Dienstag, 19.11.2019

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Kommentar: Warum Greta Thunberg so wichtig ist

Sie mag manche nerven, doch sie bewegt selbst die Vereinten Nationen - 29.08.2019 16:08 Uhr

Greta Thunberg ist in New York angekommen. Von einer Yacht aus blickte sie auf die Skyline. © Johannes Eisele/AFP


Jede Wette: Wer in der Fußgängerzone Passanten auffordert, auch nur eines der 17 Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung zu nennen, wird überwiegend in ratlose Gesichter blicken. Es dürfte wesentlich mehr Menschen geben, die etwa einen (oder auch mehrere, vielleicht sogar alle) der 18 Fußball-Bundesligisten aufzählen können. In der Region kann man selbst in der zweiten Liga noch mit mindestens zwei Treffern rechnen ...

Natürlich, Fußball geht immer. Doch auch wenn er mitunter verbinden mag und für einige gar Ersatzreligion ist: Es gibt Wichtigeres. Zu den 17 UN-Zielen etwa gehört, bis 2030 Armut und Hunger zu beenden, allen Menschen auf der Welt Zugang zu Wasser und Toiletten zu ermöglichen und die Gleichstellung von Frauen zu erreichen. Sicher hat es Fortschritte gegeben, doch ob innerhalb des nächsten Jahrzehnts tatsächlich viele dieser Menschheitsaufgaben abgehakt werden können?

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Fridays For Future: Berlin demonstriert mit Greta Thunberg

Es ist ein besonderer Tag für alle Teilnehmenden der "Fridays for Future"-Bewegung, immerhin ist die 16-jährige Initiatorin Greta Thunberg dieses Mal in Berlin mit dabei. Gemeinsam wurde vor dem Brandenburger Tor wieder ein Freitag dafür genutzt, auf den voranschreitenden Klimawandel und die Missstände aufmerksam zu machen.


Zumindest bei einer bewegt sich zurzeit spürbar etwas, jedenfalls ist die Aufmerksamkeit groß wie selten zuvor: beim Kampf gegen den Klimawandel. In Deutschland hat das viel mit den Wahlerfolgen der Grünen zu tun, die ihre politische Konkurrenz unter Druck setzen. Es liegt aber auch an jungen Leuten, die auf die Straße gehen und den Älteren zurufen, ja von ihnen verlangen: Tut endlich was! Die Auslöserin ist mittlerweile zur Ikone, zur Heldin – für viele aber auch: zum Feindbild – geworden. Am Mittwoch kam Greta Thunberg nach zwei Wochen auf hoher See in New York an. 17 Segelboote wollten die Vereinten Nationen Greta zur Begrüßung entgegenschicken – eines für jedes Nachhaltigkeitsziel. Zu viel des Guten? Möglich, doch es scheint eben einer Greta zu bedürfen, dass die internationale Gemeinschaft sich selbst und uns allen die Ziele mal wieder in Erinnerung rufen kann.

Das Momentum ist da

Und: Sollten beim Klimagipfel der Staats- und Regierungschefs greifbare Ergebnisse herauskommen, dann hat auch das mit dem derzeitigen Momentum und damit mit Greta zu tun.

Die Vehemenz der 16-Jährigen, die große Strapazen auf sich nimmt, um ihren Idealen entsprechend zu leben, mag befremden. Viele kritisieren zudem, dass die Skipper ihres Segelboots nach Europa zurückfliegen. Fest steht aber: Dank Greta wird es für die Politik schwieriger, sich bei der Klimafrage um verbindliche Antworten herumzudrücken.

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Und auch wenn die wenigsten Menschen ihr Leben deshalb komplett umkrempeln und etwa aufs Fliegen verzichten – einer ARD-Umfrage zufolge haben sieben von zehn Deutschen ihre Klima-Einstellungen trotz Greta nicht geändert –, so kann das ganz anders aussehen, wenn es nicht die medial dauerpräsente Schwedin ist, sondern die eigenen, von Greta inspirierten Kinder oder Enkel, die fragen: Und was tust eigentlich du dafür, dass ich eine Zukunft habe? 

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