Fallende Inzidenz

Fällt die FFP2-Maskenpflicht in Bayern? Holetschek bremst

13.6.2021, 19:18 Uhr
Der Landtagsabgeordnete Florian von Brunn (SPD) wettert im bayerischen Landtag desöfteren gegen CSU und CDU.

Der Landtagsabgeordnete Florian von Brunn (SPD) wettert im bayerischen Landtag desöfteren gegen CSU und CDU. © Sven Hoppe, NNZ

Während andere Bundesländer von Beginn an nur eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken eingeführt hatten, sattelte Bayern mit Beginn der zweiten Corona-Welle auf FFP2-Masken um. Diese müssen in geschlossenen Räumen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden. In vielen Innenstädten gilt zudem noch eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske im Freien.

Florian von Brunn, Landeschef der SPD, kritisierte im Bayerischen Rundfunk diese Regelung. "Was mich ärgert, ist, dass wir noch nicht darüber reden, jetzt, bei fallender Inzidenz und bei steigenden Temperaturen, diese FFP2-Maskenpflicht aufzuheben", sagte er. Laut von Brunn würden medizinische Masken ebenso ausreichen. "Und ich glaube, es ist schon für viele Menschen eine arge Belastung", sagte er.

Langsame Schritte Richtung Normalität

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sieht das jedoch ganz anders. Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärte er, dass die Maskenpflicht sowie andere Corona-Maßnahmen immer wieder neu abgewogen werden. Auch die Forderung von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), die Notwendigkeit der Maskenpflicht in den Ländern zu überprüfen, lehnt Holetschek ab. Man brauche dafür keine Aufforderung aus Berlin, sagt der Minister. Er habe jedoch Verständnis für die Menschen, die sich nach mehr Normalität sehnen. Allerdings seien in Bayern erst vor kurzem neue Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Kraft getreten. Mit langsamen Schritten sei man bisher gut gefahren.

Zudem dürfe man in keinen "Überbietungswettbewerb" eintreten, wer schneller ist. Holetschek habe zwar Verständnis für Schülerinnen und Schüler, die sich eine Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen wünschen. Man müsse aber schrittweise vorgehen. Die Inzidenz bei jungen Leuten sei derzeit relativ hoch und auch die Ansteckungsgefahr durch die Delta-Variante müsse bedacht werden.

Florian von Brunn (SPD) nahm sich indes im BR-"Sonntags-Stammtisch" auch die fragwürdige Maskenvergabe von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor. Dieser müsse in der Aufklärung "noch mehr liefern" und weitere Informationen öffentlich machen, ob tatsächlich Masken mit mangelhafter Qualität an Obdachlose gegeben werden sollten.

"Diese Masken, um die es geht, sollen jetzt in die nationale Reserve. Damit sie abgeschrieben und weggeworfen werden können und nicht als Verlust im Haushalt auftauchen", kritisierte von Brunn. Obwohl die Bundesregierung laut von Brunn die Masken zu überhöhten Preisen gekauft haben soll. "Das ist ein unsauberer Vorgang, der zu Recht Misstrauen hervorruft. Weder in Berlin noch in Bayern ist das hinreichend aufgeklärt worden."