Corona: Sächsische Gemeinde kratzt an 3000er Inzidenz-Marke

Michi Endres
Michi Endres

Online-Redaktion

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20.12.2020, 17:22 Uhr
Das Coronavirus hat Sachsen besonders hart getroffen.

Das Coronavirus hat Sachsen besonders hart getroffen. © Robert Michael, dpa

Nur Tage nachdem ein Mediziner aus dem sächsischen Zittau davon gesprochen hat, dass am Klinikum Oberlausitzer Bergland schon mehrfach triagiert werden musste, weil nicht genügend Beatmungsbetten zur Verfügung stehen, schreibt der Freistaat Sachsen die nächsten Corona-Schlagzeilen: Die Gemeinde Käbschütztal im Landkreis Meißen mit 2738 Einwohnern weist einen Corona-Inzidenzwert von 2921,8 auf, nachdem 80 neue Fälle innerhalb einer Woche dazugekommen waren, wie die Sächsische Zeitung berichtet. Hinzu kommen weitere 18 Dörfer und Städte, die mindestens die 1000er Marke überschritten haben, einige davon sogar deutlich. Neben Käbschütztal liegen auch Weißkeißel (2180,7), Jonsdorf (2131,8) und Neukirch (2408,9) über einem Inzidenzwert von 2000.

Am stärksten Betroffen ist der Landkreis Görlitz, in dem insgesamt neun Gemeinden über dem Wert von 1000 liegen, aber auch die Landkreise Bautzen, Erzgebirge, Meißen, Sächsische Schweiz/Osterzgebirge, Zwickau, Mittelsachsen und Nordsachsen haben mindestens eine Gemeinde, die einen Inzidenzwert von über 1000 aufweist. Die Zahlen beruhen auf internen Unterlagen der sächsischen Staatsregierung, die der Sächsischen Zeitung vorliegen und beziehen sich auf den Stichtag 15. Dezember. Lediglich die Landkreise Leipzig und Vogtlandkreis hätten die 1000er Marke noch nicht überschritten. Zudem lägen die Werte in den kreisfreien Städten Leipzig, Dresden und Chemnitz teils deutlich darunter.

Nachverfolgung von Kontaktpersonen kaum möglich

Wie die Sächsische Zeitung weiter mit Blick auf die Unterlagen berichtet, sei eine vollständige Nachverfolgung von Kontaktpersonen der Kategorie 1, die Kontakt zu Neuinfizierten hatten, vor Ort kaum noch möglich. Lediglich der Erzgebirgskreis und der Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge konnten zu diesem Zeitpunkt noch die Marke zur Nachverfolgung von mindestens 80 Prozent dieser Personengruppe innerhalb von zwei Tagen erreichen.

Insgesamt 607 Unternehmen und Einrichtungen (mit mindestens über 20 Mitarbeitern) seien zum Stichtag landesweit direkt von Infektionen betroffen. Dazu zählen 181 Kindertagesstätten, 44 Krankenhäuser, 42 ambulante Pflegedienste sowie 243 Alten- und Pflegeheime.

Corona-Zahlen in Bayern weiterhin hoch

Aber auch in Bayern sind die Corona-Zahlen weiterhin alarmierend: Die 7-Tage-Inzidenz liegt zwar mit 218 nicht annähernd so hoch wie in Sachsen (427), aber dennoch weit entfernt von dem angestrebten Wert von 50, der ausschlaggebend dafür werden dürfte, wie lange der harte Lockdown beibehalten wird. "Die Beschlüsse müssen fortgeführt werden, wenn wir die Ziel-Inzidenz von 50 nicht erreichen", stellte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bereits nach dem Beschluss zum harten Lockdown gegenüber der Welt klar.

Wie sich die aktuellen Corona-Zahlen in Nürnberg und in der Region entwickeln, können Sie in separaten Artikel nachlesen. Alle aktuellen .