Feuer und Explosionen

Nach lebensgefährlichen Löscharbeiten: Experte im Panzer erkundet Grunewald

5.8.2022, 12:35 Uhr
Die Rauchwolke über der Brandstelle im Grunewald in der Dämmerun. Das Feuer hat sich in der Nacht nicht über den Sperrkreis hinaus ausgebreitet.

© Christian Ender/dpa Die Rauchwolke über der Brandstelle im Grunewald in der Dämmerun. Das Feuer hat sich in der Nacht nicht über den Sperrkreis hinaus ausgebreitet.

Einen Tag nach Ausbruch des Feuers im Berliner Grunewald kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen und musste noch eine Reihe von Problemen lösen. Glücklicherweise hat sich das Feuer nicht über den Sperrkreis hinaus ausgebreitet.

"Die Brände konnten innerhalb der Ringstellung gehalten werden", teilt die Feuerwehr auf Twitter mit. In der Nacht sei weitere Spezialtechnik eingetroffen, die bei der Erkundung der Sperrzone helfen könne. Löscharbeiten rund um den Sprengplatz der Polizei, wo der Brand ausgebrochen war, waren nach Einschätzung der Feuerwehr lebensgefährlich, weil dort Munition lagert, die jederzeit detonieren könnte.

Bundeswehr erkundet gefährliches und abgesperrtes Gelände

Nach dem Brand hat die Polizei nun mit Hilfe der Bundeswehr das gefährliche und abgesperrte Gelände erkundet. Ein Sprengmeister der Polizei sei am Freitagvormittag mit einem Bergepanzer der Bundeswehr auf das Gebiet gefahren worden und habe erste Eindrücke gesammelt, sagte Feuerwehr-Sprecher Thomas Kirstein.

Ein Bergepanzer der Bundeswehr ist auf dem Weg  zum Einsatz.

Ein Bergepanzer der Bundeswehr ist auf dem Weg zum Einsatz. © Christian Ender/dpa

Diese Eindrücke würden jetzt ausgewertet und dann erhalte die Feuerwehr eine Einschätzung der Lage. Davon ist abhängig, ob auch Feuerwehrleute das Gelände betreten dürfen und wann die nahe gelegene Autobahn und die Bahnstrecken wieder freigegeben werden können.

Im Wald an dem abgesperrten Sprenggelände, in dem es vereinzelt noch Flammen und Glut gab, war am Freitag auch ein gepanzertes Löschfahrzeug einer privaten Firma im Auftrag der Feuerwehr im Einsatz. Lösch-Roboter aus Niedersachsen sollen voraussichtlich auf das abgesperrte Gelände fahren und dort Wasser verteilen, sagte der Sprecher.

Im Wald weiter südlich des Sprengplatzes brannte es am Freitag erneut und Rauch zog über Wohngebiete in Zehlendorf. Zwar regnete es am Vormittag leicht, aber es waren nur kurze Schauer. Weiterhin waren 150 Feuerwehrleute im Einsatz.

Auf dem 80 000 Quadratmeter großen Gelände, knapp eine Fläche von 300 mal 300 Metern, lagerten laut Polizei rund 30 Tonnen "Kampfmittel und Munition" aus dem Zweiten Weltkrieg und mehrere hundert Kilogramm beschlagnahmte Feuerwerkskörper, die vernichtet werden sollten.

Ursache für den Brand ist unklar

Das Feuer war am frühen Donnerstagmorgen ausgebrochen. Noch vor Sonnenaufgang waren Explosionen zu hören, auf dem und rund um den Sprengplatz im Grunewald loderten Flammen. Der Brand weitete sich im Lauf des Tages in dem knochentrockenen Waldgebiet noch deutlich aus. Die Ursache für den Brand ist unklar. Ob es sich möglicherweise um Brandstiftung handelte, muss das Landeskriminalamt (LKA) der Polizei ermitteln.