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In der Coronakrise wächst das Vertrauen in die Medien

Studie sieht Zeitungen und öffentlich-rechtliche Sender vorn, Privatsender schneiden schlecht ab - 13.04.2021 09:26 Uhr

Ein Mann liest eine Tageszeitung: Diese gelten laut einer Langzeitstudie als besonders vertrauenswürdiges Medium.

18.03.2021 © Ute Grabowsky/photothek.net


Das geht aus der Langzeitstudie „Medienvertrauen“ hervor, vorgelegt vom Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und dem Institut für Sozialwissenschaften der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Am Ende des Jahres 2020 stimmten demnach 56 Prozent der Befragten der Aussage zu: „Wenn es um wirklich wichtige Dinge geht – etwa Umweltprobleme, Gesundheitsgefahren, politische Skandale und Krisen –, kann man den Medien vertrauen.“ In den Vorjahren lag dieser Wert zwischen 41 und 44 Prozent.

Großes Vertrauen

Der Berichterstattung der etablierten Medien zur Corona-Pandemie bringen 63 Prozent der Deutschen großes Vertrauen entgegen. Am besten schneidet der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit 70 Prozent ab, gefolgt von Regionalzeitungen. Diesen vertrauen rund zwei Drittel der Deutschen (Vorjahre: 63 bis 65 Prozent). Überregionalen Tageszeitungen vertrauen 56 Prozent der Bevölkerung (Vorjahre: 49 bis 55 Prozent).

Das private Fernsehen mit 23 Prozent und Boulevardzeitungen mit 7 Prozent werden auch in der Corona-Krise nicht als besonders vertrauenswürdige Medien wahrgenommen. Das gilt ebenso für Social-Media-Angebote: Diese sehen die meisten nicht als vertrauenswürdige Quellen an. Lediglich 5 Prozent der Befragten vertrauen Nachrichten, die auf sozialen Netzwerken zu lesen sind (Vorjahre: 3 bis 10 Prozent). Videoportale finden 10 Prozent vertrauenswürdig (Vorjahre: 4 bis 8 Prozent). Nur etwas besser schneiden sogenannte alternative Nachrichtenseiten ab: Hier wollen 14 Prozent der Befragten vertrauenswürdige Nachrichten erkannt haben (Vorjahre: 12 bis 14 Prozent).

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Gesunken ist der Anteil jener, die extrem kritisch bis feindselig auf die etablierten Medien blicken: Insgesamt bejahten 11 Prozent die Aussage, dass die Bevölkerung in Deutschland von den Medien systematisch belogen werde. In den Vorjahren lag die Zustimmung zwischen 13 und 19 Prozent. Zwei Drittel weisen den „Lügenpresse“-Vorwurf in der neuen Befragung zurück – dies ist der bisher höchste gemessene Wert in der Langzeitstudie.

Verstehen, was gerade in der Welt passiert

Das Plus an Glaubwürdigkeit lässt sich auch aus anderen Zahlen herauslesen: 2020 stimmten nur 15 Prozent der Aussage zu: "Die Medien arbeiten mit der Politik Hand in Hand, um die Meinung der Bevölkerung zu manipulieren." Im Jahr davor lag dieser Wert noch bei 23 Prozent.

Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten gaben an, die Medienberichterstattung helfe ihnen dabei zu verstehen, was gerade passiert. Nur 16 Prozent stimmten dieser Aussage nicht zu. Allerdings gibt es auch Kritik: 26 Prozent haben den Eindruck, dass Informationen fehlen, während 21 Prozent angeben, dass Medienberichte den Informationen widersprechen, die sie aus anderen Quellen erhalten haben. Einer von vier Deutschen findet die Berichterstattung zu Corona übertrieben - fast die Hälfte (47 Prozent) sieht das indes nicht so.

Für die repräsentative Untersuchung waren Ende letzten Jahres 1207 deutsche Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren befragt worden.

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