Ausstellung

Museum für Kommunikation: Neuer Bereich feiert 25 Jahre Smartphone

11.9.2021, 19:24 Uhr
Ein Smartphone ersetzt die vielen Geräte, die im Hintergrund zu sehen sind.  

Ein Smartphone ersetzt die vielen Geräte, die im Hintergrund zu sehen sind.   © Stefan Hippel, NNZ

Früher war alles schwerer. Jedenfalls, wenn es um Anzahl und Gewicht der elektronischen Geräte ging, die der moderne Mensch in einer großen Tasche mit sich trug. Da war ein Apparat, aus dem Musik dudelte, außerdem einer fürs Radio, es gab auch ein kleines Fernsehgerät. Dann noch ein Fotoapparat. Wer starke Muskeln und genügend Geld hatte, durfte eins dieser kiloschweren Mobiltelefone stolz mit sich herumschleppen. All diese Funktionen vereint das Smartphone in sich - und die Internetfähigkeit gibt es außerdem als dicke, rotglänzende, vollkommen unverzichtbare Kirsche obendrauf.

Christian Bihn und Museums-Direktorin Annabelle Hornung zeigen einen Pager von T-Mobile und ein

Christian Bihn und Museums-Direktorin Annabelle Hornung zeigen einen Pager von T-Mobile und ein "Magic Link" von Sony.  © Stefan Hippel, NNZ

Vor einem Vierteljahrhundert kam das erste internetfähige Smartphone auf den Markt, der Nokia 9000 Communicator: eine Kombination von Handy und Taschencomputer. Das Museum für Kommunikation nimmt dies zum Anlass, einen neuen Bereich vorzustellen: „Smarte Welt(en)“/25 Jahre Smartphone. Gleichzeitig markiert es den Anfang einer schrittweisen Aktualisierung der Dauerausstellung des Hauses.

Im Bereich Telefonie hat Christian Bihn, wissenschaftlicher Volontär am Museum, drei Vitrinen gestaltet. In ihnen sind längst überflüssig gewordene Dinge zu sehen, etwa ein "Pager", mit dem Zahlen und Buchstaben empfangen werden konnten. Oder der "Magic Link" von Sony: ein Handheld-PC, eine Art von Mobilgerät, das per Kabel internetfähig wurde.

Waren die ersten smarten Endgeräte noch verschieden gestaltet, ähneln sich die neuen Smartphones mit ihren großen Touchscreens und den wenigen analogen Tasten. Waren die Smartphones einst so teuer, dass sie vor allem für den geschäftlichen Bereich interessant waren, sanken Preis und Tarife immer weiter und eroberten so den privaten Nutzer. Ab 2007 riss das iPhone von Apple erstmals jede Mauer ein, mit seiner künstlichen Intelligenz vermag das Smartphone nun nahezu alles, es steuert Hauselektronik und legt Musik auf. Seine Omnipräsenz hat inzwischen eine Gegenbewegung ins Leben gerufen. Manche Menschen machen "digital detox" und erlegen sich Handy-Fasten auf. Nokia brachte das "Dumbphone" auf den Markt. Das "dumme" Nokia 3310 verfügt einzig über die Funktion der Telefonie und stellt sich damit bewusst gegen die "smarten", klugen Handys.


Liken, Tweeten, Gruscheln: die Geschichte von social media.


Die immense Macht des Smartphones hat auch die Massenmedien und den Journalismus durchgeschüttelt und umgekrempelt. Die Arbeitsprozesse haben sich verändert, social media und Influencer haben sich etabliert. Auch diese Entwicklung will das Museum für Kommunikation noch in ihre Dauerausstellung einarbeiten, zusammen mit dem Lehrstuhl für Journalistik der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Mit den zehn Folgen des Podcasts "newsdesk" gibt es einen Vorgeschmack und eine Erklärung etwa der Begriffe "Whistleblower" und "Krisenjournalismus".

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