19°

Samstag, 08.08.2020

|

zum Thema

Merkels flammender Appell: "Nehmen Sie es ernst!"

In einer Fernsehansprache ermahnte die Kanzlerin die Bevölkerung zur Mitarbeit - 18.03.2020 19:31 Uhr

Bilderstrecke zum Thema

Deutlich weniger Menschen: Bilder aus fränkischen Innenstädten

Die Straßen sind nicht ganz, aber fast menschenleer, die Tische und Stühle vor vielen Cafés sind leer. Die Fenster in den Geschäften sind dunkel, oftmals prangt ein "Geschlossen"-Schild an den Eingangstüren. Da Bayern wegen des Coronavirus den Katastrophenfall ausgerufen hat, kommt das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen - auch am Mittwoch in Franken. Ein Blick nach Nürnberg, Forchheim und Bamberg.


Als am Morgen die Nachricht von dem ungewöhnlichen Fernsehauftritt bekannt wurde, dessen Ausstrahlung für den Abend geplant war, gab es sofort jede Menge Spekulationen. Würde Angela Merkel über die bisher bestehenden umfassenden Schließungen noch etwas Weiteres verkünden? Zum Beispiel eine Ausgangssperre? Doch vom ersten Moment an bemühte sich Regierungssprecher Steffen Seibert, diese Befürchtung zu zerstreuen.

Offensichtlich ging es der Kanzlerin mehr um eine Einordnung der Ereignisse. Sehr früh stellte sie in ihrer Ansprache fest: "Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst. Seit der Deutschen Einheit, nein, seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt."


Die Merkel-Rede im Wortlaut


Unter Quarantäne, Folge 2: Passt Humor noch in die Zeit?

Sie selbst wisse, so Angela Merkel, "wie dramatisch schon jetzt die Einschränkungen sind". Für die Wirtschaft werde es in den nächsten Wochen "noch schwerer". Allerdings wolle die die Bundesregierung "alles tun, was sie kann, um die wirtschaftlichen Auswirkungen abzufedern". Die Verbraucher forderte sie auf, "mit Maß" Vorräte an Lebensmittel einzulagern. Wer es übertreibe, der verhalte sich "vollkommen unsolidarisch".


Kommentar: War das Merkels letzte Warnung?


Um eines war die Kanzlerin während ihrer Rede gleich mehrfach bemüht: den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder zu sagen, dass sie es selbst in der Hand haben, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. "Das wirksamste Mittel" seien "wir selbst", indem wir "aus Rücksicht voneinander Abstand halten".

Bilderstrecke zum Thema

Geschlossene Läden, gesperrte Spielplätze: So leer ist Nürnberg in der Corona-Krise

Der Katastrophenfall in Bayern wirkt sich sichtbar auch auf Nürnberg aus: Dort, wo sonst zahlreiche Passanten durch die Einkaufsstraßen schlendern und Kinder über Spielplätze rennen, ist es sichtbar leerer und ausgestorbener. Dennoch ließen sich viele Franken den Ausflug nach draußen in die Sonne nicht komplett nehmen. Unsere Bilder aus Nürnberg.


Erst gegen Ende der Ansprache klang an, dass die bisherigen Schließungen von Schulen, zahlreichen Geschäften, Kindergärten, Kinos und Konzertsälen nicht das Ende der Maßnahmen sein könnte. Sie kündigte an "Wir werden als Regierung stets neu prüfen, was sich wieder korrigieren lässt, aber auch: was womöglich noch nötig ist". Bei der Epidemie handle es sich um "eine dynamische Situation", in der man notfalls "jederzeit umdenken und mit anderen Instrumenten reagieren" müsse. Das könnte dann auch eine Ausgangssperre sein.

Bilderstrecke zum Thema

Bayern im Krisenzustand: Was bleibt offen, was schließt?

Kitas und Schulen schließen, Bars und Freizeiteinrichtungen machen dicht: Wegen der schnellen Ausbreitung des Coronavirus wird das öffentliche Leben in Bayern in vielen Bereichen lahmgelegt. Was bleibt offen, was schließt und wo gibt es Lockerungen? Wir haben den Überblick.


13

13 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Politik