Wegen Corona: Bald Schweigepflicht und Telefonierverbot im ÖPNV?

Max Söllner

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20.1.2021, 12:08 Uhr
Ein Blick auf das Smartphone, wie hier im Bild zu sehen, löst noch keine Aerosolübertragung aus. Beim Telefonieren aber wird die Lage anders eingeschätzt, ein Verbot steht daher zur Diskussion.

Ein Blick auf das Smartphone, wie hier im Bild zu sehen, löst noch keine Aerosolübertragung aus. Beim Telefonieren aber wird die Lage anders eingeschätzt, ein Verbot steht daher zur Diskussion. © Stefan Hippel, NNZ

"Ich selber habe in Fahrzeugen beziehungsweise in U-Bahnhöfen schon Leute angetroffen, die die Maske heruntergezogen hatten und telefoniert haben", sagte Ingo Wortmann, Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, am Mittwochmorgen dem Deutschlandfunk. Er könne sich deshalb eine Schweigepflicht "sehr gut vorstellen", inklusive eines Verbots, mit dem Smartphone zu telefonieren. "Das würden wir sehr stark unterstützen."

Wortmann räumte allerdings ein, dass eine solche Regelung "nicht ganz einfach zu kontrollieren sei". Er setze daher auf die Vernunft der Menschen, bei der Maßnahme mitzuwirken.

Vorbild Mallorca

Spanien hatte schon im Herbst eine Empfehlung ausgesprochen, im ÖPNV auf das Reden zu verzichten. Auf Mallorca ist das Schweigen in Bussen und Bahnen seit einer Woche sogar Pflicht, um den Ausstoß von Aerosolen zu verringern.

In Deutschland ist eine Schweigepflicht im öffentlichen Verkehr dagegen bislang kein größeres Thema gewesen. Auch die jüngste Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag hat dazu nichts entschieden. Beschlossen wurde dort allerdings, die bayerische FFP2-Maskenpflicht im ÖPNV in abgeschwächter Form zu übernehmen: Zukünftig müssen in Bussen und Bahnen deutschlandweit medizinische Masken getragen werden, wozu neben FFP2- und vergleichbaren Masken auch einfache OP-Masken zählen. In Bayern gilt weiterhin das strengere FFP2-Maskengebot.