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Bayern stoppt Corona-Lockerungen: Es wird wieder ungemütlich

Der Öffnungsgedanke hielt sich nicht lange - doch der Kurswechsel ist vernünftig - 07.04.2021 15:57 Uhr

Auch der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder drängt nun auch auf bundeseinheitliche Corona-Regelungen.

07.04.2021 © Peter Kneffel, dpa


Der Protest wird kommen. Bayern verschiebt geplante Lockerungen im Lockdown, kassiert andere ein. Das Leben mit Corona wird ungemütlicher, noch ungemütlicher. Auch für die Schüler, die sich in den Schulen testen lassen müssen, wollen sie am Präsenzunterricht teilnehmen.


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Über all das lässt sich streiten, wird gestritten. Vielleicht wäre der Kurs der Kanzlerin der richtige, die einen harten Lockdown fordert, schon wieder. Sie weiß allerdings, dass sie dafür unter den Länderchefs keine Mehrheit findet, weder mit den CDU-, noch bei den SPD-Regenten. Ohne ihre Zustimmung aber geht es nicht. Und Merkel hat nicht mehr die Autorität, mit der sie die anderen auf Kurs zwingen könnte.

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Neuerdings zentral

Auch Söder fehlt sie. Der hat am Anfang der Pandemie jede föderale Lücke genutzt und regelmäßig einen Sonderweg eingeschlagen. Sein Ruf als Pandemiebewältiger beruht darauf, auch wenn das auf Kosten seiner Länderkollegen gegangen ist. Jetzt drängt er ebenso vehement auf bundeseinheitliche Regeln, wissend, dass er sie nicht bekommt. Seine Kollegen ziehen aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht mit und gehen wir er ihren Weg. Föderalismus eben.

Also muss Söder seine eigene, beschwerliche bayerische Linie fortführen. Eigene, weil er nach einer Phase des Lockerns wieder die Regeln verschärft – vermutlich hatte er dem Druck seines Wirtschaftsministers Aiwanger nachgegeben. Jetzt folgt er wieder dem Inzidenzgeschehen.


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Und beschwerlich, weil ihn die Gerichte zu Korrekturen zwingen. Ihretwegen musste er die Schuhläden öffnen. Ihretwegen räumt er jetzt für etliche Branchen die Ausnahmen wieder ab. Das ist nachvollziehbar. Die Gefahr ist groß, dass Richter die Schwachstellen seines Kurses aufdecken. Söder agiert, bevor er reagieren muss.

Eine Front allerdings wird er kaum begradigen können. Viele Eltern sind aufgebracht, weil ihre Kinder sich in der Schule testen lassen müssen, wollen sie am Unterricht teilnehmen, so er denn stattfindet. Beide Seiten haben gute Argumente: Die ihre Kinder zuhause selbst testen wollen, verweisen darauf, dass andernfalls Corona-positive Kinder mit dem Schulbus fahren und dort andere anstecken könnten.

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Diejenigen, die nicht allen Eltern und Schülern über den Weg trauen, fürchten, dass auch nicht Getestete im Unterricht erscheinen. Und womöglich dort das Virus verbreiten. Dass Kinder das Virus übertragen, bestätigen die Zahlen aus Nachbarländern aber auch aus Bayern. Wenn bei den 15- bis 19-Jährigen die Inzidenz über dem Landesschnitt liegt, ist das eine klare Aussage.
Bayern will auf Nummer sicher gehen und die Schüler sich in der Schule unter Aufsicht testen lassen. Mit den neuen Schnelltests ist das vertretbar. Und es ist der richtige Weg im Kampf gegen ein Virus, das keine Fehler verzeiht, keine Nachlässigkeit, kein Augen zu und durch.

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