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Achtung, Bußgeld: Darauf müssen Sie beim Einstellen der Parkscheibe achten

Simone Madre

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3.1.2023, 09:48 Uhr
Rund um die Parkscheibe gibt es verschiedene Bußgelder. Auch die Farbe ist beispielsweise wichtig.

© Oliver Berg/dpa Rund um die Parkscheibe gibt es verschiedene Bußgelder. Auch die Farbe ist beispielsweise wichtig.

In jedem Auto sollte sich eine Parkscheibe befinden. Parkscheibe einstellen und los geht’s. Klingt einfach, oder? Doch nicht selten riskieren Autofahrer ein ärgerliches Verwarnungsgeld, weil sie ihre Parkscheibe falsch einstellen.

Alles zu den blauen Parkscheiben, wie man die Parkscheibe am besten einstellt, wie lange die Parkzeit höchstens überschritten werden darf und worauf Sie sonst noch achten müssen, erfahren Sie hier.

Parkscheibe einstellen: So geht es

ADAC-Experten empfehlen, dass Autofahrer die Parkscheibe auf die nächste halbe Stunde einstellen. Ein Beispiel zum besseren Verständnis: Wird das Fahrzeug um 11:05 Uhr abgestellt, sollten Autofahrer die Parkscheibe auf 11:30 Uhr stellen. Jede andere Einstellung der Ankunftszeit ist falsch und die Überschreitung der Höchstparkdauer wird mit einem Verwarnungsgeld von 20 bis 40 Euro sanktioniert.

Zudem sollten Autofahrer die Parkscheibe so im Auto auslegen, dass sie von außen gut sichtbar ist. Daher ist die Auslage aus dem Armaturenbrett empfehlenswert. Übrigens ist diese Technik für Autofahrer von Vorteil. Denn im besten Fall bekommen diese eine halbe Stunde mehr Parkzeit geschenkt.

Dürfen Autofahrer die Parkscheibe weiterdrehen, wenn die Zeit nicht ausreicht?

Kurz und bündig: Nein! Das Weiterdrehen der Parkscheibe nach Ablauf der erlaubten Parkzeit ist verboten.

Vor- und Zurückfahren: Darf die Parkzeit mit diesem Trick verlängert werden?

Manche Menschen glauben, dass sie mit einmaligem Vor- und Zurückfahren die Parkzeit verlängern können. Dieser Trick ist jedoch nicht erlaubt. Entscheidend ist, dass nach dem Ablauf der Parkzeit ein neuer Parkvorgang eingeleitet wird. Dafür muss der Autofahrer mit seinem Fahrzeug einmal um den Block fahren und im Anschluss wieder den Parkplatz nutzen, sofern dieser noch frei ist. Folglich ist eine eine Verlängerung der Parkdauer auf demselben Parkplatz möglich, wenn die Autofahrer eine kleine Spazierfahrt unternehmen.

Darf man die Parkzeit überschreiten? Wie lange ist das Parken erlaubt?

Eine Überschreitung der Parkzeit ist immer verboten, ganz gleich, um wie viele Minuten es sich handelt. Das Parken ohne gültige Parkscheibe kostet 20 Euro. Wenn Autofahrer die erlaubte Parkzeit um 30 Minuten überziehen, droht eine Geldstrafe von 20 Euro, bei einer Stunde sind es schon bis zu 25 Euro. Bei zwei Stunden Überziehung werden 30 Euro Strafe fällig und bei mehr als drei Stunden sogar bis zu 40 Euro. Die genannten Bußgelder gelten seit dem 9. November 2021 – maßgeblich ist jederzeit der aktuelle Bußgeldkatalog.

Was passiert, wenn der Strafzettel nicht bezahlt wird?

Wer nicht zahlt, muss mit weiteren Aufforderungen zur Zahlung rechnen. Denn in der Regel wird die Stadt es nicht vergessen, dass sie noch Geld bekommt. Dazu kommen weitere Bearbeitungs- oder Mahngebühren. Wenn der Fahrzeughalter das Auto beispielsweise nicht selbst geparkt hat, muss er schriftlich dem Bußgeldbescheid widersprechen.

Parkscheibe einstellen: Auch auf Supermarkt-Parkplätzen?

Normalerweise ist das Parken auf Supermärkten-Parkplätzen kostenlos. Da allerdings Privatpersonen häufig ihr Auto auf den kostenlosen Parkplätzen abstellen, um in der Stadt shoppen zu gehen oder zur Arbeit zu gehen, weisen mittlerweile viele Supermärkte auf eine Höchstparkdauer und Parkscheibenpflicht hin.

