Vielseitig anwendbar

Hausmittel Natron: Welche Wirkung hat es auf den Körper?

Elias Thiel

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30.3.2023, 09:05 Uhr
Darf man Natron trinken und ist es überhaupt gesund? Die Antwort wird Sie möglicherweise überraschen.

© IMAGO/Digifoodstock Darf man Natron trinken und ist es überhaupt gesund? Die Antwort wird Sie möglicherweise überraschen.

In diesem Artikel:

Morgens soll bereits ein Teelöffel des weißen Pulvers ausreichen, um entzündliche Prozesse im Körper zu stoppen. Aber stimmt das wirklich? Kann man Natron bedenkenlos einnehmen und damit Beschwerden wie Sodbrennen oder Halsschmerzen lindern?

Natron (Natriumhydrogencarbonat) hat viele Namen: Das weiße Pulver kennt man auch als Backsoda, Speisesoda, Kaiser-Natron oder Natriumbicarbonat. Dies sollte allerdings nicht mit Waschsoda oder reinem Soda (Natriumcarbonat) verwechselt werden. Letzteres bildet in Verbindung mit Wasser eine starke Lauge, die fettlösend wirkt und die Haut reizt - und definitiv nicht zum Verzehr geeignet ist.

Natron steckt auch in Backpulver. Daneben findet man in Backpulver aber auch andere Inhaltsstoffe wie Weinsteinsäure und Trennmittel wie Maisstärke. Sowohl Natron als auch Backpulver können beim Backen als Treibmittel verwendet werden. Natron wird allerdings erst in Kombination mit sauren Elementen wie Buttermilch, Zitronensäure oder Joghurt zum Backtriebmittel.

Natron wird als Hausmittel vielseitig verwendet: zum Backofen reinigen, um Gerüche zu neutralisieren, Goldschmuck zu säubern oder Küchengeräte zu entkalken. Welche Anwendungen Natron für die Gesundheit hat, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Natron kann nicht nur in der Küche als Hausmittel eingesetzt werden, sondern hilft auch bei Krankheiten oder Beschwerden:

  • Sodbrennen und Reflux: In Wasser gelöstes Natronpulver zu trinken hilft Menschen dabei, die Säure im Körper zu neutralisieren. Daher gilt Natron als wirksames Mittel gegen Sodbrennen, das oftmals durch aufsteigende Magensäure verursacht wird. Die im Natron enthaltenen alkalischen Stoffe können die überschüssige Säure im Magen und der Speiseröhre neutralisieren, sodass Beschwerden wie Reflux und Sodbrennen gelindert werden.
  • Halsschmerzen und Erkältungssymptome: Auch bei Erkältungen und Halsschmerzen soll Natron helfen, indem Bakterien und Viren im Hals- und Rachenraum abgetötet werden. Hier empfiehlt sich eine Gurgellösung aus 500 Milliliter Wasser und einem Teelöffel Natron. Diese Mischung sollte man mehrmals am Tag gurgeln, bis die Beschwerden gelindert sind.
  • Gewichtsabnahme: Gleichzeitig soll Natron bei Diäten helfen, das Körpergewicht zu reduzieren. Mit Säuren wie Essig, Zitrone oder Grapefruit kann Natron die Fettverbrennung anregen, eine Übersäuerung des Körpers ausgleichen und zu einem Sättigungsgefühl führen. Bei einer Natron-Zitronen-Kur wird ein Teelöffel Natron mit einem Glas stillem Wasser und Zitronensaft vermischt und direkt nach dem Aufstehen getrunken. Achtung: Um abzunehmen, wird immer ein Kaloriendefizit benötigt, sodass eine Natronkur kein Wundermittel ist.
  • Bei Sonnenbrand: Hierzu tränkt man ein Tuch mit einer Natron-Wasser-Mischung. Sie wirkt beruhigend auf die Haut.
  • Cellulite: Cellulite an den Oberschenkeln, dem Po oder der Hüfte finden manche Menschen unschön. Auch wenn dies eine relativ normale Entwicklung ist und keine gesundheitsschädigenden Auswirkungen hat, möchten viele Frauen (oder Männer) die Dellen im Bindegewebe bekämpfen. Mithilfe von Basenbädern kann man Cellulite reduzieren. Durch pH-Werte bis 8,5 im Badewasser wird das Ausscheidungssystem der Haut angeregt, sodass überschüssige Schadstoffe und Säuren ausgeleitet werden. Zudem regt Natron die Durchblutung an. Deshalb kann man zweimal in der Woche mit einem Löffel Natron oder Basensalz baden.
  • Entzündungen und Autoimmunerkrankungen: Zudem soll Natron die Milz anregen, entzündungshemmende Immunzellen zu bilden, die an das Blut abgegeben werden. Darauf deuten die Ergebnisse einer kleinen Studie hin. Laut ihr könnte Natron bei Autoimmunerkrankungen und chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis helfen, für konkrete Aussagen bedürfe es aber weiterer Forschungen. Hier erfahren Sie, welche Lebensmittel eine entzündungshemmende Wirkung haben.

