Andere Länder machen es vor

Kommentar zum Katastrophenschutz: SMS rettet Leben

Stellvertretender Chefredakteur Armin Jelenik.
Armin Jelenik

E-Mail zur Autorenseite

20.7.2021, 16:19 Uhr
Auf einem Handy ist eine Warnung von

Auf einem Handy ist eine Warnung von "Nina", einer App vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, zu sehen. © Moritz Frankenberg, NN

170 Tote in den Hochwassergebieten bis gestern Nachmittag sind eine deutlich Botschaft: Beim Bevölkerungsschutz in Deutschland läuft etwas gründlich schief. Viele der Betroffenen wurden scheinbar zu spät oder gar nicht gewarnt und wussten nicht, was zu tun war.

In Japan wäre das nicht passiert: Beim Tsunami 2011 kamen "nur" rund 20.000 Menschen ums Leben. Eine geringe Zahl, verglichen mit dem Tsunami 2004 im Indischen Ozean, der über 200.000 Tote forderte.

Der Schlüssel zu diesem Erfolg liegt in der konsequenten Vorbereitung Japans auf Naturkatastrophen. Die Kinder üben von Klein auf regelmäßig in der Schule, wie sie sich bei Erdbeben und Tsunamis zu verhalten haben, 2011 bekamen alle Bewohner in der betroffenen Region eine SMS auf ihre Handys, die sie aufforderte, sofort höher gelegene Gebiete aufzusuchen. Und jeder wusste, was zu tun war.

Davon ist Deutschland noch weit entfernt. Es gibt keine Katastrophen-Trainings und zentral gesteuerte Warn-SMS an alle Handynutzer sind untersagt. Dabei darf es nach so vielen Toten auf keinen Fall bleiben.

1 Kommentar