeiten am Hafen

Unter Nürnbergs Gangs: David O. Riedel spielt in "Macho Man 3" mit

9.7.2021, 09:22 Uhr
David O. Riedel spricht als Dr. de Masi am Nürnberger Hafen zu den Gangs der Stadt. Er spielt im Film „Macho Man 3“ den Bösewicht.

David O. Riedel spricht als Dr. de Masi am Nürnberger Hafen zu den Gangs der Stadt. Er spielt im Film „Macho Man 3“ den Bösewicht. © Foto: Christian Düwel / SkySnaps

Herr Riedel, stört Sie Ihr Vollbart nicht unter der FFP2-Maske im Alltag?

David O. Riedel: Das geht schon. Den Bart hat meine Figur, der verrückte Dr. Stefan de Masi, daher muss ich den Bart stehen lassen.

Wie läuft‘s denn mit Corona derzeit am Set vom "Macho Man 3" in Nürnberg?

Riedel: Wir drehen ja gefühlt überall in der Stadt. Und es funktioniert mit Hygienekonzept und Abständen erstaunlich gut. Unser Regisseur Davide Grisolia ist ja super entspannt. Wir werden permanent getestet und müssen drei Tage vor einem Dreh in Quarantäne bleiben. Schade ist, dass es weniger Austausch mit Komparsen und anderen Mitarbeitenden gibt – es sind einfach viel weniger Leute an den Drehtagen vor Ort, wegen Corona. Alles hat sich nach hinten verschoben – die Premiere wird erst 2022 sein, im Cinecittà in Nürnberg. "Macho Man" hat ja eine riesige Fangemeinde, nicht nur, aber vor allem in Nürnberg, nicht zuletzt, seit Peter Althof seit dem zweiten Teil die Produktion übernommen hat.

Wie wirkt sich die Pandemie auf das Schauspielern aus?

Riedel: Ein bisschen intimer finde ich die Atmosphäre, eben weil weniger Menschen rumstehen als sonst. Die Intensität ist größer, in emotionalen Szenen vor allem.

Wo haben Sie denn bisher in Nürnberg "Macho Man 3" gedreht?

Riedel: In der Nähe des Hafens – da habe ich in meiner Rolle zu den Nürnberger Gangs gesprochen. Dann waren wir auch im Cinecittà und in einem Bordell (lacht). Da war aber wegen des Lockdowns nur der Hausmeister kurz da – sonst niemand. Außerdem waren wir mal in einem legalen Waffenladen in der Waffenkammer. Da wurde aber nicht geschossen!

Kann die Schauspielerei derzeit irgendwie helfen, etwa in Zoom-Meetings?

Riedel: Man könnte schon mal versuchen andere Rollen einzunehmen. Warum nicht mal mit Freunden digital Improtheater spielen?


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Wie zum Beispiel?

Riedel: Indem einer spontan sagt: "Ich war gestern in London und habe die Pizza meines Lebens gegessen." Darauf müssen die anderen reagieren. Oder "Leute, ich habe letzte Woche heimlich geheiratet!". Man kann dann auch seine eigenen Emotionen beobachteten und wie ich mit meiner Rolle zufrieden bin oder nicht. Und mich fragen, was macht das gerade mit mir. Vielleicht kann durch den kreativen Prozess eine positive Stimmung entstehen. Ich fände das lustiger, als nur über Corona, Masken und Impfen zu sprechen.

Geht das mit Kindern auch? Man kennt Spazierwege inzwischen ja auswendig.

Riedel: Klar geht das. Kinder könnten zum Beispiel mal zehn Minuten lang die Eltern spielen und umgekehrt. Oder man liest ein Märchen vor und alle spielen das dann kreativ im Wald nach. Draußen gibt es da genug Optionen. Kinder haben so viel Phantasie, das kann man einfach mal laufen lassen.


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Wie geht es Ihren Schauspielkollegen?

Riedel: Ich kenne viele, die schon aufgegeben und sich ganz andere Jobs gesucht haben. Zum Glück war ich auf mehrere Standbeine aufgestellt und habe daher auch keine Förderung beantragen müssen. Zu Not könnte ich einen Nebenjob ausweiten.

Was machen Sie sonst noch?

Riedel: Üben, Texte lesen, planen für die Zeit nach Corona oder mögliche Lockerungen im Sommer. Da freue ich mich auf Theater mit meinen beiden Ensembles "Theater aus dem Kulturkammergut" und dem "Spin Off Theater". Die Menschen sehnen sich ja nach Theater, nach Konzerten, jeder möchte Kultur aufsaugen. Trotz Corona konnte ich zwei Filme beim Nürnberger Synchronstudio "Aaron Film" einsprechen: einen Horrorfilm und ein Drama.

Sie machen ja auch Musik als Sänger mit Ihrer Band "Jules Werna". Irgendwie schreibt jeder ein Buch oder bringt ein Album raus. Wie wirkt sich das auf die Qualität aus?

Riedel: Was ich so höre, ist ziemlich gut. Viele Künstler nehmen sich mehr Zeit und gehen mehr in die Tiefe. Die Qualität ist durchaus gut. Meine Musik mache ich eher als Hobby für mich, wenngleich unser Song "Nebel" auf Bayern3 lief. Mir macht es großen Spaß mit meinen Kollegen Martin Gutgesell und Joachim Zons zu experimentieren. Etwa einer unserer neuen Songs heißt "Gold", da geht es um einen
Sonnenaufgang und eine wohlige, schöne Message soll rüberkommen auf einem ganz normalem Soundgerüst.

Wo kann man Sie derzeit sehen?

RiedelAuf dem Streamingdienst "Joyn" in der True-Crime-Serie "Killer Frauen" oder in der Mystery-Pseudo-Doku-Serie "Mystery Hunters".

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