10°

Montag, 23.09.2019

|

zum Thema

Zehn Milliarden jährlich: SPD will Konzept für Vermögenssteuer durchsetzen

Freibeträge sollen Unternehmer schützen - 23.08.2019 11:06 Uhr

Die SPD will mit einem neuen Konzept zur Vermögensteuer bis zu zehn Milliarden Euro jährlich einbringen.


Der kommissarische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hat ein Konzept für eine Vermögenssteuer erarbeitet, die dem Staat jährlich zehn Milliarden Euro einbringen soll. "Nach unseren Vorstellungen sollen diejenigen, die gerade in den vergangenen Jahren überproportional von der wirtschaftlichen Lage, selbst in der Finanzmarktkrise 2008/2009, profitiert haben, einen größeren Beitrag für die nötigen Investitionen leisten, also für die Infrastruktur, fürs Wohnen und für den Klimaschutz", sagte er der Rheinischen Post (Freitag). Das seien vorrangig Multimillionäre und Milliardäre. "Wir kalkulieren mit bis zu zehn Milliarden Euro, die aus einer Vermögenssteuer kommen können."

Schäfer-Gümbel will dem Bericht zufolge sein Konzept an diesem Montag ins SPD-Präsidium einbringen. Im Dezember solle es dann der Parteitag beschließen.

Der SPD-Vorstand hatte im Juni 2017 eine Kommission zur Vermögensbesteuerung eingerichtet, der Schäfer-Gümbel vorsitzt. Die Abgabe ist seit Jahren Teil des SPD-Grundsatzprogramms. Das Bundesverfassungsgericht hat für die Steuer aber hohe Hürden aufgestellt, deswegen wird sie seit 1997 nicht mehr erhoben.

Bilderstrecke zum Thema

Milliarden noch und nöcher: Das sind die zehn reichsten Franken

Das Manager-Magazin hat in der jüngsten Ausgabe eine Liste mit den 1001 reichsten Deutschen veröffentlicht. Darunter finden sich auch einige fränkische Milliardäre, die mit ihren Unternehmen sehr erfolgreich sind. Wir haben die zehn größten Vermögen aus der Region für Sie zusammengestellt.


Schäfer-Gümbel sagte der Rheinischen Post zur Begründung der Wiedereinführung, allein im kommunalen Bereich fehlten Investitionsmittel von 150 Milliarden Euro. Nach seinem Konzept sollen auch Kapitalgesellschaften einbezogen werden. "Wir orientieren uns am Schweizer Modell. Dazu gehört, dass wir Regeln einbauen wollen, die bei wirtschaftlicher Schieflage zusätzliche Probleme verhindern." Deshalb seien Verschonungsregeln vorgesehen. "Wir wollen mit Freibeträgen arbeiten, so dass die Vermögenssteuer erst ab einem bestimmten Vermögenswert fällig wird."

Der kommissarische SPD-Chef verwies darauf, dass es in anderen Ländern deutlich höhere Vermögenssteuern gebe, als die SPD-Kommission sie nun für Deutschland plane. In den USA liege der Anteil bei vier Prozent, in Frankreich und Großbritannien noch darüber. "Wenn wir die Vermögenssteuer mit einem Prozent einführen, sehe ich nicht, dass das deutschen Unternehmen international schaden würde." 

dpa

15

15 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Politik