Hiermit stellen die Ladenbesitzer sicher, dass die Kunden den Parkplatz auch wirklich nur zum Einkaufen in ihrer Filiale nutzen. Da es sich bei einem Supermarktparkplatz um ein Privatgrundstück handelt, müssen sich alle Autofahrer an die Regeln der Inhaber halten. Wer sein Fahrzeug auf einem Kundenparkplatz parkt, schließt automatisch einen Vertrag mit dem privaten Grundbesitzer ab und akzeptiert somit auch die allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Die Hinweisschilder müssen jedoch gut sichtbar, bestenfalls an der Zufahrt des Parkplatzes, angebracht sein. Fahrzeuge ohne oder mit einer abgelaufenen Parkscheibe müssen mit einer Geldstrafe und schlimmstenfalls sogar mit einer Zahlung des Abschleppdienstes rechnen. Hier gibt es noch einige Facts zum Parken vor Supermärkten mit einer Parkscheibe:

- Standzeiten auf privaten Parkplätzen sind meistens begrenzt.
- Bei einer Überziehung der Parkzeit droht eine Vertragsstrafe von 20 bis 30 Euro.
- Einige Supermärkte beauftragen sogar Firmen, welche den Parkplatz überwachen.

Rechtlich ist das Falschparken auf einem Supermarktparkplatz keine Ordnungswidrigkeit, sondern es gibt eine Vertragsstrafe. Denn es handelt sich um ein privates Grundstück und nicht um öffentlich bewirtschaftete Parkräume.

Wichtig: Die Zahlungsansprüche richten sich in diesem Fall nach dem Zivilrecht, welches keine Halterhaftung kennt. Dies bedeutet, wenn zum Beispiel ein Freund des Fahrers das Auto gefahren ist und dort geparkt hat, können die geltenden Ansprüche zurückgewiesen werden. In diesem Fall ist der Fahrer auch nicht verpflichtet, eine Aussage über den tatsächlichen Fahrer zu machen.

Worauf müssen Fahrer beim Einstellen der Parkscheibe achten?

Grundsätzlich sollte eine Parkscheibe immer dann zum Einsatz kommen, wenn ein Hinweis durch ein Verkehrszeichen besteht oder ein Parkscheinautomat nicht funktionsfähig ist. Sollte der Automat defekt sein, gilt die Höchstparkdauer, welche auf dem Parkscheinautomaten ausgewiesen ist. Die Parkscheibe sollte gut sichtbar und vorzugsweise auf dem Armaturenbrett ausgelegt sein.

Ist eine automatische Parkscheibe erlaubt?

Elektronische Parkscheiben sind grundsätzlich erlaubt, wenn der Fahrer eine Typengenehmigung besitzt. Für die elektronische Parkscheibe gelten besondere Vorschriften. Die Parkscheibe muss mit einem elektronischen Bewegungsmelder beim Abstellen des Motors automatisch eingestellt werden. Die Zeit darf also nicht "mitlaufen", vielmehr bleibt der Zeitpunkt des Abstellens unveränderlich. Ein weiteres Kriterium ist das gültige blau-weiße Parken-Verkehrszeichen. Zusätzlich muss auf der elektronischen Parkscheibe über dem Display "Ankunftszeit" stehen. Zuletzt ist eine 24h-Zeitangabe mit einer Zahlenhöhe von mindestens zwei Zentimetern verpflichtend.

Muss die Parkscheibe blau-weiß sein?

Eine Parkscheibe ist immer blau-weiß. Teilweise gibt es witzige Gadgets oder pinke Parkscheiben mit Klischee-Sprüchen für Autofahrerinnen, wie zum Beispiel "bin shoppen". Diese sind zwar witzig, laut Straßenverkehrsordnung aber unzulässig. Auch andere Farben wie grün, gelb oder lila sind nicht erlaubt. Selbst eine individuelle Parkscheibe in der richtigen Größe ist unzulässig.

Zudem ist auch die Größe fix vorgegeben. Eine gültige Parkscheibe ist 11 cm breit und 15 cm hoch. Bei falscher Größe oder Farbe der Parkscheibe droht eine Strafe von 20 Euro.

Kriterien für eine gültige Parkscheibe:

  • Größe: 11cm x 15cm
  • Farbe: Blaue Hülle und weiße Zahlenscheibe
  • Zeit: Anzeige in vollen und halben Stunden
  • Schrift und Ziffern: müssen der DIN 1451 entsprechen

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