Gesundheit

Wasser im Ohr: Was tut man dagegen - und ist es gefährlich?

Simone Madre
Simone Madre

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24.2.2022, 09:06 Uhr
Man kennt es: Nach dem Schwimmen bleibt Wasser im Ohr bleiben. Das kann unangenehm werden.

© Pexels, Pixabay, LizenzCC Man kennt es: Nach dem Schwimmen bleibt Wasser im Ohr bleiben. Das kann unangenehm werden.

Wenn Wasser nach dem Duschen oder Baden ins Ohr gelangt, ist dies für die Betroffenen unangenehm. In den meisten Fällen ist Wasser im Ohr glücklicherweise ungefährlich und mit Hilfe von ein paar Tipps schnell wieder verschwunden. Dennoch müssen anhaltende Symptome nach einem Schwimmbadbesuch ernst genommen werden. Hier finden Sie alles zum Thema "Wasser im Ohr", welche Hausmittel wirklich helfen und wann Sie lieber einen Arzt aufsuchen sollten.

Wasser im Ohr: Woran erkennt man es?

Wenn der Gehörgang mit Wasser gefüllt ist, macht sich dies durch unterschiedliche Symptome bemerkbar. Teilweise klagen Menschen mit Wasser im Ohr über ein unangenehmes Kribbeln im Innenohr. Manche sprechen sogar von einem Hörverlust. Wiederum andere Betroffenen fühlen eine Fülle im Gehörgang oder können Geräusche nur in einer gedämpften Form hören. Teilweise können sogar beide Ohren gleichzeitig betroffen sein.

Sollte besonders viel Wasser ins Ohr gelangt sein, ist ein vorübergehender Hörverlust wahrscheinlich. Symptome vom Wasser im Ohr sind somit eindeutig, wenn die Betroffenen kurze Zeit zuvor mit ihrem Kopf mit Wasser in Kontakt kamen.

Ist Wasser im Ohr schädlich?

Grundsätzlich ist Wasser im Ohr nicht schädlich. Das Ohrenschmalz (Cerumen) im Ohr ist wasserabweisend, sodass das Wasser meist von selbst hinausläuft. Wenn dies aber nicht passiert, können sich Bakterien in der warmen und feuchten Umgebung einnisten oder vermehren. Mediziner sprechen von der Otitis externa, die meisten kennen die Form der Ohrenentzündung unter dem Begriff "Schwimmerohr".

Wasser im Ohr: Was kann man tun?

Sobald Wasser ins Ohr gelangt, schließt sich das Ohr und geht im Normalfall nach kurzer Zeit selbständig wieder auf. Doch was passiert, wenn das Wasser im Ohr nicht wieder verschwindet? Sollte dies nicht passieren, gibt es mehrere Methoden, die dabei helfen, das Wasser aus dem Ohr zu bekommen.

Die einfachste Methode ist das Pressen mit der flachen Hand auf das betroffene Ohr, um im Anschluss wieder loszulassen. Folglich entsteht ein Unterdruck, welcher das Wasser aus dem Ohr saugt. Sollte dies nicht funktionieren, gibt es hier bewährte Tipps, die auch für unterwegs geeignet sind. Denn Wasser im Ohr kann überall auftreten.

1) Am Ohrläppchen zupfen

Der Leidtragende neigt seinen Kopf zur Seite, wobei das betroffene Ohr nach unten zeigen muss. Jetzt zieht er mehrmals vorsichtig am Ohrläppchen. Aufgrund der Ruckbewegung wird die Flüssigkeit in Schwung gebracht, sodass sie schließlich abfließt.

2) Kopf drehen

Mit Hilfe der Schwerkraft und eines Unterdrucks kann man die Flüssigkeit aus dem Ohr herausziehen. Dazu dreht der Betroffene den Kopf mit dem wassergefüllten Ohr nach unten. Die Hand legt er genau darüber. In einer schnellen Bewegung zieht er die Hand zusammen und streckt sie im Anschluss wieder. Diese Bewegung wird wiederholt, sodass ein Unterdruck entsteht, welches das Wasser aus dem Ohr zieht.

3) Auf einem Bein springen

Wer Wasser im Ohr hat, kann den Kopf seitwärts neigen, wobei das betroffene Ohr nach unten zeigt. Gleichzeitig wird auf einem Bein gesprungen. Währenddessen wird der Kopf ein wenig in beide Richtungen geschüttelt, sodass die Flüssigkeit ablaufen kann.

Welche Hausmittel helfen gegen Wasser im Ohr?

Wer gerade nicht unterwegs ist, kann auf Hausmittel aller Art zurückgreifen. Denn die meisten nützlichen Helfer hat wohl jeder in seinem Haushalt.

