Wir dürfen Warnungen nicht ignorieren!

Ausbreitung der Delta-Variante: Es fehlt ein Plan

18.6.2021, 17:56 Uhr
Baden, grillen, mit Freunden Zeit verbringen: Im Moment genießen wir einen weitgehend sorgenfreien Sommer. 

Baden, grillen, mit Freunden Zeit verbringen: Im Moment genießen wir einen weitgehend sorgenfreien Sommer.  © NEWS5 / Bauernfeind, NZ

Der Sommer fühlt sich leicht an, fast normal. Laue Abende, Grillen mit Freunden, Tage am See. Die Mahnungen der Virologinnen und Virologen vor der Delta-Variante überhören wir (und auch die Politik) bei 34 Grad gerne.

Und es gibt sie ja, die guten Neuigkeiten. Die Infektionszahlen sinken stetig und jeder Zweite in Deutschland ist mindestens einmal geimpft. Muss man also den Teufel an die Wand malen?
Nein. Aber man sollte einen Plan haben, was bei steigenden Infektionszahlen zu tun ist. Schließlich ist es sehr wahrscheinlich, dass es uns nicht besser ergehen wird als etwa Großbritannien.

Ein solcher Plan aber fehlt. Ende Juni läuft die Bundesnotbremse aus - und dann? Es ist höchste Zeit, ein einheitliches Nachfolgekonzept zu erarbeiten.

Es stimmt, wer geimpft ist, darf sich einigermaßen sicher fühlen. Aber viele Millionen Menschen, darunter die allermeisten Kinder und Jugendlichen, stehen dem Virus noch ohne jeden Schutz gegenüber. Auch sie haben das Recht, vor einer unkontrollierten Durchseuchung geschützt zu werden. Und das gelingt nur, wenn die Impfkampagne in diesem Wettlauf schneller ist als die Delta-Variante.

Im Moment den Sommer zu genießen, ist völlig angemessen. Aber es wäre fahrlässig und unfair, sehenden Auges in die nächste Welle zu stolpern, statt schnell und einheitlich zu reagieren, wenn die Infektionszahlen auch bei uns wieder bedrohlich ansteigen sollten.