Studie enthüllt

Erhöhtes Sterberisiko: Die falsche vegetarische Ernährung ist ungesünder als Fleischkonsum

23.5.2022, 13:51 Uhr
Wer übermäßig rotes Fleisch konsumiert, schadet seiner Gesundheit.

© Pixabay/Rierosa222 Wer übermäßig rotes Fleisch konsumiert, schadet seiner Gesundheit.

Übermäßiger Fleischkonsum ist schlecht für die Gesundheit. Menschen, die regelmäßig rotes Fleisch essen, erkranken häufiger an Diabetes, Herzkreislaufstörungen oder Darmkrebs. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der Harvard School of Public Health in Boston.

Eine hauptsächlich pflanzenbasierte Ernährung gilt dagegen als sehr gesund. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen, denn eine falsche vegetarische Ernährung kann nicht nur äußerst ungesund sein, sondern sorgt für ein deutlich höheres Sterberisiko. Das fanden Forscher der Loma Linda University in Kalifornien heraus.

Studie mit über 77.000 Teilnehmenden

Wie fitbook.de berichtet, ließen die Forschenden 77.437 Personen einen Fragebogen ausfüllen. Dabei sollten die Teilnehmenden aus über 200 Lebensmitteln ankreuzen, welche davon Teil ihrer alltäglichen Ernährung sind. Zudem machten die Probanden weitere Angaben zu Gewicht, Lebensstil, Krankengeschichte, Alkoholkonsum, Bewegung, Schlaf etc.

Nach siebeneinhalb Jahren waren 9293 der Befragten verstorben. Um herauszufinden, was die Todesursache war, an welchen Krankheiten sie litten und wie sie sich ernährten, entwickelten die Forschenden ein statisches Modell. Das half ihnen, jede Variable unabhängig voneinander zu betrachten. Dabei untersuchten sie spezifisch die Aufnahme von ultraverarbeiteten Lebensmitteln. Die Ergebnisse dazu veröffentlichten sie in dem Fachmagazin American Journal of Clinical Nutrition.

So krank machen ultra-verarbeitete Lebensmittel

"Unsere Studie geht der Frage nach, was eine vegetarische Ernährung gesund oder ungesund machen kann", erklärt Studienleiter Prof. Gary Fraser in einer Universitätsmitteilung. "Es scheint, dass der Anteil an ultra-verarbeiteten vegetarischen Lebensmitteln in der Ernährung in Bezug auf das Sterberisiko tatsächlich wichtiger ist als der Anteil an tierischen Lebensmitteln." Vor allem Süßigkeiten, Soft Drinks und bestimmte Fleischersatzprodukte zählen zu den ultra-verarbeiteten Lebensmitteln.

Ein hoher Konsum dieser Lebensmittel wird mit der Entstehung verschiedener Erkrankungen in Verbindung gebracht. Dazu zählen unter anderem Atemwegs- und Nierenerkrankungen sowie neurologischen Beeinträchtigungen, Alzheimer und Parkinson. Doch auch der Verzehr von viel rotem Fleisch wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus und kann das Risiko für Krebs und Herz-Kreislaufkrankheiten erhöhen.

Deswegen bewerten die Wissenschaftler Sterblichkeitsrisiken von zwei voneinander unabhängigen Ernährungsfaktoren: Zum einen der Anteil der Ernährung, der aus ultra-verarbeiteten Lebensmitteln im Verhältnis zu frischen Produkten besteht. Zum anderen der Anteil der Ernährung, der aus tierischen Lebensmitteln im Verhältnis zu pflanzlichen Lebensmitteln besteht.

Sterberisiko im Vergleich

Das Ergebnis der Analyse zeigt, dass das Sterberisiko vor allem von dem Verzehr von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln abhängt. Menschen, die 50 Prozent ihrer Gesamtkalorien aus ultra-verarbeiteten Lebensmitteln bezogen, standen Menschen, die nur 12,5 Prozent ihrer Gesamtkalorien aus ultra-verarbeiteten Lebensmitteln erhielten, mit einer 14 Prozent höheren Sterblichkeit gegenüber. "Unsere Studie zeigt, wie es möglich ist, ein schlechter Vegetarier oder ein guter Nicht-Vegetarier zu sein", teilte Fraser mit.

Wer täglich etwa 40 Gramm rotes Fleisch verzehrt, erhöhe sein Sterberisiko um acht Prozent, sofern er auf ultra-verarbeitete Lebensmittel weitestgehend verzichtet.

Fraser betonte, dass eine vegetarische oder vegane Ernährung, die aus den falschen Lebensmitteln besteht, extrem schädlich für den Körper sein kann und das Sterberisiko erhöht. "Wenn Sie daran interessiert sind, länger zu leben, sollten Sie eine Ernährung mit stark verarbeiteten Zutaten vermeiden", so Fraser. "Machen Sie zudem rotes Fleisch zur Ausnahme. So einfach ist das."

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