Maestro-Funktion

Darum können Sie im Ausland bald nicht mehr mit Girocard bezahlen

Alicia Kohl
Alicia Kohl

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27.10.2022, 12:51 Uhr
Bald wird die Maestro-Funktion wegfallen.

© Fleig / Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de Bald wird die Maestro-Funktion wegfallen.

Die Girocard ist eine deutsche Erfindung, auf die die Banken und Sparkassen vor vielen Jahren mal gekommen sind. Und sie hat sich durchgesetzt: Rund 100 Millionen Girocards wurden laut Angaben von Girocard an Kunden und Kundinnen in Deutschland ausgegeben. Bisher konnte man damit aber auch immer bequem im Ausland zahlen und - meist gegen eine Gebühr - auch Geld abheben, da die deutschen Banken im Ausland mit den amerikanischen Kreditkartenfirmen Mastercard und Visa zusammenarbeiten. Zahlt man also im Ausland mit der Girocard, wickeln Visa - wenn auf der Karte das Logo VPay abgebildet ist - oder Mastercard - wenn auf der Karte Maestro steht, wie es bei 90 Prozent der Girokarten der Fall ist - die Bezahlung ab.

Mastercard hat jetzt aber den Vertrag mit den deutschen Banken zum 1. Juli 2023 gekündigt, da die Funktion nicht mehr zeitgemäß sei. Wie die Verbraucherzentrale schreibt, könnte der Grund aber auch sein, dass Mastercard mehr im Online-Handel verdienen will. Wenn fürs Ausland nun eine Kreditkarte benötigt wird, werden sich mehr Menschen eine besorgen und diese dann vielleicht auch im Online-Handel verwenden.

Warum auch immer, ab dem 1. Juli 2023 werden auf jeden Fall keine Girokarten mit dem Maestro-Symbol mehr verschickt, die alten funktionieren bis zum Ende ihrer Laufzeit allerdings noch normal. Nur mit den neuen Karten kann man dann nicht mehr im Ausland zahlen. Laut der Verbraucherzentrale hat Visa bislang allerdings erklärt, dass die VPay-Funktion weiter bestehen soll.

Alternativen für Kunden und Kundinnen wär also erstmal, zum Konkurrenzsystem VPay umzusteigen. Abgesehen davon bleiben natürlich die Kreditkarten und Bargeld. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, wie die Banken mit dem Ende des Vertrags mit Mastercard umgehen werden und ob sich daraus eine neue Alternative ergibt.