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Kommentar: Deutschland hat sich mit der Armut abgefunden

Steigende Zahl von Betroffenen zeugt von der Untätigkeit der Politik - 25.02.2021 12:32 Uhr

Etwa 13 Millionen Menschen in Deutschland sind von Armut betroffen - das sind 13 Millionen zu viel.

19.02.2021 © imago stock&people, imago stock&people


Ist die Armut hierzulande gewollt? Das behauptet Paritätischer-Geschäftsführer Ulrich Schneider. Er hat unrecht, von Wollen kann keine Rede sein. Wahr ist: Wir haben uns mit der Tatsache abgefunden, dass Millionen Menschen in Deutschland von Armut bedroht sind oder in Armut leben.

Im Sog von Hartz IV

Über Jahre hinweg haben Entscheidungsträger in der Politik zugelassen, dass Alleinerziehende Grundsicherung beantragen müssen – und das, obwohl sie einen Job haben. Dass Geringverdiener, selbst wenn sie ihr Leben lang hart arbeiten, nicht erwarten dürfen, von ihrer Rente im Alter leben zu können. Dass Langzeitarbeitslose in den Sog von Hartz IV geraten und dort schwer wieder herausfinden. Und dass dies für ihre Kinder oft bedeutet, die Armut in die Wiege gelegt zu bekommen und vom Kindergarten an stigmatisiert zu werden.

Es sind untragbare Zustände für ein so reiches Land. Zustände, die von Politik und Gesellschaft lange genug toleriert wurden. Es ist an der Zeit, dass die Politik endlich hinsieht – und die Wähler mit ihr. Corona darf kein Grund sein, die soziale Frage in den Hintergrund rücken zu lassen.

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