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Endet demnächst: Das ist die Impfpriorisierung in Bayern

Reihenfolge wurde bereits mehrfach aufgelockert - 04.05.2021 10:01 Uhr

Zur Gruppe 1 (Höchste Priorität), die zuerst ein Impfangebot erhalten haben, gehört unter anderem Personal in medizinischen Einrichtungen mit einem sehr hohem Infektionsrisiko - beispielsweise Intensivstationen.

03.05.2021 © Oliver Berg, dpa


Deutschlandweit soll die Impfpriorisierung spätestens ab Juni beendet werden. "Das heißt nicht, dass dann jeder sofort geimpft werden kann", sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Impfgipfel. Aber dann könne sich jeder um einen Impftermin bemühen. Das Tempo soll durch mehr Impfstofflieferungen und der Einbeziehung von Praxen zunehmen. So könne nach aktuellem Stand die dritte und letzte Prioritätsgruppe bis dahin durchgeimpft sein.

Bayern will die Impfpriorisierung sogar schon früher aufheben: zwischen Mitte und Ende Mai. Das gab Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Ende April nach einer Kabinettssitzung bekannt. Er möchte dann gezielt Angebote für junge Menschen schaffen. "Wir wollen dann die Abschlussklassen impfen, insbesondere Abiturienten und berufliche Abschlussklassen", sagte Söder. Besonders die hohe Inzidenz von über 300 bei Teenagern sei besorgniserregend, sagte Söder.

Diese Anpassungen gab es bislang bei der Impfreihenfolge in Bayern

Die derzeit geltende Impfreihenfolge in Bayern basiert auf der Coronaimpfverordnung, die deutschlandweit gilt. Diese Reihenfolge wurde immer wieder aufgelockert, Bayern hat beispielsweise den Impfstoff Astrazeneca für alle Altersgruppen geöffnet.

Hausärzte sollen sich bei der Impfreihenfolge an der Coronaimpfverordnung orientieren, die Politik sicherte ihnen aber eine gewisse Flexibilität zu. Sie könnten beispielsweise chronisch Kranke schneller impfen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte wiederholt betont, dass er den Ärzten bei der Priorisierung vertraue.

Bereits seit Anfang März gilt laut Coronaimpfverordnung: In Hotspotregionen kann von der Reihenfolge abgewichen werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Das betrifft explizit auch Grenzregionen. Dies gilt auch, wenn sich die Impfung so einfacher organisieren lässt oder sonst Impfstoff weggeworfen werden müsste. Innerhalb der drei Impfgruppen kann es zu einer zusätzlichen Priorisierung kommen, beispielsweise nach Geburtenjahrgang oder Gefährdung der Impfwilligen.


Corona-Ausbruch in Altenheim: Impfungen verhinderten schwere Verläufe


Diese Personen gehören in Bayern zur ersten Impfgruppe

- Personen im Alter von 80 Jahren und älter

- Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen

- Personen, die regelmäßig andere gegen Corona impfen

- Personal in der ambulanten und stationären Altenpflege sowie andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu Bewohnerinnen und Bewohnern

- Personal in medizinischen Einrichtungen mit einem sehr hohem Infektionsrisiko - besonders in Intensivstationen, Notaufnahmen und Rettungsdiensten (hierzu zählen auch Rettungsschwimmer), der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in Corona-Impfzentren

- Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Kontakt zu Personen mit sehr hohem Risiko für schwere Corona-Verläufe haben - besonders in der Krebsbehandlung oder Transplantationsmedizin.

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Im Namen der 27 Staaten hat die EU-Kommission bisher Verträge mit mehreren Impfstoff-Herstellern abgeschlossen und so rund 2,3 Milliarden Dosen verschiedener Mittel gesichert. Weitere sollen folgen. Ein Überblick.


