Bettensteuer steigt

Im Kampf gegen Klimawandel: Beliebtes Reiseland bittet Urlauber verstärkt zur Kasse

Johannes Lenz

Nordbayern-Redaktion

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21.9.2023, 16:28 Uhr
Nein, hier bahnt sich keine Sonnenfinsternis an: Der Rauch eines Waldbrandes sorgt für ein bizarres Farbenspiel am Himmel über Griechenland.

© IMAGO/Thanasis Kalliaras / Eurokinissi Nein, hier bahnt sich keine Sonnenfinsternis an: Der Rauch eines Waldbrandes sorgt für ein bizarres Farbenspiel am Himmel über Griechenland.

Rund 33 Millionen Urlauber kamen im Jahr 2019 nach Griechenland - etwa dreimal so viele Menschen wie das Land im Süden des Balkans Einwohner zählt. Die Touristen bescherten dem krisengebeutelten Land nach Tagesschau-Informationen im selben Jahr einen Umsatz von über 18 Milliarden Euro. Kein Wunder also, dass der Tourismus eine der Haupteinnahmequellen Griechenlands darstellt. Rund 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes entfallen auf die Branche.

Auf diese Einnahmen ist die griechische Regierung um Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis mehr denn je angewiesen. Innerhalb weniger Tage wurde Griechenland erst Opfer verheerender Waldbrände, danach sorgten Überschwemmungen für massive Schäden - unter anderem ertranken mehr als 100.000 Tiere. Mitsotakis sieht in den Naturkatastrophen eindeutig die Auswirkungen des Klimawandels. Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, möchte der Ministerpräsident zusätzliche 300 Millionen Euro für einen Sonderfonds für die Bewältigung der Schäden durch den Klimawandel einrichten.

Mitsotakis hofft auf Mehreinnahmen

Woher das Geld für die Aufstockung des Fonds kommen soll, kündigte Mitsotakis bereits an: Er plant, die Bettensteuer für Hotels und Pensionen zu erhöhen. Dabei werden die Steuersätze für Betten in hochpreisigen Übernachtungsstätten stärker angehoben als in Unterkünften mit niedrigerem Sterne-Standard. Nach Information des Vergleichsportals "Check24" sollen Gäste in Hotels mit bis zu zwei Sternen künftig 1,50 Euro statt bisher 0,50 Euro pro Nacht zahlen. Luxusurlauber zahlen für die Übernachtung im Fünf-Sterne-Hotels zehn Euro statt bisher vier Euro Bettensteuer.

Wie der "Merkur" berichtet, sieht Mitsotakis im Klimawandel nicht nur einen Gegner. Er erhofft sich von den steigenden Temperaturen eine Verlängerung der Reisesaison. So könnten künftig auch in den Monaten März, Oktober und November mehr Menschen ihren Weg an die Ägäis finden. Ob die dadurch generierten Mehreinnahmen die wirtschaftlichen Schäden durch Umweltkatastrophen aufwiegen können, bleibt abzuwarten.

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