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Astrazeneca für alle? Söder fordert Umdenken - und bekommt Unterstützung

CSU-Chef in Bild-Interview: "Bevor er liegen bleibt, impfen, wer will" - 28.02.2021 09:25 Uhr

Wird die Impf-Reihenfolge wegen der ungenutzten Astrazeneca-Dosen geändert? Markus Söder bringt das ins Spiel. 

28.02.2021 © Matthias Balk, dpa


Dass der Astrazeneca-Impfstoff ungenutzt in deutschen Kühlschränken lagert, ärgert Markus Söder. "Es kann nicht sein, dass einerseits zu wenig Impfstoff vorhanden ist, andererseits Astrazeneca in hohen Zahlen nicht verimpft wird", sagt Bayerns Ministerpräsident jetzt der Bild am Sonntag. Jeder Tag zähle, es gehe darum, Tempo zu machen. Söder wird deshalb deutlich: "Bevor er liegen bleibt, impfen, wer will."


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Damit bringt der Ministerpräsident eine Lockerung der starren Priorisierung ins Spiel. Bislang sind nur rund 360.000 Dosen des Astrazeneca-Vakzins verimpft worden, geliefert wurden aber fast 1,5 Millionen. Das berichteten mehrere Medien übereinstimmend. Wegen vermeintlich geringerer Wirksamkeit im Vergleich etwa zum Impfstoff von Biontech/Pfizer halten sich viele aus der Risikogruppe bislang zurück. Auch in Franken wurden reihenweise Termine abgesagt.

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"Es darf keine Dosis übrig bleiben oder weggeschmissen werden", sagte Söder der Bild am Sonntag. "Jeder Geimpfte schützt sich und andere." Einen Alleingang will Söder in Bayern dem Blatt zufolge aber nicht starten - er will eine Lösung auf Bundesebene. Unklar bleibt zunächst, wie sich der CSU-Chef die Verteilung in einer offenen Impfstufe vorstellt.


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Unterstützung von Kretschmann und Kretschmer

Unterstützung bekommt Söder von gleich zwei Amtskollegen. Winfried Kretschmann, Minsterpräsident aus Baden-Württemberg, ist ebenfalls für eine Lockerung der Priorisierung - zumindest dann, wenn der Impfstoff sonst nicht genutzt wird. Man könnte es sich während der Pandemie "nicht leisten, dass Impfstoff herumsteht und nicht verimpft wird, weil Teile der Berechtigten ihn ablehnen", sagte der Grünen-Politiker der Welt am Sonntag.

Auch der sächsische Regierungschef Michael Kretschmer sprach sich dafür aus. "Die Priorisierung ist ein Mittel der Mangelverwaltung", sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Sie solle für das Vakzin von Astrazeneca "zügig aufgehoben werden", so der CDU-Politiker.

Stiko: "Haben nie den Impfstoff kritisiert"

In der EU ist der Impfstoff von Astrazeneca zugelassen - das Robert-Koch-Institut in die Ständige Impfkommission (Stiko) empfehlen das Vakzin aber nur für unter 65-Jährige. Experten halten die Bedenken aber für unbegründet, der Impfstoff schütze gerade vor schweren Covid19-Verläufen relativ gut.

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Die Stiko kündigte erst vor wenigen Tagen an, die Empfehlungen zu Astrazeneca überarbeiten zu wollen. "Wir hatten die Daten, die wir hatten und haben auf der Basis dieser Daten die Empfehlung gegeben", sagte Chef der Kommission, Thomas Mertens, im ZDF-"heute journal". "Aber wir haben nie den Impfstoff kritisiert. Wir haben nur kritisiert, dass die Datenlage für die Altersgruppe über 65 nicht gut oder nicht ausreichend war."

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