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Kommentar: Cannabis ist nicht harmlos - warum es trotzdem legalisiert werden sollte

Nürnberg , am 15.10.2020..Ressort: Lokales Foto: Michael Matejka..i.H., Mitarbeiterportrait / Mitarbeiterporträt..Thomas Correll..Serie:1 Bild von 2
Thomas Correll

Leben

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31.10.2021, 11:23 Uhr
Die Legalisierung von Marihuana wird derzeit in der Öffentlichkeit diskutiert.

© Oliver Berg/dpa Die Legalisierung von Marihuana wird derzeit in der Öffentlichkeit diskutiert.

"Cannabis ist kein Brokkoli" – das hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung kürzlich gesagt und viel Häme im Netz geerntet. Die Botschaft ist aber wahr: Cannabis ist nicht harmlos. Der Konsum, insbesondere der langjährige, häufige Konsum kann schwerwiegende Folgen haben. Warum sollte man die Droge also legalisieren?

Alkohol und Nikotin sind schädlicher

Zunächst einmal ist der Vergleich mit Alkohol und Nikotin aufschlussreich: Die beiden legalen Substanzen sind um Längen schädlicher als Cannabis – für den Konsumenten selbst und für die Gesellschaft. Hier muss man aber nicht Halt machen: Fettes Essen sorgt – bei langjährigem, häufigem Konsum – für Schäden am eigenen Körper wie auch für die Gesellschaft, insbesondere das Gesundheitssystem. Extrembergsteiger, Drachenflieger oder Tiefseetaucher bringen sich in Lebensgefahr – dabei reagiert das Gehirn ähnlich wie in einem Drogenrausch. "Adrenalin-Junkies" heißt es nicht zu Unrecht.

Sehr viele Substanzen und Tätigkeiten sind schädlich, wenn sie nicht in gesundem Maß bleiben. Niemals würden wir auf die Idee kommen, sie alle zu verbieten. Erwachsene Menschen sollten das Recht haben selbst zu entscheiden, was sie ihrem Körper zumuten.

Leute, die Gras rauchen, sind keine Kriminellen. Sie werden dazu gemacht. Dealer, die aufs wirklich große Geld aus sind, verkaufen auch Koks, Speed, Ketamin, Heroin. Oft sind sie in weitere kriminelle Geschäfte verwickelt und schrecken vor Gewalt nicht zurück. Das sind die Menschen, mit denen Cannabis-Konsumenten regelmäßig in Kontakt kommen. Ein Fachgeschäft, das staatlicher Kontrolle unterliegt, ist die bessere Alternative. Und die Polizei kann sich um echte Verbrecher kümmern.

Die Steuereinnahmen, die eine Legalisierung mit sich brächte, sollten übrigens nicht als Argument dafür herhalten. Es gibt bessere Gründe als Geld. Die Einnahmen sollten direkt in Präventionsmaßnahmen, Aufklärung, Jugendarbeit und ähnliches gesteckt werden.

Eine Legalisierung wird weder den Weltfrieden bringen noch den Staatshaushalt sanieren. Sie wird nicht all unsere Probleme lösen, wie es sich einst Bob Marley und Peter Tosh erhofften – und wie es manche Befürworter immer noch propagieren. Dennoch ist sie längst überfällig.