Diese Personen gehören in Bayern zur zweiten Impfgruppe

- Personen im Alter von 70 bis 79 Jahren

- Personen mit einem hohen Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe: u.a. mit Demenz, geistigen Behinderung oder schwerer psychiatrischer Erkrankung, Personen mit einer behandlungsbedürftigen Krebserkrankung, Personen mit einer Organtransplantation, mit einer schweren chronischen Lungenerkrankung, Diabetes mellitus mit Komplikationen, Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung, mit einer chronischer Nierenerkrankung oder Adipositas (mit BMI über 40), mit Conterganschädigung

- bis zu zwei Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen der ersten und zweiten Impfstufe sowie von Schwangeren

- Personal in der teilstationären oder stationären Versorgung von Personen mit Demenz, geistigen Behinderung oder schwerer psychiatrischer Erkrankung

- Personal mit hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen (z.B. Infektionsstationen, Haus- und Zahnarztpraxen)

- Polizisten, Soldaten und Ordnungskräfte, insofern sie durch ihre Arbeit zur Sicherstellung der öffentlichen Ordnung einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind

- Personen in Auslandsvertretungen der BRD oder des Deutschen Archäologischen Instituts, die einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind

- Personen, die im Ausland für Organisationen u.a. in den Bereichen Krisenprävention und Entwicklungszusammenarbeit arbeiten und einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind

- Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitsdiensts und in besonders relevanten Positionen zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur

- Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und in Grundschulen, Sonderschulen oder Förderschulen tätig sind

- Bewohner von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und Frauenhäusern

- Personen, die entsprechend § 45a des Elften Buches Sozialgesetzbuch regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen unterstützen

Diese Personen gehören in Bayern zur dritten Impfgruppe

- Personen im Alter zwischen 60 und 69 Jahren

- Personen mit Vorerkrankungen mit erhöhtem Risiko (z.B. behandlungsfreier Krebs in Remission, HIV-Infektion oder andere Immundefizienz, Autoimmunerkrankungen, Rheuma Herzinsuffizienz, Asthma bronchiale, chronisch entzündlicher Darmerkrankung, Diabetes mellitus ohne Komplikationen, Übergewicht mit BMI über 30)

- bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Menschen, auf die einer der zwei vorigen Punkte zutrifft

- Personen mit wichtigen Positionen in der Regierung, den Verfassungsorganen und der Verwaltung, bei der Bundeswehr, der Polizei, der Feuerwehr, dem Katastrophenschutz (einschließlich Technisches Hilfswerk), der Justiz und der Rechtspflege oder beim Zoll

- Personen in den deutschen Auslandsvertretungen, in deutschen politischen Stiftungen oder Organisationen und Einrichtungen mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland in den Bereichen Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge, Entwicklungszusammenarbeit oder auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und deutsche Staatsangehörige in internationalen Organisationen

- Wahlhelferinnen und Wahlhelfer

- Personen in medizinischen Einrichtungen mit niedrigem Infektionsrisiko (beispielsweise Labore und Personal, das keine Patienten betreut)

- Mitarbeiter in Krisendiensten und psychosozialen Beratungsstellen

- Mitarbeiter in Apotheken, die PoC-Antigenschnelltest durchführen

- Personen in relevanten Positionen der Kritischen Infrastruktur (insbesondere Apotheker, Pharmawirtschaft, Ernährungswirtschaft, Bestatter, Wasser- und Energieversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, Transport- und Verkehrswesen sowie Informationstechnik und Telekommunikationswesen, ebenso Journalisten)

- Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel arbeiten

- Personen, die Schulen oder in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe tätig sind und die nicht in Gruppe 2 bereits erfasst worden sind - dies können auch Personen in der Mittagsbetreuung an Schulen und ehrenamtliche Mitarbeiter wie etwa Jugendgruppenleiter sein

Diesen Personen steht die Impfung anschließend frei

Wenn alle Personen mit erhöhter Priorität in Bayern geimpft worden sind, sollen alle Berechtigten sich für eine Impfung anmelden können. Aber wer ist berechtigt? Neben den bereits beschriebenen Personengruppen

- jeder, der in Deutschland krankenversichert ist

- jeder, der in Deutschland seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort hat

- mitausgereiste Familien von im Ausland lebenden Personen wie in Gruppe 2 beschrieben

dpa, sima

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