Vereint und schlagkräftig

Annika Peißker

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25.10.2019, 06:00 Uhr
Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung arbeiten in Zukunft verstärkt zusammen.

© Foto: Roland Fengler Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung arbeiten in Zukunft verstärkt zusammen.

Aus drei mach eins: Nürnberger Nachrichten (NN) und Nürnberger Zeitung (NZ) machen sich auf den Weg, aus ihren bislang weitgehend getrennten Redaktionen eine gemeinsame Zentralredaktion zu bilden. Diese soll ab 1. Oktober 2020 als schlagkräftiges "Content-Herz" des Medienhauses qualitativ hochwertige Inhalte für alle Ausspielkanäle erstellen.

Zudem werden zum Januar 2020 die Online-Kolleginnen und -Kollegen von Nordbayern Infonet (NBI) in den Verlag Nürnberger Presse wechseln und ebenfalls Bestandteil der Zentralredaktion sein.

Klares Bekenntnis

Die Gründung einer Zentralredaktion sei wirtschaftlich notwendig, betonen die Verlegerinnen Bärbel Schnell und Sabine Schnell-Pleyer. Andererseits sei dieser Schritt auch eine klare Weichenstellung für die Zukunft. "Wir stärken unsere Stellung als wichtiges und bedeutsames Medienhaus, indem wir unsere beiden Marken NN und NZ zukunftssicher aufstellen." Denn: Mit der Zentralredaktion verbunden ist das klare Bekenntnis, beide Marken zu erhalten und ihre Profile künftig noch zu schärfen.

In der Zentralredaktion vereint sind alle bisherigen, in Nürnberg beheimateten Ressorts – von Politik über Kultur und Sport bis hin zur Bildredaktion. Für die Kolleginnen und Kollegen wird künftig das Prinzip "Content first" gelten: Sie erstellen hochwertige, interessante und relevante Inhalte – und zwar kanalunabhängig. Erst im zweiten Schritt wird in der Nachrichtenzentrale des Hauses, am sogenannten Newsdesk, entschieden, wie und in welchem Kanal, Print wie online, diese Inhalte ausgespielt werden. Außerdem werden beide Titel mit je zehn profilbildenden Autoren ausgestattet, die – zum Beispiel über pointierte Kommentare und eigene thematische Schwerpunkte – für inhaltliche Vielfalt sorgen.


Der Newsdesk, das Herz des Medienhauses


Es werden 28 Redakteursstellen möglichst sozialverträglich abgebaut; das entspricht etwa zehn Prozent der bisherigen Personalkapazitäten. "Trotz des Abbaus können wir unseren Qualitätsanspruch aufrechterhalten, weil die neuen Zentralressorts in der Regel größer sind als dies bislang in den separierten Gesellschaften der Fall war", sagte NN-Chefredakteur Michael Husarek. Er wird die neue Zentralredaktion mit NZ-Chefredakteur Stephan Sohr leiten. Gleichzeitig behalten NN und NZ ihre jeweiligen Chefredaktionen.

"An einem Strang"

Ähnliche Entwicklungen gab es etwa in Stuttgart, Osnabrück oder bei RTL. Auch in Nürnberg lautet das klare Ziel: Das Haus will für die Zukunft krisensicher werden, sich für neue Trends und Ausspielkanäle effektiv aufstellen. Trotz des moderaten Stellenabbaus sorgt die Zentralredaktion für Arbeitsplatzsicherheit. "Beide Titel sind nun personell ebenbürtig ausgestattet. Wir spielen in einem Team zusammen. Wir ziehen an einem Strang", betonte Verlegerin Bärbel Schnell.

Der Verlag Nürnberger Presse gehört zu den größten Regionalzeitungsverlagen Deutschlands. Seine beiden starken Zeitungsmarken Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung sowie die dazugehörigen Lokaltitel erreichen täglich etwa 785.000 Menschen in ganz Mittelfranken sowie Teilen Oberfrankens und der Oberpfalz und erscheinen in einer Gesamtauflage von rund 232.500 Exemplaren.

Das dazugehörige Digitalangebot unter der Marke nordbayern.de verzeichnet aktuell über 50 Millionen Page Impressions und gut zwei Millionen Nutzer pro Monat. Rund 1000 Mitarbeiter sind im Verlag Nürnberger Presse beschäftigt.