Natron sollte nicht unmittelbar vor oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden, da es die Magensäure schwächt und dadurch die Verdauung behindert werden könnte. Daher wird empfohlen, Natron erst eine Stunde nach den Mahlzeiten zu konsumieren.

In der Schwangerschaft sollte Natron nur in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin eingenommen werden, da das Pulver auch einen Einfluss auf den Säure-Base-Haushalt des ungeborenen Kindes hat.

Was in der Schwangerschaft sonst vermieden werden soll, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Natron ist zwar nicht tödlich, zu viel Natron bildet aber Kohlendioxid und führt zu einer Übersäuerung im Körper. Bei einer großen Dosis Natron kann der natürliche pH-Wert des Körpers aus der Balance geraten, sodass Betroffene unter Magenschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, vermehrtem Aufstoßen und Durchfall leiden.

Somit sollte man Natron als Mittel gegen Sodbrennen nicht überdosieren, da man dabei neue Beschwerden rund um den Magen riskiert. Wer regelmäßig darunter leidet, sollte lieber den Hausarzt oder die Hausärztin aufsuchen und sich dort beraten lassen. Als Faustregel gilt laut Geo, dass ein Erwachsener bis zu dreimal täglich einen halben bis ganzen Teelöffel Natron in Wasser aufgelöst in kleinen Schlucken trinken kann. Das sollte man nicht länger als zwei Wochen am Stück tun.

Natron wirkt sich aber nicht nur auf den Magen aus. Durch eine Überdosierung, beispielsweise mittels Natrontabletten, wird Bluthochdruck begünstigt und es kann zu Muskelkrämpfen und Störungen des Wasserhaushaltes und der Nierensteine kommen.

Bei der Einnahme von Natron können verschiedene Nebenwirkungen auftreten, wie zum Beispiel:

  • Bauchschmerzen
  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • vermehrtes Aufstoßen
  • Erbrechen

Bei starker Überdosierung sind prinzipiell auch Verätzungen möglich. Durch eine Überdosierung steigt zugleich auch die Gefahr von Nierensteinen und einer Störung des Wasserhaushalts des Körpers.

Eine Natronlösung besteht aus einem halben Teelöffel Natronpulver und einem Glas Wasser. Gleichzeitig kann man sich aber auch Apfelessig und Natron mischen. Dazu wird ein Glas lauwarmes Wasser mit einem Esslöffel Apfelessig und einer Prise Natron gemischt. Das Getränk soll revitalisierend wirken.

Die folgenden Rezepte bestehen aus Natron und einigen wenigen Zutaten, die man meist bereits im Haushalt hat.

Zutaten:

  • ein Teelöffel Natron
  • 250 Milliliter warmes Wasser
  • 250 Milliliter kaltes Wasser
  • Zitronensaft

Zubereitung:

Das Abnehm-Getränk wird morgens nach dem Aufstehen zubereitet. Dazu mischt man ein Glas warmes Wasser (250 Milliliter mit einem Teelöffel Natron und trinkt diese Mischung. Nach zehn Minuten gibt man einige Tropfen Zitronensaft in ein Glas mit kaltem Wasser und trinkt dies ebenfalls.

Natron soll in Kombination mit etwas Säure für ein Sättigungsgefühl sorgen und die Fettverbrennung anregen. Zudem fühlt man sich morgens fitter und weniger hungrig, wenn man ausreichend trinkt.

Zur optischen Verbesserung der Cellulite eignen sich Kalt-Warm-Duschen, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßiger Sport. Als Creme zum Auftragen empfiehlt sich eine Paste aus Kaffee und Natron. Beides wirkt peelend und steigert die Durchblutung der Haut. Somit wird das Bindegewebe gestärkt und gestrafft.

Zutaten:

  • 4 Esslöffel Kaffeesatz
  • 2 Teelöffel Natron
  • 1 Teelöffel Olivenöl

Zubereitung:

Der Kaffeesatz wird mit dem Natron und Olivenöl vermischt. Wenn die Paste sich schlecht verstreichen lässt, sollte ein weiterer Schuss Olivenöl hinzugefügt werden. Nun massiert man die betroffenen Hautpartien und lässt das Öl anschließend etwas einziehen. Anschließend entfernt man die Kaffeekrümel mit einem Tuch. Diese Pflege sollte man regelmäßig wiederholen.