Wenn Welle nicht bricht: Merkel deutet schärferen Lockdown an

2.11.2020, 19:53 Uhr
Die hohen Infektionszahlen in Deutschland besorgen die Bundeskanzlerin Angela Merkel. 

Die hohen Infektionszahlen in Deutschland besorgen die Bundeskanzlerin Angela Merkel.  © Hannibal Hanschke, dpa

Viel von dem, was seit Montag in Deutschland gilt, ähnelt dem Lockdown aus dem Frühjahr. Die Restaurants sind geschlossen, Speisen gibt es nur noch zum Mitnehmen, der direkte Kontakt zwischen Menschen soll möglichst eingeschränkt werden. Doch so scharf wie im April sind die Beschränkungen noch nicht. Kitas und Schulen bleiben etwa möglichst lange geöffnet - solange es die Infektionslage zulässt. Auch Friseure und der Einzelhandel dürfen weiter aktiv sein.

Seit Montag gilt in Deutschland der vierwöchige "Lockdown light" - er soll die zweite Pandemie-Welle brechen. "Es wird am 1. Dezember nicht die Normalität einkehren, wie wir sie vor Corona kannten", warnte Angela Merkel zum Start der Maßnahmen. "Dass es die großen, rauschenden Silvesterpartys gibt, das glaube ich nicht."

Total-Lockdown "irgendwie vermeiden"

Doch was passiert, wenn die beschlossenen Maßnahmen nicht ausreichen? Auch darüber sprach die Bundeskanzlerin am Montag in Berlin. Bislang habe man noch keinen Fahrplan, aber: Am 16. November wird es ein weiteres Gespräch mit den Ministerpräsidenten der Länder geben.

Sollte man dort zu dem Schluss kommen, dass die Infektionszahlen nach wie vor zu hoch sind, seien womöglich zusätzliche Einschränkungen nötig. Ausgangssperren wie in anderen Ländern wolle sie in Deutschland aber nicht haben, "wenn es irgendwie zu vermeiden ist", sagte Merkel.


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Maßgeblich wird dabei die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sein, sagt Merkel. "Wir müssen wieder runter in den Bereich von unter 50." Erst dann seien die Gesundheitsämter wieder in der Lage, Infektionsketten aufzudecken - und zu durchbrechen. Die Zahlen der letzten Tage besorgen die Kanzlerin. "Das ist exponentielles Wachstum, das uns mit zunehmender Geschwindigkeit auf eine akute Notlage in unseren Krankenhäusern zulaufen lässt."