Frauen arbeiten oft in schlechter bezahlten Berufen

8.3.2020, 13:47 Uhr
Auch Vollzeit bewahrt Frauen nicht vor geringen Löhnen. So arbeitet laut der Regierungsantwort an die Linken im Saale-Orla-Kreis jede zweite Vollbeschäftigte (54,9 Prozent) zu einem Niedriglohn. (Hinweis: Dies ist ein Symbolbild)

Auch Vollzeit bewahrt Frauen nicht vor geringen Löhnen. So arbeitet laut der Regierungsantwort an die Linken im Saale-Orla-Kreis jede zweite Vollbeschäftigte (54,9 Prozent) zu einem Niedriglohn. (Hinweis: Dies ist ein Symbolbild) © dpa/Patrick Pleul

Frauen verdienen je nach Wohnort in Deutschland sehr unterschiedlich, aber deutlich weniger als Männer. So ist das mittlere Einkommen mit 2070 Euro brutto pro Monat für Frauen in Vollzeit deutschlandweit im Saale-Orla-Kreis in Thüringen am geringsten. Bei den Männern ist der Kreis Görlitz das Schlusslicht. Sie bekommen dort im Mittel aber immerhin 2273 Euro. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag anlässlich des Internationalen Frauentags am Sonntag hervor.

Dabei sind immer mehr Frauen im Beruf. So waren 2018 76 Prozent im Alter von 20 bis 64 Jahren erwerbstätig, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Frauenministerin Franziska Giffey (SPD) sagte: "Das ist hoch erfreulich, aber es darf nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass fast die Hälfte dieser erwerbstätigen Frauen in Teilzeit arbeitet."


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Bei den Männern sei es nicht einmal jeder Zehnte. Die meisten Frauen nähmen nach dem ersten Kind eine geringfügige Teilzeitarbeit auf. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte: "Frauen bekommen im Schnitt immer noch 21 Prozent weniger Lohn als Männer." In diese Berechnung der Lohnlücke ist geringeres Einkommen wegen Teilzeit eingerechnet. "Das darf nicht so weitergehen."

Männer in Erlangen verdienen am meisten

Doch auch Vollzeit bewahrt Frauen nicht vor geringen Löhnen. So arbeitet laut der Regierungsantwort an die Linken im Saale-Orla-Kreis jede zweite Vollbeschäftigte (54,9 Prozent) zu einem Niedriglohn – im Kreis Görlitz arbeiten 45,2 Prozent der Männer unter der bundeseinheitlichen Niedriglohn-Schwelle von 2203 Euro im Monat.

Am höchsten ist das mittlere Entgelt von vollzeitbeschäftigten Frauen mit 4250 Euro in der Autostadt Wolfsburg. 14,5 Prozent von ihnen arbeiten hier aber immer noch zum Niedriglohn. Bei Männern in Wolfsburg liegt das mittlere Einkommen bei 5115 Euro im Monat – und der Niedriglohnanteil nur bei 4,9 Prozent.

Am meisten verdienen Männer in Erlangen: Im Mittel 5544 Euro brutto – und damit 30,4 Prozent mehr als die Frauen in Wolfsburg. In Erlangen kommen die Frauen im Mittel auf 3795 Euro brutto. Erhoben wurden die Daten von der Bundesagentur für Arbeit, sie stammen von Ende 2018.

Deutschlandweit verdienen Frauen in Vollzeit demnach monatlich 3014 Euro im Mittel – Männer 3468 Euro. 26,5 Prozent der Frauen liegen unterhalb der Niedriglohn-Schwelle – bei den Männern: 15,8 Prozent.dpa