Risiken und Nebenwirkungen beim Corona-Impfstoff: Das steht im Beipackzettel

18.12.2020, 20:44 Uhr
Der Beipackzettel für den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer ist nun verfügbar.

Der Beipackzettel für den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer ist nun verfügbar. © Laci Perenyi/www.imago-images.de

In Großbritannien wird der Impfstoff von Biontech/Pfizer bereits eingesetzt, in den USA haben die Impfungen am Montag gestartet.

In Deutschland könnte der Impf-Start bereits nächste Woche erfolgen. Die Bundesländer stellen sich auf einen Beginn am 27. Dezember ein, wie die zuständige Berliner Senatsverwaltung als Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz am Mittwochabend mitteilte. Der Beipackzettel für den Impfstoff mit dem komplizierten Namen BNT162b2 ist aber schon jetzt verfügbar.

Corona-Impfstoff: Für wen ist er geeignet?

Die britische Regierung hat ihn als PDF veröffentlicht. Darin stehen nicht nur die Nebenwirkungen, sondern auch, ab wann der Impfstoff tatsächlich wirkt. Auch die US-Zulassungsbehörde FDA stellt ein umfassendes PDF-Dokument zum Impfstoff bereit.


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Das Mittel darf vorerst nur bei Menschen ab 16 Jahren eingesetzt werden. Es wird in zwei Dosen im Abstand von drei Wochen verabreicht. Sieben Tage nach der zweiten Dosis setzt dann laut Hersteller die gewünschte Schutzwirkung ein.

Corona-Impfstoff: Das sind die häufigsten Nebenwirkungen

Der Impfstoff ist allerdings nicht für alle Menschen sinnvoll: Für Schwangere, Stillende, Menschen mit einem Kinderwunsch in den kommenden zwei Monaten und starke Allergiker ist er nicht empfohlen - teils, weil in diesen Gruppen nur wenige Daten zum Impfstoff vorliegen. Somit ist keine abschließende Bewertung möglich.

Folgende Nebenwirkungen sind im Beipackzettel aufgelistet (Häufigkeit in Prozent):

Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 80 Prozent)

Müdigkeit (mehr als 60 Prozent)

Kopfschmerzen (mehr als 50 Prozent)

Muskelschmerzen (mehr als 30 Prozent)

Schüttelfrost (mehr als 30 Prozent)

Gelenkschmerzen (mehr als 20 Prozent)

Fieber (mehr als 10 Prozent)

Die Nebenwirkungen seien in aller Regel nur von leichter bis mäßiger Intensität und würden innerhalb weniger Tage wieder verschwinden, so der Hersteller.


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Das sagt ein Virologe zum Corona-Impfstoff

"Das, was in dem Beipackzettel steht, ist nicht wirklich überraschend und in keinem Fall ein Grund zur Sorge. Es ist toll, dass es nach 20 Jahren Forschung an mRNA-Impfstoffen endlich ein mRNA-Vakzin bis zur Zulassung geschafft hat", sagt Friedemann Weber, Virologie-Professor an der Universität Gießen gegenüber focus.de.

Laut Weber sei die Häufigkeit der Nebenwirkungen eher hoch, "aber noch im Rahmen des Normalen". Dass der Impfstoff schwere Nebenwirkungen erzeugen könnte, sieht der Virologe nicht.

Auch nach wie vor kursierenden Gerüchten, der Impfstoff würde die DNA verändern können, erteilt er eine klare Absage. Das entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage, sagt er zu focus.de.

Covid-19: So funktioniert der mRNA-Impfstoff

Bei dem Mittel von Biontech/Pfizer handelt es sich um einen sogenannten mRNA-Impfstoff. Dieses beinhalten nicht wie bei anderen Impfstoffen einen abgeschwächten Krankheitserreger, sondern übermittelt den Zellen im Muskelgewebe mithilfe einer mRNA (messenger-RNA, also Boten-RNA) die Informationen zur Herstellung einzelner Antigene.


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Die Zellen beginnen nun mit der Produktion der Antigene, das Immunsystem entwickelt innerhalb kurzer Zeit eine Antwort auf den Erreger. Da dabei nur einzelne Antigene entstehen, gibt es keinerlei Infektionsrisiko, das Immunsystem weiß nun aber, wie es reagieren muss, wenn das "echte" Virus eindringt.

Wichtig zu wissen ist, dass der Impfstoff vor der Covid-19-Erkrankung schützt, inwiefern er sogar schon vor der Infektion oder einer möglichen Ansteckung anderer schützt, muss noch weiter erforscht werden.