Föhnen: Wenn das Ohr trocken geföhnt wird, verdampft die eingeschlossene Flüssigkeit und kann so leichter aus dem Ohr entweichen. Das Ohrläppchen sollte dabei etwas nach unten gezogen werden. Die Föhntemperatur ist bestenfalls warm und der Luftstrom sollte nicht allzu stark sein. 30 Sekunden reichen für das Föhnen bei Wasser im Ohr erfahrungsgemäß aus. Wenn nicht, können Betroffene den Vorgang einfach wiederholen.

Achtung: Es muss aufgepasst werden, dass der Föhn nicht zu dicht ans Ohr gehalten wird, da andernfalls Verbrennungen entstehen können. Sobald das Ohr zu heiß wird, sollte man das Föhnen beenden. Generell sollte man die Methode nicht länger als zwei Minuten am Stück durchführen.

Taschentuch: Ein bewährtes Hausmittel, um die Flüssigkeit aus dem Ohr zu leiten, ist die Taschentuch-Technik. Dazu wird das Papiertuch länglich zusammengerollt und vorsichtig in den Gehörgang gelegt. Somit kann das Taschentuch das Wasser im Ohr aufsaugen.

Ohrentropfen: Am besten eignen sich spezielle Ohrentropfen aus der Apotheke. Diese helfen beim Durchspülen des Ohrs und wirken zudem schmerzlindernd.

Ohrenkerze: Mit Hilfe einer Ohrenkerzen-Therapie entsteht ein Unterdruck im Gehörgang, sodass sich die Flüssigkeit löst und nach außen abfließt.

Ohrstöpsel: Um sich präventiv vor Wasser im Ohr zu schützen, empfehlen sich Ohrstöpsel beim Schwimmen sowie eine gründliche Ohrenreinigung nach jedem Schwimmbesuch.

Was tun, wenn das Wasser im Ohr einfach nicht verschwindet?

Wasser im Ohr ist unangenehm und unter Umständen auch sehr schmerzhaft. Die Flüssigkeit im Ohr kann aber auch wirklich gefährlich sein. Feuchtigkeit weicht die Haut im Innenohr auf. Gelangen nun Bakterien in den Gehörgang, können sie bis ins Gewebe eindringen und Entzündungen im Mittelohr auslösen. Betroffene sollten daher versuchen, das Wasser möglichst schnell aus dem Ohr abzuleiten. Wenn das dumpfe Gefühl mehr als einen Tag anhält, hat die Flüssigkeit wahrscheinlich schon das Ohrenschmalz aufquellen lassen und sich vor dem Trommelfell abgelagert. Dadurch entstehen ein dumpfes Gefühl und die verminderte Hörfähigkeit.

Achtung: In keinem Fall sollten Betroffene versuchen, das Ohr mit spitzen Gegenständen zu behandeln. Dies kann zu einer Verletzung des Trommelfells oder einer Mittelohrentzündung führen. Wattestäbchen sind ebenfalls ungeeignet, da sie im schlimmsten Fall Bakterien in das Ohr transportieren oder die Flüssigkeit noch tiefer in den Gehörgang hineinschieben.

Kann Wasser im Ohr gefährlich sein?

Wenn die Tipps nicht helfen, das Wasser im Ohr immer noch nicht herausfließt und Leidtragende unter Ohrenschmerzen leiden, sollten sie umgehend einen Termin beim Hals-Nasen-Ohrenarzt vereinbaren. Sobald die Ohren öfters und über einen längeren Zeitraum unter Wasser sind, gerät Wasser tief ins Innenohr bis ans Trommelfell. Dies kann aufgrund von Bakterien zu schweren Entzündungen führen. Daher ist es oberste Priorität, das Ohr zu trocknen.

Wenn Betroffene Wasser im Ohr haben oder hatten und anschließend unter Ohrenschmerzen leiden, ist dies ein ernstzunehmendes Signal. Möglicherweise leiden die Betroffenen bereits an einer Gehörgangsentzündung oder einer Gehörgangsexostose. Ein Besuch beim HNO-Arzt ist damit unausweichlich.

Ohrenschmerzen mit einhergehendem Juckreiz können auf eine Infektion im Ohr hindeuten, die durch die Bakterien im Wasser ausgelöst wurde. Unbehandelt kann das im Extremfall zu einem Hörverlust führen.

Was macht ein Arzt bei Wasser im Ohr?

Der Hals-Nasen-Ohrenarzt leitet das sich im Ohr befindliche Wasser ab und trocknet den Gehörgang. Befindet sich Ohrenschmalz im Gehörgang, kann dieser von dem behandelnden Arzt ebenfalls entfernt werden. Im Falle einer Infektion kann der behandelnde Arzt ein Antibiotikum verschreiben und zusätzlich das restliche Wasser aus dem Ohr ableiten. Dann steht einer Genesung nichts mehr im Weg.

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