-2°

Montag, 25.01.2021

|

zum Thema

Neue Initiative: "#ZeroCovid" will radikalen Shutdown

Dazu soll die Wirtschaft in ganz Europa heruntergefahren werden - 14.01.2021 16:40 Uhr

Geschlossen: Geht es nach "#ZeroCovid", gilt das in den nächsten Wochen nicht nur für Geschäfte, sondern auch für die meisten Fabriken und Büros.

10.01.2021 © imago images/Ralph Peters


"Nach einem Jahr Pandemie sind wir in ganz Europa in einer äußerst kritischen Situation. Tausende Menschen sterben jeden Tag und noch viel mehr erkranken", beginnt der Text auf der Website von "#ZeroCovid".

Die am Donnerstag gestartete Kampagne erklärt die bisherige Strategie, Corona zu kontrollieren, für gescheitert: Trotz andauernder Maßnahmen seien Millionen von Menschen mit dem Coronavirus infiziert worden und Zehntausende verstorben. "#ZeroCovid" möchte die Pandemie daher nicht nur unter Kontrolle bringen, sondern beenden: Das Ziel lautet null Neuinfektionen.


Wegen neuen Corona-Varianten: RKI will niedrigere Fallzahlen


Stilllegungen für kurze Zeit

Von den bisherigen Maßnahmen gegen Corona unterscheidet sich die "#ZeroCovid"-Strategie vor allem dadurch, dass sie auch die Wirtschaft europaweit bis auf wenige Ausnahmen herunterfahren will: "Maßnahmen können nicht erfolgreich sein, wenn sie nur auf die Freizeit konzentriert sind, aber die Arbeitszeit ausnehmen. Wir müssen die gesellschaftlich nicht dringend erforderlichen Bereiche der Wirtschaft für eine kurze Zeit stilllegen. Fabriken Büros, Betriebe, Baustellen, Schulen müssen geschlossen und die Arbeitspflicht ausgesetzt werden."

Bereits vor Weihnachten hatten renommierte Wissenschaftler wie die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek eine koordinierte, europaweite Eindämmung von Corona gefordert, um Ping-Pong-Effekte zwischen Ländern zu vermeiden. "#ZeroCovid" gibt an, daran anschließen zu wollen, möchte aber zusätzlich "alle Maßnahmen gesellschaftlich solidarisch gestalten".

Niemanden zurücklassen

Konkret dürfe niemand zurückgelassen werden, es brauche ein "umfassendes Rettungspaket für alle". Um das zu finanzieren, will "#ZeroCovid" eine europaweite Corona-Solidaritätsabgabe auf hohe Vermögen und Gewinne durchsetzen. Auch müsse der Gesundheitssektor ausgebaut und das Personal besser entlohnt werden.

Den Aufruf von "#ZeroCovid", der zunächst vor allem in den sozialen Medien für Aufsehen sorgte, haben Wissenschaftler, Autoren, Aktivisten und Menschen aus dem Gesundheitsbereich unterzeichnet. Zu den prominenten Unterstützern zählen etwa die Klimaaktivistin Luisa Neubauer sowie die Spiegel-Kolumnistin Margarete Stokowski.


Immer informiert: Hier kommen sie zu unserem Corona-Liveticker


Vorbild Australien?

Kritik, wonach ein solcher radikaler Shutdown nicht durchführbar sei, weist die Initiative zurück. Sprecher Oliver Kube sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wenn es mehrere andere Staaten gibt, die das bereits erfolgreich getan haben, dann ist das keine Frage der prinzipiellen Machbarkeit, sondern der machtpolitischen Durchsetzung.“

Erst vor wenigen Tagen hatten sich Wissenschaftler in einem Gastbeitrag auf t-online.de dafür ausgesprochen, die Corona-Infektionszahlen auf Null zu senken: "Ohne Anstrengung geht es nicht. (...) Aber, wenn wir es richtig machen, ist das jetzt der letzte Lockdown und wir feiern den Sommer des Jahrhunderts 2021, mit Zero-Covid-Konzerten und Zero-Covid-Fußball – genau, wie es gerade bei unseren Freunden in Australien der Fall ist."

Bilderstrecke zum Thema

FFP2-Maske tragen: Diese acht Fehler sollten Sie vermeiden

Ab Montag gilt in Bayern beim Einkaufen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln eine FFP2-Maskenpflicht. Für eine gute Schutzwirkung kommt es allerdings auch darauf an, dass die Maske richtig getragen wird. Unsere Bildergalerie zeigt die häufigsten Fehler - und wie es richtig geht.



Sie wollen Ihre Meinung zur Corona-Krise kundtun oder sich mit anderen Usern zum Thema austauschen?

Hier haben Sie die Möglichkeit dazu.

Sie möchten über die Corona-Impfung diskutieren?

Dann ist hier der richtige Ort dafür.

Oder soll es um die Maskenpflicht gehen?

Dann sind Sie hier gut aufgehoben.

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Politik