"Beleg für toxische Männlichkeit"

Peta fordert Sex-Verbot für fleischessende Männer - mit provokanter Begründung

Tobi Lang
Tobi Lang

Redakteur

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22.9.2022, 09:58 Uhr
Peta sorgt mit seinen Aktionen regelmäßig für Wirbel. 

© Eduard Weigert, NNZ Peta sorgt mit seinen Aktionen regelmäßig für Wirbel. 

Die Tierrechtsorganisation Peta ist um Provokationen nicht verlegen. Regelmäßig überkippen sich Aktivisten mit Kunstblut, legen sich mit Metzgern und Fellproduzenten an, wollen Misstände aufdecken. Nun aber sorgt die Organisation für einen Proteststurm im Netz. Peta fordert ein Sex- und Fortpflanzungsverbot für Männer, die Fleisch essen.

Dabei stützt sich Peta auf eine Studie aus der Fachzeitschrift PLOS ONE, der zufolge Männer durch ihren höheren Fleischkonsum deutlich stärker zur Klimakatastrophe beitragen als Frauen. Sie würden, so die Forscher, 41 Prozent mehr Treibhausgase ausstoßen.

Peta: "Sex- und Fortpflanungsverbot zielführend"

Und jetzt, also das Sex-Verbot für Männer? Peta meint seinen Vorstoß ernst. "Wer kennt sie nicht, die mit Bierflasche und Grillzange hantierenden Vorstadt-Väter, die 70-Cent-Würstchen auf ihrem 700-Euro-Grill brutzeln", sagt Daniel Cox, der für Peta Aktionen in Deutschland organisiert. "Jetzt gibt es den wissenschaftlichen Beleg, dass toxische Männlichkeit auch dem Klima schadet. Deshalb wäre eine saftige Fleischsteuer von 41 Prozent für Männer angebracht."

Cox will aber nicht nur an den Geldbeutel der Männer. "Auch ein Sex- oder Fortpflanzungsverbot für alle fleischessenden Männer wäre in diesem Kontext zielführend", sagt der Aktivist. Seine Logik: "Schließlich spart jedes nicht geborene Kind 58,6 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr ein."

Der Widerstand formiert sich. Im Netz wettern Hunderte gegen den Peta-Vorschlag - und auch in der Politik stößt die Idee auf wenig Gegenliebe. "Für wen, wenn nicht unsere Kinder, retten wir das Klima", sagt etwa die CSU-Abgeordnete Dorothee Bär der Bild-Zeitung. "Kinder mit schädlichem CO₂ aufzurechnen ist abstoßend. Zumal sie die Klimaretter der Zukunft sind!"