Near Field Communication

Mit Karte und Smartphone: Wie sicher ist das kontaktlose Bezahlen?

Benjamin Jungblut
Benjamin Jungblut

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15.7.2022, 05:55 Uhr
Die kontaktlose Bezahlung per Karte oder Smartphone erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

© Karl-Josef Hildenbrand, dpa Die kontaktlose Bezahlung per Karte oder Smartphone erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Im letzten Jahr wurden rund zwei von drei Bezahlvorgängen kontaktlos mit der Karte erledigt - das geht aus den Jahreszahlen der Firma Girocard für 2021 hervor. Ein Jahr zuvor lag der Anteil nur bei 50 Prozent. Wer die Funktion nutzen möchte, braucht eine Giro- der Kreditkarte mit einem sogenannten NFC (Near Field Communication)-Chip.

Alternativ kann mittlerweile auch das Smartphone oder die Smartwatch zum kontaktlosen Bezahlen genutzt werden. Dafür sind allerdings einige Voraussetzungen nötig. Die zwei wichtigsten: Der Kunde muss von seiner Bank für das Online-Banking freigeschaltet sein und benötigt ein NFC-fähiges Smartphone. Wer die Bezahl-App seiner Bank auf das Smartphone lädt und zum Einrichten der Schritt-für-Schritt-Anleitung folgt, kann sofort loslegen. iOS-Nutzer können zudem auf Apple Pay setzen. Die Zahlung selbst läuft ähnlich wie bei einer Karte mit Kontaktlos-Funktion: einfach das Handy vor das Terminal an der Kasse halten.

Technik auf dem Prüfstand

Die Stiftung Warentest hat sich die Technik einmal genauer angesehen. Das Fazit: "Kontaktloses Bezahlen ist nicht mit mehr Risiken verbunden als die herkömmliche Zahlung mit Karte“. Denn der Chip funkt über höchstens vier Zentimeter und nur spezielle Lesegeräte können die Signale empfangen und entschlüsseln. "Aus Versehen kann jemand also nicht damit bezahlen", so die Stiftung Warentest.

Damit Betrüger die Daten mit einem Drittgerät abgreifen können, müssten sie die maximal vier Zentimeter große Lücke zwischen Karte und Lesegerät nutzen – unauffällig so gut wie unmöglich. Die Verbraucherzentrale vermeldet im Zusammenhang mit der Technik nur wenige Missbrauchsfälle. Wer trotzdem unsicher ist, kann seine Karte mit einer speziell beschichteten Hülle schützen – die gibt es bereits ab zehn Euro. Wer das Smartphone zum Bezahlen nutzt, sollte das Gerät regelmäßig auf Schadsoftware überprüfen. Sollte Ihr Handy mit einem Virus infiziert worden sein, empfiehlt es sich, die Bankkarte sperren zu lassen.

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