Dreijähriger wurde in drei Ländern abgewiesen

Herzkrankes Kind wird Operation in deutscher Klinik verwehrt - weil seine Eltern nicht geimpft sind

ama

Online-Redaktion

3.2.2022, 08:48 Uhr
Weil die Eltern nicht geimpft waren, nahm ein Krankenhaus in Frankfurt einen Dreijährigen nicht zu einer notwendigen Operation auf (Symbolbild).

© imago images/Reichwein Weil die Eltern nicht geimpft waren, nahm ein Krankenhaus in Frankfurt einen Dreijährigen nicht zu einer notwendigen Operation auf (Symbolbild).

Der Fall einer Familie aus Zypern sorgt derzeit für Schlagzeilen: Ihr dreijähriger Sohn muss wegen einer schwerwiegenden Herzerkrankung im Krankenhaus behandelt werden. Am Wohnort der Familie sei die nötige Operation nicht durchführbar, weshalb das Gesundheitsministerium des Inselstaats eine Einlieferung in eine Frankfurter Klinik organisierte, wie das Magazin Politico berichtet. Ende Januar sollten der Junge und seine Eltern deshalb mit dem Flugzeug nach Deutschland gebracht werden.

Am Tag vor dem geplanten Transport informierte die Klinik dann aber die zypriotischen Behörden, dass eine Operation nicht möglich sei - weil die Eltern des Jungen nicht gegen das Coronavirus geimpft seien. Das Gesundheitsministerium schlug stattdessen vor, den Dreijährigen von einem Vormund mit entsprechender Schutzimpfung begleiten zu lassen. Ein Vorschlag, den die Familie ablehnte.

Ministerium erklärt: Die Eltern wurden informiert

Gegenüber Politico erklärte ein Sprecher des deutschen Gesundheitsministeriums, dass es keine solche Vorgabe gebe, die eine Schutzimpfung für die Eltern erfordert. Kliniken könnten aber eigene Regeln festlegen was die Aufnahme von Patientinnen und Patienten betrifft. Zuvor scheiterte das Vorhaben, den Dreijährigen zu operieren, an ähnlichen Hürden in Spezialkliniken in Großbritannien und Israel. Für den Vater unverständlich: "Ich weiß, dass Ungeimpfte in deutschen Krankenhäusern aufgenommen werden", sagte er gegenüber Politico und führte weiter aus: "Hätte ich das gewusst, hätte ich mich impfen lassen. Aber ich finde es unangemessen, wenn gesunde Menschen geimpft werden müssen".

Die Eltern sind nach Angaben von Dr. Christina Yiannaki, der Staatssekretärin des Gesundheitsministeriums von Zypern, inzwischen erstgeimpft, müssen aber noch einige Wochen warten, bevor sie als vollständig geimpft gelten. Yiannaki betont, die Familie sei über die Notwendigkeit der Impfung schon ausreichend im Vorfeld informiert worden. Bei der letzten OP des Jungen im Sommer war allerdings nur ein negativer PCR-Test nötig, um mitreisen und den Sohn im Krankenhaus begleiten zu können.

Inzwischen wartet der Junge in einem Krankenhaus in Athen, das die Familie trotz fehlenden Impfschutzes aufnahm, auf seine Operation.

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