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Endlich klare Corona-Pläne? Alles blickt auf den Mittwoch

Die Politik muss sich in Sachen Corona jetzt langsam festlegen - 22.11.2020 14:41 Uhr

Die Konferenz von Bundeskanzlerin Merkel und den 16 Ministerpräsidenten am Mittwoch wird mit Spannung erwartet.

16.11.2020 © Odd Andersen, dpa


Der kommende Mittwoch dürfte für viele Menschen so wichtig sein wie kaum ein anderer Tag des verbleibenden Jahres. Denn nach allem, was sich derzeit abzeichnet, werden die Bundeskanzlerin und die 16 Ministerpräsidenten den Kurs der Pandemiepolitik für den Rest von 2020 zumindest in groben Zügen festlegen. Davon hängen unsere Pläne ab – von den Weihnachtseinkäufen über das von vielen vielleicht doch noch erhoffte Konzert am vierten Advent, den Gänsebraten im Restaurant, den Heiligen Abend mit der Familie, die Silvesterfeier und den Schulbetrieb sowie Beginn und Ende der Weihnachtsferien. Das sind alles keine Kleinigkeiten, selbst wenn jeder einzelne von uns diese Punkte unterschiedlich gewichten wird.

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Die weltweite Corona-Pandemie - sie hat auch Franken und die Region heftig im Griff. Um die explodierenden Infektionszahlen einzudämmen, haben sich Bund und Länder am Montag auf weitere Maßnahmen geeinigt - diese Regeln gelten von jetzt an bundesweit:


Mit ziemlicher Sicherheit wird der Teil-Lockdown des Monats November verlängert, weil der angestrebte Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nicht erreicht werden kann. Bis 13. oder sogar bis 20. Dezember dürfte das gesellschaftliche Leben außer der Wirtschaft und dem (wie auch immer reduzierten) Schulbetrieb ruhen.

Perspektiven sind notwendig

Die Mittwochsbeschlüsse werden inhaltlich und formal zu bewerten sein. Beides ist wichtig. Der inhaltliche Aspekt leuchtet sofort ein, weil es natürlich für Gastwirte eine wirtschaftliche Überlebensfrage sein kann, ob sie heuer überhaupt noch etwas anderes als Liefer- und Abholdienste anbieten dürfen.

Aber auch den formalen Aspekt sollte man nicht unterschätzen. Immer weitere Vertagungen der Entscheidungen oder – so wie vergangene Woche – ein jämmerlich unergiebiger Corona-Gipfel machen den Menschen noch mehr zu schaffen als klare Ansagen. Und die kann man jetzt zumindest bis Ende des Jahres treffen, ohne ein Hellseher zu sein. Denn so überraschend verläuft die Pandemie nun auch wieder nicht.

Bürger sind Partner, keine Kindergartenkinder

Manchen geht gerade im Zusammenhang mit dem Weihnachtsfest der paternalistische Auftritt der Politik auf die Nerven ("Wenn Ihr brav seid, dürft Ihr mit der Familie feiern!"). Tatsächlich treffen die Entscheider da nicht immer den richtigen Ton und sollten mit uns Bürgern eher wie mit Partnern und nicht wie mit Kindergartenkindern reden.

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Ein Forschungsteam der Medizinischen Universität Wien kam zu dem Ergebnis, dass es eine Covid-19-Infektion mit mildem Verlauf offenbar in verschiedenen Verlaufsformen gibt. Bei der Untersuchung von 200 Erkrankten im Rahmen der Studie konnten insgesamt sieben Gruppen mit unterschiedlichen Erkrankungsformen ermittelt werden. Lesen Sie in unserer Bildergalerie, welche Symptomgruppen ermittelt wurden.


Grundsätzlich ist es jedoch richtig, dass die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten den Tagen vom 24. bis 26. Dezember eine größere Bedeutung als irgendwelchen x-beliebigen Wochenenden einräumen. Das hat nicht nur etwas mit christlichem Brauchtum zu tun. Auch für Menschen, die dem religiösen Aspekt der Feiertage nichts abgewinnen können, spielen diese Tage im Jahresablauf eine große Rolle.


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Eine starre Beschränkung, auf zwei Haushalte zum Beispiel, wird wohl von der Bevölkerung nicht akzeptiert werden. Die Politik muss anders vorgehen: mit viel Aufklärung, wie man sich und seine Familie schützen kann, etwa mit rechtzeitiger Selbstisolierung vor den Feiertagen, dem Besuch von verkürzten Christmetten im Freien und der auch der innerfamiliären Wahrung von Abstandregeln, wann immer möglich. So werden wir beidem gerecht: der Pandemie und den natürlichen Bedürfnissen der Menschen.


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